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Wie ernst ist die Corona-Lage in Schweinfurt wirklich? – Eine Einschätzung der Krankenhäuser der Stadt


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SCHWEINFURT – Seit Wochen plagt sich unsere Stadt mit sehr hohen Inzidenz-Werten. Hier und bundesweit nimmt ein Drama seinen Lauf. Die Zahlen steigen und steigen und wenn es so weitergeht, dann können wir Weihnachten wieder mit erneuten Einschränkungen feiern, oder vielleicht mit „Kevin – Allein Zuhaus“ das Fest begehen. Aber wie ernst ist denn die Lage wirklich? SW1.News hat für Dich ein paar Daten ermittelt.

Erstmal zu den heutigen Werten für Schweinfurt: Mit 294,5 in der Stadt und 208,4 im Landkreis liegen wir eindeutig auf hohem Niveau. Im bundesweiten Vergleich der Werte, stehen wir allerdings im Moment nicht so schlecht da. Höchstwerte von 715,7 im Landkreis Miesbach (nahe München) scheinen in weiter Ferne zu liegen. Aber das kann ja auch ganz schnell gehen, schaut man sich die Entwicklung der Zahlen an.


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Hospitalisierung Konsequenzen

Im Blickpunkt liegen vorrangig die Hospitalisierungswerte
Wenn man deren Steigerungen in Bayern, z. B. von gestern auf heute um 15 Prozent anschaut, dann weiß man allerdings wo die Reise hingeht. Der tagesaktuelle Wert liegt bei 611 Covid-Patienten im Krankenhaus und 522 Intensivbetten sind belegt. Somit sind wir nicht weit von Stufe Rot entfernt.


Aber zurück zu Schweinfurt. Wir wollten wieder einmal wissen, wie es um die Belegung der Krankenhäuser in Schweinfurt aussieht und haben für Dich die aktuellen Infos erfragt:

Leopoldina Krankenhaus
Laut Auskunft der Klinikleitung werden momentan 13 Covid-Patienten behandelt. Davon sind 5 Personen auf Intensivstation und müssen beatmet werden. Von diesen 5 Personen sind 4 nicht geimpft. Von 41 Intensivbetten ist im Leopoldina nur noch eines frei. Momentan gibt es aber keine Einschränkung bei der Behandlung der Patienten und es müssen keine Operationen verschoben werden.

Zur Einschätzung der Lage gibt uns das Leo folgende Auskunft: „Die Situation ist angespannt aber derzeit noch beherrschbar. Allerdings sind wir ob der seit einigen Wochen wieder deutlich steigenden Patientenzahlen gewarnt. Beunruhigend ist die rasche Zunahme von schwer erkrankten Patienten, die auf der Intensivstation behandelt werden müssen.

Auffällig ist in unserem Haus, dass geimpfte Patienten bisher deutlich seltener schwere Krankheitsverläufe aufweisen. Der weit überwiegende Teil der Patientinnen und Patienten, die eine intensivmedizinische Behandlung benötigen, weisen keinen Impfschutz auf. Deutlich wird im Moment auch, dass das Alter der schwer erkrankten Patientinnen und Patienten wesentlich niedriger ist als noch zu Beginn der Pandemie. Im Gegensatz zum Beginn der Pandemie sind jetzt in der Regel nicht die Hochbetagten die größte Risikogruppe, sondern Menschen mittleren Alters.“

Krankenhaus St. Josef
Auf die Anfrage von SW1.News antwortet uns der Ärztlicher Direktor und Pandemiebeauftragter Dr. Wolfgang Menger des St. Josef wie folgt: „Stand heute haben wir 2 Covid-Patient/innen auf unserer Intensivstation, die auch beatmet werden müssen. Beide sind ungeimpft. Auf unserer Covid-Station werden aktuell 5 Patient/innen betreut.

Wir haben auf unserer Intensivstation insgesamt 14 Betten, davon sind 4 Überwachungsplätze als Intermediate Care Station eingerichtet. Es stehen 10 Beatmungsplätze zur Verfügung. Im Notfall könnten wir 4 weitere Beatmungsplätze betreiben.

Stand heute sind alle unsere Intensivbetten belegt – eine Situation, wie wir sie schon seit Wochen haben. Wir betreuen und behandeln verstärkt weitere schwer erkrankte Patient/innen intensivmedizinisch – unabhängig von geplanten Operationen – mit z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, anderweitigen Lungenerkrankungen, Krebserkrankungen, u. s. w.

Momentan gibt/gab es keine Engpässe in der Behandlung. Es muss jedoch tagtäglich abgewogen werden, ob aufwendigere Operationen wegen der knappen Intensivkapazitäten durchgeführt werden können.

Wir haben auf unserer Intensivstation neun Monate lang (von November 2020 bis August 2021) Covid-Patienten betreut und beatmet. Das war eine Extremsituation nicht nur für die Patient/innen, sondern auch für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die viele an ihre Belastungsgrenze gebracht hat. Das sollte sich nach meinem Dafürhalten nicht wiederholen. Trotzdem bleibt zu befürchten, dass in den nächsten Wochen eine ähnliche Situation durch zusätzliche Corona-Patienten entstehen wird.“

Das Fazit
Die Lage ist ernster als man sich das von politischer Seite eingestehen will. Auch für Schweinfurt gilt, dass die Kliniken sicherlich schon sehr sehr nahe am Limit arbeiten. Besonders ungeimpfte Personen sollten in ihrem eigenen Interesse hohe Sorgfalt walten lassen, Kontakte meiden und wenn möglich die Impfangebote annehmen.

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