Home / noad / Live-Sport in der Region
Foto: Pixabay / Pexels

Live-Sport in der Region


Eisgeliebt

Klein, aber oho: Sportfreunde der unterschiedlichsten Disziplinen können in und um Schweinfurt athletische Ereignisse aller Art erleben, und das genauso als aktiver Athlet wie als begeisterter Zuschauer.

Zwar müssen Fußballfans eine zweistündige Reise in die bayerische Hauptstadt antreten, wenn sie den unangefochtenen Fußballmeister Bayern München in seinem Heimatstadion erleben wollen, aber spannende Turniere lassen sich auch in Schweinfurter und Würzburger Arenen sehen, selbst wenn nicht auf alle sportlichen Ereignisse online und im Wettbüro Live-Wetten abgegeben werden können.


Hartmann



Die “Schnüdel” vom 1. FC Schweinfurt mögen in der Bayernliga zwar weit vom Glanz des Fußballoberhauses entfernt sein, aber die Anhänger des 1905 gegründeten Vereins halten ihrem Club durch dick und dünn die Treue. Seine Blütezeiten hatte der Verein, der seinen Spitznamen wie alle anderen Schweinfurter auch dem Sport zuzuschreiben hat, in den 60er und 70er Jahren als sie in der 2. Bundesliga zu den Stammmannschaften gehörten.


Der “Schnüdel”, oder schnurlose Fußball, selbst hat den Sport allerdings nicht mehr geprägt. Bis zu seiner Erfindung durch den begeisterten Schweinfurter Sportler und Spenglermeister Fritz Stöcklein im Jahr 1925 war das runde Leder an einer Stelle hart verschnürt. Wer mit Kopf, Spann oder Schienbein die richtige (oder falsche) Stelle traf, konnte mit schmerzhaften Beulen und blauen Flecken rechnen. Zudem flatterte der am Schnürpunkt getroffene Ball unkontrollierbar durch die Luft. Ein Rückschlagventil machte die Schnürung überflüssig, und Stöcklein revolutionierte mal eben außer dem Fußball auch den Faustball, den er ebenfalls aktiv betrieb.

Die “Schnüdel”, die seit 1936 im SachsStadion zuhause sind, haben seit ihrer Vereinsgründung so manches Auf und Ab erfahren. Die wohl bitterste Zeit kam ausgerechnet zum 100. Geburtstag, als der Verein im Insolvenzverfahren steckte und nur noch außerhalb der Konkurrenz kicken durfte.

Auch der andere Traditionsclub der Region, der FC Würzburg, hat bessere Tage hinter sich. Bis zuletzt hatten die Fans in dieser Saison gehofft, doch kurz vor Saisonende ist der Punkterückstand endgültig nicht mehr aufholbar und Würzburg steigt aus der dritten Liga ab.

Wenn auch Fußball die Nummer eins im deutschen Sport ist und bleibt, so gibt es daneben noch zahlreiche andere populäre Disziplinen, die sich in Schweinfurt großer Zusprache erfreuen.

Der DJK Schweinfurt bietet ein umfangreiches Programm an, welches dem Begriff Breitensport wirklich gerecht wird. Tennis und Turnen, Karate und Kegeln, Korbball, Kanu und Standup-Paddleboarding, Gymnastik, Leichtathletik, Football, Cheerleading und mehr stehen in der Sporthalle des DJK auf dem Programm. Bayernliga, Kreisliga und Jugendligen treffen sich hier regelmäßig zu Begegnungen, die eine beachtliche Zuschauermenge anziehen.

Dabei sind vor allem die Basketball-Teams erfolgreich. Dem DJK Schweinfurt waren dabei seine Ambitionen auf den Meistertitel in der Bayernliga seit Monaten deutlich anzusehen, und die Ergebnisse bestätigten die Klasse der Spieler bei jedem Spiel.

Im Handball gucken die Fans vor allem auf die TG 48 Würzburg.

Wie vielfältig der Sport im gesamten fränkischen Bereich und in Nordbayern ist, zeigt die Anzahl an Spitzensportlern quer durch Sportarten und Generationen. Unvergessen ist dabei unter anderem der Herzogenauracher Lothar Matthäus. Fünf Weltmeisterschaften, darunter der Titelgewinn 1990 mit ihm als Kapitän, und 150 Nationalspiele haben ihn zur Fußballlegende werden lassen. Mit seinem letzten Spiel 2018 erfüllte er sich im Alter von 57 Jahren einen langgehegten Wunsch: ein Punktspiel bei seinem Jugendverein 1. FC Herzogenaurach.

Der Name ist unauffällig, der Mann ist es nicht: Der zweifache Olympiasieger und Kapitän der Hockeynationalmannschaft Max Müller aus Nürnberg ist vor allem durch das Holen von Gold in Peking für die Bundesrepublik auch außerhalb seines Sports bekannt geworden.

Aus Nürnberg kam auch Karl-Friedrich Haas. Sein Club, der FC Nürnberg, hatte bereits einen großen Namen in der Leichtathletik, als er 1956 im australischen Melbourne bei der Olympiade die Silbermedaille im 400 Meter-Lauf holte.

Neun deutsche Meistertitel holte die Handballerin Gerda Reitwießner mit ihrer Mannschaft heim nach Nürnberg. Dabei kam ihr vor allem ihre Vielseitigkeit zugute. Die Frau für alle Bälle war im Angriff ebenso zuhause wie in der Verteidigung, und auch ihre Treffsicherheit war gefürchtet.

Als Pionierin im Frauensport galt die Nürnbergerin Ingeborg Wolf-Plank. Die ehemalige Lehrerin, die neben ihrer sportlichen Karriere als Speerwerferin zudem noch ein Medizinstudium absolvierte, schaffte es zum Ende ihrer aktiven sportlichen Laufbahn bis zur Olympiade in Helsinki 1952. Als Kapitänin der deutschen Auswahl hatte sie bereits seit 1950 olympische Geschichte geschrieben. Doch auch ohne Speer in der Hand blieb sie dem deutschen olympischen Sport als Mannschaftsärztin treu.

Kaum ein anderer Mann ist mit dem deutschen Eiskunstlauf stärker verbunden als Norbert Schramm. Drei deutsche Meisterschaften, zwei Europameisterschaftstitel und zwei Silbermedaillen bei den Weltmeisterschaften im Eiskunstlauf haben ihn zu einem der unvergesslichen Stars des Sports gemacht.

Europameisterin und Weltmeisterin Svenja Schröder aus Nürnberg gehört ebenfalls zu den Sportstars aus der Region. Mit ihren harten und präzisen Schlägen hat sich die Faustballerin einen Namen in einem Sport gemacht, der ohne Stöcklein und seinen schnurlosen Ball womöglich noch lange Zeit ganz anders ausgesehen hätte.

Selbst wenn die meisten großen Athleten der Region aus dem größeren Nürnberg stammen, Schweinfurt hat seinen Anteil an Sportgeschichte geschrieben und wird es wohl auch weiterhin tun. Schließlich ist das Angebot an Sportarten in und um die Stadt der “Schnüdel” klein, aber oho.


ANZEIGE - Heute mal ausgehen/bestellen? Wie wäre es mit:
Naturfreundehaus
Maharadscha


Nutze die kleine rote Glocke unten rechts um aktuell informiert zu werden!
Folge uns auf Facebook | Instagram


© 2fly4 - Alle Angaben ohne Gewähr!
Fotos sind ggf. beispielhafte Symbolbilder!
Kommentare von Lesern stellen keinesfalls die Meinung der Redaktion dar!