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Diebstahl im Schwimmbad, Freiheitsstrafe, Berufung – aber erneut fehlte der Angeklagte unentschuldigt


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SCHWEINFURT – „Mein linker linker Platz ist leer, da wünsch ich mir endlich den … Angeklagten her“. Dieser umgedichtete Kinderreim dürfte die Seelenlage des Verteidigers vor der 3. Strafkammer des Landgerichtes vergangenen Freitag ganz gut beschreiben. Gericht, Staatsanwalt und Verteidiger hatten zu diesem Zeitpunkt keine Ahnung, dass der Platz des vielfach vorbestraften Mannes bis zum Ende leer bleiben würde.

Im Juni letzten Jahres hatte der 64-jährige Angeklagte, so hat es das Amtsgericht Bad Kissingen zumindest in der vorausgehenden Instanz entschieden, aus einem Spind des Schwimmbades der Frankenklinik mithilfe des zuvor entwendeten Schlüssels ein Kettchen und Bargeld eines anderen Badegastes im Gesamtwert von ca. 500 € gestohlen.  Deswegen wurde er – auch da schon in Abwesenheit – im März dieses Jahres zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten auf Bewährung verurteilt, wogegen sowohl er, wie auch die Staatsanwaltschaft in Berufung gingen. Mittlerweile wird der vielfach vorbestrafte Mann, dessen letzte bekannte Aufenthaltsorte in Kaiserslautern und Ludwigtal waren, per Haftbefehl gesucht. Der 64-Jährige ist also auf der Flucht.


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Eine Ladung an den Angeklagten war in dieser Situation nicht möglich. Gekommen war nur sein geladener Verteidiger, der – anders als andere Strafverteidiger – in seiner Prozessvollmacht angeben hatte, er sei empfangsbevollmächtigt, für den Angeklagten amtliche Schriftstücke entgegenzunehmen. Der Strafverteidiger musste dies zerknirscht einräumen, appellierte aber dennoch an das Gericht, sein Mandant würde wegen der fehlenden Ladung an diesen entschuldigt fehlen. „Der Angeklagte wäre ohnehin nicht gekommen!“, hielt der Staatsanwalt dem entgegen, der zuvor erfolglos die zentrale Vollzugsdatei durchsucht hatte, ob der Angeklagte bereits irgendwo in Haft sitzt.


Dem Angeklagten wurde der Lapsus in der Prozessvollmacht dann zum Verhängnis, seine Berufung wurde verworfen. „Wegen dieser Vollmacht konnte die Zustellung an den Verteidiger erfolgen“, führte der Richter nach kurzer Unterbrechung der Sitzung aus, die Ladung sei also korrekt erfolgt. Deshalb durfte sogar keine öffentliche Zustellung durch Aushang an der Gerichtstafel erfolgen. „Wer Berufung einlegt, der muss sich – gegebenenfalls über seinen Verteidiger – erkundigen, wann Termin zur Hauptverhandlung anberaumt wird. Noch zu entscheiden hat das Gericht über die Berufung der Staatsanwaltschaft. Die Ladung hierzu wird wieder an den Herrn Strafverteidiger erfolgen, meinte der Richter süffisant.

Christopher Richter für inundumsw.de


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