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„Lenas Bioladen“: Leider ein Darknet-Drogenshop – und daher erhebt die Zentralstelle Cybercrime Anklage


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BAMBERG / MEMMINGEN – Nach intensiven Ermittlungen gemeinsam mit der Kriminalpolizeiinspektion mit Zentralaufgaben Oberfranken (KPI/Z) hat die bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg errichtete Zentralstelle Cybercrime Bayern Anklage zum Landgericht Memmingen gegen die drei mutmaßlichen Betreiber des Darknet-Drogenshops „Lenas Bioladen“ erhoben.

Zwei Männer aus Baden-Württemberg im Alter von 42 und 32 Jahren waren bereits am 21.07.2020 festgenommen worden und befinden sich seitdem in Untersuchungshaft. Mitangeklagt wurde nun die 34-jährige Ehefrau eines der beiden Männer, die ebenfalls wesentliche Tatbeiträge, insbesondere auch die Aufgabe einzelner Drogensendungen zur Post, übernommen haben soll.


AOK - Keine Kompromisse

Dem Trio wird vorgeworfen, zwischen September 2017 und März 2020 unter anderem unter dem Verkäufernamen „Lenas Bioladen“ in 8.723 Einzelverkäufen mehr als 51 kg Cannabis-Produkte über das Darknet verkauft und dabei über 740.000 EUR eingenommen zu haben.


Über diesen Shop, den die Angeschuldigten auf drei Darknet-Handelsplattformen betrieben haben sollen, konnten Käufer aus ganz Deutschland sowie dem benachbarten Ausland Cannabisprodukte bestellen, die ihnen dann auf dem Postweg zugestellt wurden. Pro Werktag sollen zwischen 16 und 48 Sendungen mit Marihuana oder Marihuanaprodukten arbeitsteilig von den Angeschuldigten auf den Weg gebracht worden sein.

Die Zentralstelle Cybercrime Bayern legt den Angeschuldigten in der Anklageschrift, die sich zu den Tatvorwürfen bislang nicht äußern, bandenmäßiges Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zur Last. Das Gesetz sieht hierfür eine Freiheitsstrafe von fünf bis 15 Jahren vor. Nachdem ein Versand der Betäubungsmittel in erheblichem Umfang auch über einen Briefkasten in Neu-Ulm erfolgte, müssen sich die Angeschuldigten vor dem Landgericht Memmingen verantworten.

Dieser Ermittlungserfolgt zeigt, dass auch das Darknet kein rechtsfreier Raum ist, in dem illegale Aktivitäten vor den Ermittlungsbehörden auf Dauer verborgen bleiben. Die Staatsanwältinnen und Staatsanwälte der ZCB arbeiten mit allen zur Verfügung stehenden rechtsstaatlichen Mitteln daran, die dahinterstehenden Tatverdächtigen aus ihrer Anonymität im Netz herauszufiltern.

Nur durch eine akribische Ermittlungs- und eine sehr enge Zusammenarbeit der ZCB und der Kriminalpolizeiinspektion mit Zentralaufgaben Oberfranken war es im Ergebnis in diesem Fall möglich, die Verantwortlichen hinter „Lenas Bioladen“ zu identifizieren.

Seit dem 1. Januar 2015 besteht bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg die Zentralstelle Cybercrime Bayern. Diese Zentralstelle ist bayernweit zuständig für die Bearbeitung herausgehobener Ermittlungsverfahren im Bereich der Cyberkriminalität. Sie ermittelt in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Spezialisten der Landes- und Bundespolizei, des Bundeskriminalamts, des Zollfahndunsdienstes und mit internationalen Partnern, z.B. bei Angriffen auf bedeutende Wirtschaftszweige oder bei Verfahren aus dem Bereich der organisierten Cyberkriminalität. Auch dann, wenn bei Verfahren der Allgemeinkriminalität ein hoher Ermittlungsaufwand im Bereich der Computer- und Informationstechnik abzuarbeiten ist, werden die Staatsanwälte der Zentralstelle tätig. Die bearbeiteten Fälle sind vielfältig. Sie reichen von Hackerangriffen über Fälle des Vorkasse-Betrugs im Internet, z. B. durch professionelle sog. Fake-Shops, und Fälle von Ransomware bis hin zum Handel mit Waffen, Drogen und Falschgeld im Darknet. Zudem ist die Zentralstelle Cybercrime Bayern für herausgehobene Fälle der Wirtschaftscyberkriminalität zuständig. Seit dem 1. Oktober 2020 besteht bei der Zentralstelle Cybercrime Bayern zudem das Zentrum zur Bekämpfung von Kinderpornografie und sexuellem Missbrauch im Internet. Derzeit sind 17 Staatsanwältinnen und Staatsanwälte und vier ITForensikerinnen und IT-Forensiker bei der Zentralstelle Cybercrime Bayern tätig.



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