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„Ich liebe Schweinfurt“: Ein Rundgang durch die Stadt mit Peter Hofmann – Teil 3


Kauzen Bier

SCHWEINFURT – InundumSw.de-Redakteur Christopher Richter hat das Schweinfurter Unikat, den Hobby-Historiker und Musiker sowie Rechtsanwalt Peter Hofmann auf einem Rundgang durch seine Heimatstadt Schweinfurt begleitet. In der vorletzten Ausgabe war der Standort des früheren Höpperles-Turm die erste Station, zweite Station war dann der Bereich um den Fichtelsgarten. Nun der letzte Stopp: In Waldemar’s und Viola’s polnisch-italienischem Delikatessengeschäft „POL-ITAL“ in der Oberen Straße.

Dem Wunsch der Presse, das Schweinfurter Urgestein Hofmann beim herzhaften Biss in eine Original Schweinfurter Bratwurst abzulichten, wollte der Schöpfer der Seite www.schweinfurtfuehrer.de eigentlich gerne nachkommen. Nur der mobile Stand fehlte auf dem Marktplatz wegen des gerade stattfindenden Schweinfurter Weinfestes. Von Programm und Erscheinungsbild dieses Festes ist Hofmann wenig begeistert, würde sich mehr Niveau wünschen, wenn so ein Event schon „in der guten Stube“ von Schweinfurt, auf dem Marktplatz, stattfindet. Nicht mal ein Bratwurststand kann auf dem Festgelände ausgemacht werden. Weinfest und Bierbänke? „Warum nicht schicke Party-Tische?“


AOK - Keine Kompromisse

„Zur Bereicherung der Innenstadt würde ich mir einen künstlerisch anspruchsvollen Skulpturenweg zwischen Museum Georg Schäfer und der Kunsthalle wünschen“, lässt Kunstfreund Hofmann den Pressevertreter in seinen Block als politische Forderung an die Stadtoberen notieren. Schweinfurt-Besucher würden so an Innenstadtgeschäften vorbeigeleitet werden. Und gerade so richtig in Fahrt gekommen, schiebt er nach: „Auch eine Art Viktualienmarkt auf dem Schweinfurter Marktplatz wäre wünschenswert!“ (Anm. der Redaktion: Unter „Viktualien” versteht man höherwertige Lebensmittel, die teilweise auch an regionale Traditionen anknüpfen). „Mit beiden Maßnahmen könnte die Innenstadt belebt werden. Ein Gegengewicht zum Online-Handel ist der Erlebniseinkauf“ Das könnte eine Art Viktualienmarkt leisten, bei dem Probieren und Konversation im Mittelpunkt stehen. Viele Geschäftsleute wären zum ihrem Angebot auf dem Markt in einem solchen Rahmen bereit, können sich jedoch teure Wägen nicht leisten!“


„Die Gegend um die Brauerei Roth und die Obere Straße ist teilweise dreistöckig unterkellert“, klärt Hofmann dem überraschten Pressevertreter dann. Hier wurden im Dreißigjährigen Krieg riesige Kellergewölbe als Lager- und Aufenthaltsorte geschaffen. Hofmann hat diese fotografiert und auf www.schweinfurtfuehrer.de/unterirdisches-schweinfurt/unter-der-brauerei-roth-2/ veröffentlicht. Mit Brauereien verbindet Hofmann übrigens eine besondere Beziehung: Sein Großvater war der Braumeister der ehemaligen Brauerei Hagenmeyer.
Dann geht es zum Waldemar ins POL-ITAL. Man trinkt einen Espresso, dazu ein Stückchen Schwarzwälder-Kirsch-Torte. Die Gattin von Waldemar, Viola, hat am Wochenende gebacken und Stammgast Hofmann darf von dem Köstlichen naschen. Hofmann wird mit Umarmung begrüßt. „Hier treffen sich übrigens auch Anwälte, Richter und Bankdirektoren zu Mittag“, sagt Rechtsanwalt Hofmann. Ein guter Ort also auch, um Kontakte zu knüpfen. Ja, die Anwaltsdichte in Schweinfurt sei hoch, meint der Mit-Namensgeber der Kanzlei Hofmann und Beck. Und ergänzt: „Aber wo in Deutschland denn nicht? Es gibt insgesamt zu viele Juristen!“

Hofmann hat sich während seiner Laufbahn das Bau-, Architekten- und Immobilienrecht, das Bank- und Kapitalmarktrecht, das Verkehrsrecht sowie das Denkmalschutzrecht als Tätigkeitsschwerpunkt gewählt. „Ungefähr 90 Prozent der Menschen bauen ein Haus, ohne den Hausbauvertrag vorher mal rechtlich überprüfen zu lassen“, wundert sich Hofmann. Dabei enthielten diese Regelwerke oft Tücken und hätten große finanzielle Tragweite. Hinterher, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, würde weitaus kostspieligere anwaltliche Hilfe gesucht. „Der Bürger soll nicht nur rechtzeitig zum Zahnarzt gehen, sondern auch zum Rechtsanwalt“, fordert der erfahrende Jurist die Menschen zu mehr rechtlicher Vorsorge auf. Haftungsbeschränkungen, Strafklauseln, Gewährleistungsausschlüsse – der rechtlich nicht versierte Mensch ist ungeschützt, meint Hofmann.

Jüngstes berufliches Tätigkeitsfeld Hofmanns im Rahmen des Denkmalschutzrechts ist der sogenannte Schatzfund. Im Paragraph 984 des Bürgerlichen Gesetzbuches ist in bestem Bürokratendeutsch geregelt, dass der Entdecker die Hälfte eines Schatzes behalten darf, die andere Hälfte der Grundstückseigentümer. Schatz? Die Juristen fassen unter diesem Begriff auch Kometenbruchstücke, unter Umständen Grabbeigaben oder sagenumwobene Schätze, wie den Schatz der Nibelungen, die Schatzverstecke des Piraten Klaus Störtebecker oder den Templerschatz. Nun, wie Indiana Jones sieht Rechtsanwalt Hofmann nun nicht aus; er ist auch kein amerikanischer Geschichtsprofessor mit der Leidenschaft die Lederpeitsche zu schwingen. „Ein Landwirt aus Zeuzleben, der vor zwanzig Jahren auf seinem Acker alte merowingische (frühmittelalterliche) Gräber entdeckt hatte, hatte dies dem Landesamt für Denkmalpflege gemeldet, das dann das gesamte Gräberfeld ausgraben ließ. Viele Kostbarkeiten kamen dabei zu Tage. Eigentümer des Grundstücks und Finder war somit dieser Landwirt, hatte jedoch nichts aber auch gar nichts vom Staat bekommen, berichtet Hobby-Historiker Hofmann über seinen Weg in das ungewöhnliche Rechtsgebiet. „Ich konnte den Mann überzeugen zu klagen und wir haben Recht bekommen“, erinnert er sich.

Auf den nicht alltäglichen Fall folgte ein großes Medienecho, speziell in den einschlägigen Fachzeitschriften und somit Folgeaufträge. Ein Fall, große Wirkung – nun wird Hofmann, der sich in die Materie eingearbeitet hat, nach eigenen Worten bundesweit angefragt, wenn Bürger ihre Rechte aus einem Schatzfund geltend machen wollen. Auch aktuell hat Schatzfund-Experte Hofmann einen ähnlichen Fall hierzu vor dem OLG Frankfurt laufen.
Seiner Heimatstadt wird Hofmann immer verbunden bleiben, meint der gebürtige Schweinfurter Peter Hofmann abschließend. Er sei Lokalpatriot, Schweinfurt liege ihm einfach im Blut und am Herzen.

Ende der ersten Serie unserer neuen Rubrik, in der wir immer mal wieder Personen der Region vorstellen, die sich dazu bekennen, dass sie Schweinfurt lieben. Am kommenden Dienstag erscheint Folge zwei mit Margit Rosentritt.

Peter Hofmann sagt: „Ich liebe Schweinfurt…, weil dies meine Geburts- und Heimatstadt ist. Und sie vereint in sich Tradition, Fortschritt und Lebensqualität.“

Und hier nochmal die Links zu den Teilen 1 und 2 der Serie:
http://inundumsw.de/?p=33207
http://inundumsw.de/?p=33216



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