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Der Schatz muss nur gehoben werden: Grüne sehen in einem Nationalpark Steigerwald weiterhin eine große Chance für die Region


Bayernkolleg

SCHWEINFURT / HASSBERGE / BAMBERG – Wie sieht die Zukunft in der Steigerwald-Region aus? Was tun die Landkreise, um das Leben in der Region attraktiv zu gestalten, was tut die „große“ Politik für die ländliche Region zwischen Bamberg und Schweinfurt, welche Impulse könnte ein Nationalpark Steigerwald setzen?

Darüber diskutierten am Aschermittwoch gut 100 Zuhörer mit grünen Kommunalpolitikern aus Bamberg, den Haßbergen und Schweinfurt in Ebrach. Mit dabei waren auch Ansgar Hudde, Mitarbeiter des Lehrstuhls für Demografie an der Universität Bamberg, Claudia Stamm, haushaltspolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion, sowie von Ebrachs Bürgermeister Max-Dieter Schneider.


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Hudde hatte zuvor die demografische Entwicklung im Steigerwald unter der Frage „Was bringen die nächsten Jahre“ – aufgeschlüsselt nach den einzelnen Gemeinden – untersucht. Er kam zu dem Ergebnis, dass die Bevölkerungszahl zwar annähernd gleich bliebe, die Altersstruktur innerhalb der Gemeinden aber stark nach oben ansteige. So würde der Anteil der 65-Jährigen bis zum Jahr 2028 um 40 Prozent zu, die der Menschen im schulischen und erwerbsfähigen Alter hingegen aber um acht Prozent abnehmen. Die Auswirkungen dieser Entwicklung schlügen sich nicht nur im Arbeitsmarkt und der Steuerkraft der Region wieder, sondern auch unmittelbar in der Schullandschaft.

Stark betroffen von der Änderung der Alterspyramide werden laut Hudde vor allem die Gemeinden Oberaurach, Rauhenebrach im Landkreis Haßberge, Priesendorf und Ebrach im Landkreis Bamberg sowie Michelau, Gerolzhofen, Frankenwinheim und Oberschwarzach im Landkreis Schweinfurt ein, die bis zu 20 Prozent der jüngeren Bevölkerung verlieren würden.



Den Blick auf ihre Landkreise richteten die grünen Kreisräte Bernd Fricke (Bamberg), Matthias Lewin (Haßberge) und Thomas Vizl (Schweinfurt). Alle drei waren sich einig, dass ein Nationalpark „wichtige Impulse für die komplette Region“ setzen würde.

Für den Stegauracher Fricke sei es „absolut unverständlich, dass Landrat Kalb diesen Schatz nicht heben will“. Er verwies auf den in Bamberg angestoßenen Regionalprozess, der aber durch Seehofers Steigerwald-Ausschluss in der Nationalpark-Diskussion keinerlei Beachtung finden würde. „Diese Vorgehensweise des Ministerpräsidenten dürfen wir uns nicht gefallen lassen“ machte der 2. Bürgermeister der Gemeinde Stegaurach deutlich.

Der Gerolzhöfer Thomas Vizl richtete den Blick auf die kommunale Verschuldung in der Region. Zwar seien Gemeinden wie Michelau oder Oberschwarzach finanziell nur wenig überlastet, allerdings gebe es in diesen Gemeinden auch keine oder kaum kostenintensive Einrichteungen wie Schulen, Schwimmbäder oder andere öffentliche Einrichtungen. Auch die Gastronomie sei rund um Gerolzhofen im Gegensatz zu den Tourismusmagneten Mainschleife und Handthal eher rückläufig. Vizl erhofft sich von einem Nationalpark Arbeitsplätze, private Investitionen, „einen stark verbesserten ÖPNV und einen Impuls für eine strukturschwache Region“.

Dass der Landkreis Haßberge als „Gesundheitsregion plus“ ausgezeichnet wurde, geht für Matthias Lewin aus Knetzgau angesichts der prekären Situation im Gesundheitsbereich mit überschuldeten Krankenhäusern und großem Ärztemangel an der Realität vorbei. „Die Sparkasse hat fast die Hälfte ihrer Filialen geschlossen, und der ÖPNV im nördlichen Steigerwald, im Maintal sowie in den Haßbergen beschränkt sich auf den Schulbusverkehr.“ Auch Lewin sieht in einem Nationalpark ein „großes Potenzial, die Region aufzuwerten“.

Ebrachs Bürgermeister Max-Dieter Schneider sieht einen Nationalpark als „Segen für die Region“, weshalb er die Diskussion unbedingt aufrecht erhalten wolle. „Ohne die Diskussionen in den vergangenen zehn Jahren wären heute weder der Baumwipfelpfad noch das Nachhaltigkeitszentrum hier. Wir Steigerwälder können uns also vorstellen, was erst mit einem Nationalpark entstehen würde“, so der Ebracher Rathaus-Chef.

Für die grüne Landtagsabgeordnete Claudia Stamm „muss die Hilfe für die Regionen in erster Linie aus den Regionen selbst kommen“. Allerdings sei München gefordert, Geld für eine Potenzialstudie freizumachen, beispielsweise über das Programm zur Landesentwicklung. Mit diesem Programm soll die Wettbewerbsfähigkeit der Regionen gestärkt werden. Stamm erinnerte an den aus rein politischen Gründen gestoppten Versuch des ehemaligen Landrats Günther Denzler, mit dem Schutzgebiet Der Hohe Buchener Wald bei Ebrach etwas für die Region zu tun.

Ministerpräsident Horst Seehofer und seine Umweltministerin Ulrike Scharf wollten nun zwar einen dritten bayerischen Nationalpark, „aber nicht in dem Gebiet, das bislang als das geeignetste galt. Somit wird das Auswahlverfahren um einen drittenNationalpark ad absurdum geführt.“ Stamm forderte die Anwesenden und alle Menschen in der Steigerwald-Region auf, „dieses Spiel des Ministerpräsidenten nicht mitzuspielen. Er wirft einen Knochen hin und schaut zu, wie sich verschiedene Lager darum balgen.“

Auch für Claudia Stamm ist der Nationalpark eine große Chance für die Region. Der Steigerwald könne mit seinen Strukturproblemen entweder so „weiter wursteln wie bisher oder aber ie Möglichkeiten, die sich durch das Schutzgebiet bieten., nutzen“ Der Nationalpark müsse aber weiterhin nachdrücklich vor allem von den Menschen im Steigerwald gefordert werden. Die Grüne Landtagsfraktion steht dabei an der Seite der Nationalpark-Befürworter, was sich auch am Freitag zeige, wenn Mandatsträger im Ebracher Forst unterwegs sind.

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