25. 07. 2017
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Klimaschutz und Energiewende als Chance: CSU informierte und diskutierte bei Belectric in Kolitzheim



KOLITZHEIM – Klimaschutz und Energiewende sind Herausforderungen für die gesamte Gesellschaft. Sie können aber auch eine große Chance für die Wirtschaft sein. Dies wurde beim Infotag der CSU zu den Themen Klimaschutz und Elektromobilität deutlich.

„Durch die Ankündigung von Donald Trump, aus dem Klimaabkommen von Paris auszutreten, wird die Weltgemeinschaft beim Klimaschutz noch enger zusammenrücken und weiterhin das Ziel verfolgen, die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius zu beschränken“, betonte die CSU-Bundestagsabgeordnete Dr. Anja Weisgerber in ihrem Impulsreferat, in dem sie den Klimaschutz von der globalen auf die lokale Ebene herunterbrach.

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„Für mich steht immer im Mittelpunkt, dass die Ziele beim Klimaschutz ambitioniert, gleichzeitig aber auch erreichbar sind. Bei unseren klimapolitischen Beschlüssen und Entscheidungen müssen wir immer die Auswirkungen auf Wirtschaft und Arbeitsplätze beachten. Klimaschutz kann jedoch auch eine Chance für die Wirtschaft sein“, so Weisgerber. Gerade in der Region Mainfranken würden durch die Entwicklung von Umweltinnovationen und neuen Technologien Arbeitsplätze geschaffen und die Wirtschaftskraft gesteigert. Zum Beispiel hat SKF in Schweinfurt vor wenigen Wochen das leistungsfähigste Großlager-Prüfzentrum der Welt eröffnet. Die 40-Millionen-Investition soll helfen, künftige Großlager viel präziser und effizienter auf ihre späteren Aufgaben zuzuschneiden. Der Prüfstand wurde durch das Umweltinnovationsprogramm des Bundes mit rund 1,6 Mio. Euro gefördert. Diese Investition sichert Arbeitsplätze vor Ort. Auch in anderen Bereichen, wie bei der Entwicklung von Antriebstechnologien für Elektrofahrzeuge, werden Arbeitsplätze geschaffen.

Die Chancen der Energiewende hat auch Bernhard Beck genutzt. Er gründete vor mehr als 15 Jahren in Kolitzheim im Landkreis Schweinfurt das Unternehmen Belectric, das Freiflächen-Solarkraftwerke entwickelt, errichtet sowie betreibt und auf dem Gebiet der Batteriespeicher tätig ist. Dass der Global-Player Belectric seinen Sitz in Kolitzheim hat, freut auch den örtlichen Bürgermeister Horst Herbert. „Seit der Gründung hat Belectric über 280 Freiflächen-Solarkraftwerke und Dachanlagen mit einer Gesamtleistung von 1500 Megawatt weltweit realisiert“, zeigt sich Bernhard Beck bei einer Führung über das Betriebsgelände sichtlich stolz. Für den Info-Tag der CSU stellte Belectric das Betriebsgelände zur Verfügung.

Einen „realistischen Blick“ auf die Energiewende warf der Bundestagsabgeordnete Dr. Andreas Lenz. Der Oberbayer ist Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie des Deutschen Bundestages und hat dort in dieser Legislaturperiode die Reformen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) mitverhandelt: „Die gesetzliche Neuregelung des EEG als Kernstück der Energiewende ist für einen Industrie- und Wirtschaftsstandort wie Deutschland von zentraler Bedeutung. Mein Anliegen ist es, die Balance zwischen notwendigem Wirtschaftswachstum und sozialer sowie ökologischer Verantwortung für die Menschen und die Umwelt herzustellen.“

Besonders freut sich der Energieexperte, dass die Biomasse ein wichtiger Bestandteil am Energiemix bleibt. Alleine in Bayern sind derzeit fast 2700 Biomasseanlagen am Netz. „Die Bioenergie ist steuerbar, flexibel, kann Schwankungen ausgleichen und trägt somit zur Versorgungssicherheit bei. Zudem ist sie eine dezentrale Wertschöpfungsquelle im ländlichen Raum und und hilft, CO2 zu sparen“, betonte Lenz.

Der ehemalige SPD-Wirtschaftsminister Gabriel wollte ursprünglich die Biomasse „abwürgen“ und sie nicht in die Ausschreibungen einbeziehen. Bei den Verhandlungen zur Reform des EEG habe die CSU erreicht, dass Biogasanlagen weiterhin berücksichtigt und gefördert werden. Andreas Lenz: „Es wurde im Gesetz verankert, dass Bestandsanlagen an Ausschreibungen teilnehmen und so eine Anschlussförderung nach Auslaufen der 20-jährigen Förderung im Rahmen des EEG erhalten können. Mit einem Ausschreibungsvolumen von 1050 Megawatt in den kommenden sechs Jahren haben wir durchgesetzt, dass die Biomasse auch in Zukunft eine wirtschaftliche Perspektive haben wird.“

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion, die von Tibor Brumme (CSU-Listenkandidat für die Bundestagswahl) moderiert wurde, beteiligten sich Unternehmen aus der Region Mainfranken, die führend im Bereich des Klimaschutzes und der Erneuerbaren Energien sind. Ein „Vorzeigeunternehmen“ ist die Unterfränkische Überlandzentrale (ÜZ) aus Lülsfeld. Die Genossenschaft entwickelt sich derzeit vom regionalen Stromversorger zu einem Energiedienstleister mit umfassenden Leistungsangeboten. „Bei der Einspeisung von EEG-Strom aus der Region übertrifft die ÜZ die Ziele der Bundesregierung für 2050 bereits heute deutlich“, so Vorstand Gerd Bock.

Michael Bischof von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft sieht Mainfranken als „Hotspot“ für Elektromobilität und Klimaschutz. „In Karlstadt steht die größte Batteriefabrik Europas, Bad Neustadt ist Modellstadt für Elektromobilität“, zeigt sich Bischof stolz. Angesicht von unterfrankenweit 20.000 Mitarbeitern alleine im Bereich der Automobilzulieferer wird der Ausbau der Elektromobilität viel Bewegung mit sich bringen. „Klar ist, dass sich hier ein erhebliches Potential für den Erhalt und die Schaffung neuer Arbeitsplätze ergibt. Aber die Umstellung wird nicht von heute auf morgen gehen“, so Bischof.

Die ZF AG bündelt seit Januar 2016 ihre Aktivitäten in der Elektromobilität am Standort Schweinfurt. Seit 27 Jahren entwickelt und baut ZF elektromobile Komponenten, die zum Beispiel in Fahrzeugen mit Hybrid-Antrieb verwendet werden. Derzeit errichtet das Unternehmen in seinem Werk-Süd in Schweinfurt ein neues Gebäude für seine Sparte E-Mobility. „Der gesamte Bau inklusive Ausstattung im Gesamtwert von rund 30 Millionen Euro soll Ende 2018 bezugsfertig sein“, erklärte ZF-Standortleiter Hans-Jürgen Schneider.

Ein Pionier im Bereich Elektromobilität ist chargeIT mobility. Das Unternehmen, das seinen Sitz im Innopark Kitzingen hat, entwickelt seit der „Stunde null“ der jungen Elektromobilität Ladelösungen für E-Autos, E-Busse und E-Bikes. Dabei verfolgt chargeIT das Ziel, Laden und Mobilität mit Hilfe intelligenter IT-Lösungen alltagsnah und nutzerfreundlich zu verbinden, so Vertriebsleiter Yusuf Akdeniz.

Im Bereich der energetischen Gebäudesanierung ist die Knauf-Gruppe aus Iphofen tätig. Knauf zählt mit weltweit 26.000 Mitarbeitern zu den führenden Herstellern moderner Dämmstoffe und Wärmedämm-Verbundsysteme. „Fast 40 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland gehen auf das Konto des Gebäudesektors. Hier liegen deshalb auch große Einsparpotenziale“, erklärt Gerhard Wellert von Knauf. Auch Dr. Anja Weisgerber ist es ein großes Anliegen, zusätzliche Anreize in diesem Bereich zu schaffen: „Deshalb freue ich mich sehr, dass die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung in das Regierungsprogramm von CDU und CSU aufgenommen wurde.“

Mitorganisatoren der Info-Veranstaltung waren der Arbeitskreis Umwelt und Landesentwicklung Unterfranken mit ihrer Vorsitzenden Roswitha Peters sowie die Mittelstands-Union Unterfranken mit Jutta Leitherer an der Spitze. Leitherer zog zum Schluss eine positive Bilanz: „Erneuerbaren Energien, Klimawandel, Gebäudesanierung und nachhaltige Mobilität: Die Energiewende bringt erhebliche Investitionen mit sich, die Wertschöpfung und Arbeitsplätze bedeuten. Die deutsche Wirtschaft wird davon profitieren.“



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