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Demokratie braucht Bildung: MdL Petersen informiert über Erwachsenenbildung – „Bayern ist leider Schlusslicht bei Förderung in Deutschland“


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SCHWEINFURT / BAYERN – Lebenslanges Lernen wird immer wichtiger. Im Freistaat Bayern findet sich die Erwachsenenbildung sogar in der Landesverfassung wieder. Laut dem Gesetz zur Förderung der Erwachsenenbildung (EbFöG) verfolgt sie das Ziel, „zur Selbstverantwortung und Selbstbestimmung des Menschen beizutragen“.

Die nötige Wertschätzung erfährt sie in der Realität aber nicht. Das machten die SPD-Landtagsabgeordnete Kathi Petersen (Schweinfurt), Alexander Kolbow (Geschäftsführer des KAB-Bildungswerks in der Diözese Würzburg) und Klaus Schemmerling (Vorsitzender des Bezirks Unterfranken im Bayerischen Volkshochschulverband und Leiter VHS Rhön und Grabfeld gGmbH) bei einer Veranstaltung in Schweinfurt deutlich.


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„Erwachsenenbildung gehört zum Bereich der Daseinsvorsorge, für die der Staat die notwendigen Ressourcen bereitstellen muss“, so Petersen. Leider stelle er viel zu wenig Geld zur Verfügung. Im Doppelhaushalt 2017/18 seien für Bildung insgesamt über 24 Mrd. € vorgesehen. „Davon gehen pro Jahr gerade einmal rund 26 Mio. € in die Erwachsenenbildung“. Ohne entsprechende Förderung könnten langfristig keine Dozenten bezahlt und keine guten Programme angeboten werden.

Vielfältige und interessante Angebote macht das Bildungswerk der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB). An den rund 200 Veranstaltungen – von 1,5h dauernden Abendveranstaltungen bis zu Wochenendseminaren ist alles dabei – nehmen pro Jahr ca. 5.000 Menschen teil. „Für uns als KAB ist Bildung für alle ausschlaggebend“, teilt Alexander Kolbow mit.


Man versuche, auf allen Ebenen aktiv zu sein. So gebe es z.B. auch Seminare für Betriebs- und Personalräte. Die einzelnen Mitgliedsverbände würden das Bildungsangebot vor Ort nach Bedarf ergänzen. „Durch diese Bürgernähe wissen wir, was gebraucht wird“, so Kolbow. „Wir als Träger arbeiten nur mit geschulten Referenten und sind prozessorientiert“.

Probleme sehe er jedoch auch: Der Verwaltungsaufwand sei hoch, die staatliche Förderung gering. Er hoffe zudem, dass bei der Neufassung des Erwachsenenbildungsgesetzes nicht nur die Volkshochschulen berücksichtigt würden. „Offene und breite Erwachsenenbildung stärkt ganz Bayern“.

Dies sieht Klaus Schemmerling ähnlich. Auch er hofft, dass nicht noch mehr Träger der Erwachsenenbildung aus der staatlichen Förderung herausfallen (von bisher sieben auf momentan nur noch vier). „Vier Träger können weniger bewirken als sieben“, ist Schemmerling überzeugt. Die Pluralität dürfe nicht verloren gehen. Erwachsenenbildung sei sowohl staatliche, als auch kommunale Aufgabe.

Leider könne eine Kommune die Erwachsenenbildung nur im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten fördern, wodurch Bürger in finanzschwächeren Kommunen benachteiligt seien. Erwachsenenbildung wolle dazu beitragen, gleiche Lebensverhältnisse in Stadt und Land zu fördern. Manchen Kommunen sei allerdings die Erwachsenenbildung auch nicht so wichtig. Probleme mit der staatlichen Förderung kenne er. Die VHS Rhön und Grabfeld sei eine GmbH – die erste im ländlichen Raum Bayerns. Der Umsatz 2016 habe bei 730.000 € gelegen, der Anteil an staatlicher Förderung durch das Erwachsenenbildungs-förderungsgesetz habe gerade einmal 3,5% betragen. „Von der Förderung her ist Erwachsenenbildung so angelegt, dass sie klein bleiben muss“.

Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber habe sie, als sogenannte „Bagatell-Förderung“, sogar ganz abschaffen wollen. „Die Erwachsenenbildung ist eine personalintensive Arbeit und benötigt deshalb eine verstärkte Förderung durch das Land, wenn das vorhandene Leistungsniveau erhalten werden soll“.

Auch die VHS Rhön und Grabfeld sei kreativ und prozessorientiert. Dennoch müsse er das Ganze kaufmännisch sehen. Kurse zur politischen Bildung funktionierten nach althergebrachten Methoden nicht mehr. Hier brauche es neue Ansätze. Beispielhaft nannte Schemmerling den „talentCAMPus“, bei dem junge Menschen die Möglichkeit haben, ihre eigenen Kompetenzen zu entdecken und Teamwork (als soziale Kompetenz) kombiniert mit kulturellen Angeboten zu erlernen. Auf diese Weise werde durch Diskussionen und den Austausch von Argumenten auch Demokratie gelernt. „Demokratie lässt sich nur durch Bildungsarbeit sichern“, so Schemmerling.



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