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Kommt das Gründungszentrum „Innovationsstadt Schweinfurt“ auf dem Gelände der ehemaligen Ledward-Kasernen?


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SCHWEINFURT – Wenn nahezu alle Fraktionen im Stadtrat Schweinfurt gemeinsam etwas einbringen, geht es entweder um eine Resolution, die meist symbolischen Charakter hat, oder um ein zentrales Anliegen, das für die Stadt von übergeordneter Bedeutung ist. So ist es in diesem Fall.

Die Automobilindustrie befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel und damit auch die in Schweinfurt ansässige Zulieferindustrie. Aber die Ursachen für den Transformationsprozess sind noch tiefgreifender und die Auswirkungen auch auf Branchen gerichtet, die nicht in erster Linie dem genannten Segment angehören.


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Auch andere Regionen stehen vor vergleichbaren Herausforderungen – häufig allerdings wird dort bereits von Seiten der Kommune reagiert und Maßnahmen ergriffen, um gegenzusteuern. Häufig bilden sich dabei Bündnisse aus Kommune, Kammern, Arbeitnehmehrvertretungen und auch dem Freistaat Bayern.


In Schweinfurt ist in diese Richtung nach Meinung der Unterzeichnenden bisher wenig geschehen, zumindest nicht wahrnehmbar. Die unterzeichnenden Fraktionen und Gruppierungen sehen hier daher Handlungsbedarf und möchten mit diesem gemeinsamen Antrag einen Impuls geben, als Stadt Schweinfurt aktiv zu werden und das in ihrer Verantwortung Mögliche für den Erhalt von Arbeitsplätzen beizutragen.

Die Initiatoren Adi Schön (Freie Wähler) und Ralf Hofmann (SPD) sind bewusst auf alle Fraktionen, außer der AfD, zugegangen, damit deutlich wird, dass es hier nicht um parteitaktische Profilierung geht und die Diskussion zu diesem Antrag nicht an Parteigrenzen entlang geführt wird.

Es geht um eine für die Zukunft der Stadt Schweinfurt zentrale Entscheidung. „Wir hoffen sehr, dass die Befassung im Stadtrat zeitnah erfolgen und dabei eine breite Mehrheit dieses Anliegen unterstützen wird“, sagen Hofmann und Schön. Außerdem haben das Anliegen unterschrieben: Holger Laschka (Bündnis/Die Grüne), Frank Firsching (Die Linke), Christiane Michal-Zaiser (Pro Schweinfurt), Ulrike Schneider (Zukunft/ÖDP) und Georg Wiederer (FDP). Nicht dabei ist die Fraktion der CSU.

Und hier der fraktionsübergreifender Prüfantrag zum  Konzept „Innovationsstadt Schweinfurt“ auf dem Gelände der ehemaligen Ledward-Kasernen

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

das Ende des Verbrennungsmotors ändert Schweinfurt in besonderer Weise. Der sogenannte Transformationsprozess in weiten Teilen der Wirtschaft ist bereits in vollem Gange. Das Gesicht der Industrielandschaft in Schweinfurt kann dadurch bereits in wenigen Jahren ein gänzlich anderes sein.

Bereits jetzt sind die Auswirkungen deutlich zu erkennen. In Werkshallen, in denen vor zehn Jahren 100 Menschen pro Schicht gearbeitet haben, sind es heute noch 25. Und diese Entwicklung wird durch die fortschreitende Automatisierung weitergehen.

Dass sich dies bisher noch nicht auf die Nettoarbeitsplatzbilanz ausgewirkt hat, liegt einerseits an einer geschickten Arbeit der hiesigen Betriebsräte, denen es mit den Standortleitungen gelungen ist, Innovation und Forschung nach Schweinfurt zu holen oder zu stärken. Außerdem sind durch das sich immer stärker ausprägende Cluster Arbeitsplätze in Zuliefer- und Industriedienstleistungsbereichen entstanden.

Eine wichtige Rolle für den Erhalt und die Neuausrichtung der Industrieregion Schweinfurt spielt auch die Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt, nicht nur mit ihrem Beitrag zur Deckung des Fachkräftebedarfs, sondern auch durch zahlreiche Ausgründungen. Diese Effekte werden künftig jedoch voraussichtlich nicht mehr ausreichen, um die Arbeitsplatzdichte aufrecht zu erhalten.

Es existieren aber eine Reihe von Handlungsansätzen, um den negative Auswirkungen des Transformationsprozess entgegenzuwirken. Die Stadt Schweinfurt kann hierbei als Handlungsbeteiligte aktiv werden.

Auch andere Regionen stehen vor vergleichbaren Herausforderungen, exemplarisch seien hier Bamberg und Augsburg genannt. In einigen anderen Städten wurden bereits Prozesse erfolgreich in Gang gesetzt, um dem Strukturwandel zu begegnen. Schweinfurt kann hieraus eigene Handlungsempfehlungen ableiten.

Vor einiger Zeit wurde den Fraktionen die Konzeption „Innovationsstadt Schweinfurt“ durch die Wirtschaftsförderung vorgestellt. Dies stellt einen Ansatz dar, der gerade durch die erweiterte Fachhochschule, zusammen mit der hier ansässigen Industrie, den Verbänden der Industrie und des Handwerks, sowie dem Landkreis mit der Entwicklung des Industrie und Gewerbegebietes Conn-Barracks, erfolgversprechend für Schweinfurt als Innovations- und Gründungsstadt sein wird. Nicht unterschätzen sollte man dabei die Synergieeffekte mit der Entwicklung der I-Factory.

Aus den vorgenannten Gründen stellen wir folgenden Antrag:

⦁ Die Verwaltung holt Stellungnahmen und Einschätzungen der oben genannten Organisationen und der Industrie über den Bedarf eines Innovations- und Gründungszentrums mit direkter Nähe zur Fachhochschule und der geplanten I-Factory in der Ledward-Kaserne ein.
⦁ Die Verwaltung klärt eventuelle Förderkulissen und Beteiligungen, sowie notwendige Maßnahmen der Stadt Schweinfurt.
⦁ Die Verwaltung legt die Ergebnisse dem Stadtrat mit einer grundsätzlichen Konzeption zur weiteren Entscheidung vor.

Nachdem für vergleichbare Maßnahmen in anderen Regionen hohe Förderungen aufgetan wurden, sollten Förderkulissen für die Konzeption „Innovationsstadt Schweinfurt“ ebenfalls genutzt werden können. In der Krise müssen die Weichen richtig gestellt werden. Die Unterzeichnenden sehen in dieser Konzeption einen überzeugenden Beitrag aus dem Strukturwandel Zukunft stattfinden zu lassen.



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