Home / Specials / Mighty Dogs / Bayernliga-Tristesse statt DEL: Was lief schief bei den Mighty Dogs in den letzten 20 Jahren?

Bayernliga-Tristesse statt DEL: Was lief schief bei den Mighty Dogs in den letzten 20 Jahren?


Kauzen Frankonia Vollbier

SCHWEINFURT – Noch nicht ganz, aber fast 20 Jahre ist es nun her, als die Mighty Dogs in der Saison 2002/2003 die Oberliga als jeweils Tabellenerster beendeten. Die Hauptrunde mit 72 Punkten nach 36 Partien, die Meisterrunde mit 35 nach 18. Über 1600 Fans besuchten damals die insgesamt 29 (!) Heimspiele, von denen einige mit über 3000 Anhängern ausverkauft waren. Vor allem die Derbys gegen Haßfurt, auch die gegen Bayreuth oder gegen die Indians aus Hannover, die mal mit einem Sonderzug anreisten.

Die beiden letzten Spiele zuhause gingen verloren – ausgerechnet in den Play-Offs, als die Schweinfurter klar favorisiert waren gegen Peiting. Im Halbfinale wäre der Icedome wieder voll gewesen, Haßfurt lockte als Gegner. Im Finale wäre gegen Weiden der Aufstieg in die 2. Bundesliga möglich gewesen….



Im Jahr danach wurden die Mighty Dogs Dritter der Meisterrunde, scheiterten wieder in Runde eins, als es ernst wurde. Diesmal an Weißwasser. Wieder kamen um die 1500 Anhänger jedes Wochenende im Schnitt – und sorgten für tolle Stimmung.


Die Saison danach… zum Vergessen. Was sicher auch an der völlig unnötigen Umbenennung in Mad Dogs lag. Und am Weggang von Erfolgscoach Jari Pasanen. Der Erfolg blieb weitestgehend aus, man verpasste die Meisterrunde, es kamen nur noch unter 1000 Zuschauer. Danach zog sich der ERV Schweinfurt in die Landesliga zurück. Um wieder ein paar Fans mehr anzulocken, Schritt für Schritt wieder nach oben zu kommen. 2012/13 schauten aber in einer an sich interessanten Oberliga unter 700 Leute im Schnitt zu, 13/14 waren es gar weniger als 600, als das Team Letzter wurde. Und wieder freiwillig nach unten ging…

Viele Fans schauen mit Wehmut auf die Anfangsjahre des Icedomes zurück, als das neue Dach einen echten Boom auslöste. Doch warum konnte man daraus nicht nachhaltig etwas machen? 2002/2003: Wenn man schaut, wo heute einige der damaligen Oberliga-Rivalen spielen, dann könnte man vor Neid fast heulen. Beispiele:

Dresdner Eislöwen, Bayreuth Tigers, Selber Wölfe und EV Ravensburg (Towerstars): Allesamt nun beheimatet in der damaligen 2. Bundesliga, heute DEL 2. Gegen Selb und gegen Bayreuth spielten die Schweinfurter vor gar nicht so langer Zeit noch. Als nun wirklich nicht unbdingt absehbar war, dass sich die Wege mal derart trennen werden.

Blue Devils Weiden, Hannover Indians, Höchstadt Alligators, EV Füssen, ECDC (früher Wölfe) Memmingen: Alle noch immer oder wieder in der Oberliga beheimatet. Vor allem im Falle der Alligators aus Mittelfranken aus einer Kleinstadt und mit einem veralteten Stadion zeigt sich, was möglich ist. Trainer in Höchstadt: Mikhail Nemirovsky, beim ERV genauso einst vom Hof gejagt wie Sergej Waßmiller, nun in Memmingen in einer mit Schweinfurt vergleichbaren Stadt bis zu 1500 Zuschauer anlockend…

Unten geht´s weiter:

In der Saison 2003/2004 waren neben Weißwasser (heute DEL 2) die Fishtown Pinguins aus Bremerhaven Gegner. Die Mighty Dogs gewannen sogar an der Nordsee… Dort spielt man seit ein paar Jahren DEL. Oberste Etage des deutschen Eishockeys also. Dort wo auch andere Vereine sind, die in Schweinfurt einst mal aufliefen:

Red Bull München: Der EHC als Vorgänger sorgte 2004 mal für unfassbare 800 Schlachtenbummler, die in mehreren Bussen und zahlreichen privaten Pkws zu einem an sich unbedeutenden Spiel der Meisterrunde in die Olympia-Eishalle fuhren. Wenn man die Bilder von damals sieht – Gänsehaut…

ERC Ingolstadt: In den 90er Jahren schlugen die damaligen Wet Dogs dieses Team mal unter freiem Himmel. Da war nicht absehrbar, dass die Donaustädter mal fester Bestandteil des Oberhauses werden könnten. Wie übrigens auch im Fußball nicht…

Straubing Tigers: Auch das war mal ein Gegner ziemlich auf Augenhöhe, der danach zum Höhenflug ansetzte. Und der nun dauerhaft solide in der obersten Liga spielt.

Bietigheim Steelers: Das wohl krasseste Beispiel für eine geniale Entwicklung. Wer die alte Eishalle kennt, mehr oder weniger eine Garage, die nach und nach ein bisschen auf Vordermann gebracht wurde, als in den 90er Jahren der Höhenflug begann, wird es für unglaublich halten, dass die Steelers es darin bereits in die 2. Bundesliga schafften. Die 2012 gebaute EgeTrans Arena mit ihren 4583 Plätzen zeigt dann aber auch, was man braucht für professionellen Eishockey-Sport: Eine moderne, ziemlich geniale Halle. Wobei man in Schweinfurt schon froh wäre, wenn man eine hätte wie in Selb oder in Weiden…

In der DEL 2 aktuell auf Höhenflug: Der ETC Crimmitschau. Die Eispiraten aus dem kleinen Städtchen in Westsachsen locken noch immer um die 2000 Fans pro Partie an. Früher was das ein Rivale auf Augenhöhe. Und gerade an diesem Beispiel, aber auch an Selb oder Bayreuth muss die Frage erlaubt sein, warum der ERV Schweinfurt es nicht mal in die DEL 2 geschafft hat. Oder wenigstens dauerhaftes Mitglied der Oberliga Süd zu werden und vor regelmäßig wenigstens 1200 Zuschauern zu spielen. Davon ist man aktuell ganz weit entfernt.

Unsere Bilder zeigen:
 
* Die Kulisse einer ausverkauften Partie gegen Bayreuth und die Feier der Fans nach dem Sieg auf dem Eis.
 
* Rund 800 Fans fuhren 2004 zu einem an sich bedeutungslosen Spiel nach München mit.


Heute mal ausgehen/bestellen? Wie wäre es mit:
Eisgeliebt
Naturfreundehaus
Ozean Grill


Nutze die kleine rote Glocke unten rechts um aktuell informiert zu werden!
Folge uns auf Facebook | Twitter | Instagram


© 2fly4 - Alle Angaben ohne Gewähr!
Fotos sind ggf. beispielhafte Symbolbilder!
Kommentare von Lesern stellen keinesfalls die Meinung der Redaktion dar!