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Sensationsmatch: Schnüdel entführen bei TürkGücü München nach 1:3-Rückstand noch alle drei Punkte und stehen vor der Meisterschaft


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MÜNCHEN / SCHWEINFURT – Natürlich war das Grünwalder Stadion nicht ganz so voll wie bei Heimpartien des TSV 1860 München. Aber trotzdem kamen heute fast 3500 Fans in die altehrwürdige Arena. Fast 1000 davon waren aus Schweinfurt mitgereist. Und sie sahen ein atemberaubendes Spitzenspiel der Fußball-Regionalliga Bayern.

Und das Beste: Nach dem aufregenden 4:3-Sieg hat der FC 05 in der Tabelle Türkgücü München überholt und kann nächsten Samstag Meisterschaft, Aufstieg in die 3. Liga und die Quali für den DFB-Pokal feiern. Einzig notwendig ist noch ein Heimsieg gegen den VfB Eichstätt vor bestimmt 10.000 Fans im Willy-Sachs-Stadion.


Winner Plus

Vom Anpfiff an nahmen die Schnüdel am Sonntagnachmittag das Heft in die Hand. Und gingen ganz schnell mit 1:0 in Führung. Marco Fritscher flankte – und Adam Jabiri stieg mit dem Kopf gefühlt zwei Meter in die Höhe. Unhaltbar für Keeper Franco Flückiger wuchtete er das Leder in die Maschen. „Zieht den Bayern die Lederhosen aus“, sangen die Schlachtenbummler aus der Kugellagerstadt. Fast ein jeder von ihnen hatte zuvor im Löwenstüberl einen Döner gegessen.


Doch TürkGücü, neuerdings ja trainiert von Karsten Wettberg, schlug eiskalt zurück. Ausgerechnet Dominik Weiß, der Ex-Schweinfurter, zog aus knapp 25 Metern mal einfach so ab. Vom Hinterteil des Schnüdel-Kapitäns Stefan Kleineheismann wurde der Ball unhaltbar für Keeper Luis Zwick abgefälscht. Doppeltes Pech für Zwick, denn bei seinem Versuch, den Ball doch noch zu erhaschen, rutschte er weg und zog sich eine Oberschenkelzerrung zu. Nach kurzer Behandlungspause war klar: Es ging für ihn nicht mehr weiter! Andi Binner musste in den Kasten. Der eigentlich Ersatztorwart Jan Reichert war ja wegen einer Erkältung vorsichtshalber zuhause geblieben.

Doch es kam noch schlimmer für den FC 05: Bevor Binner auch nur einmal den Ball berühren konnte, lag er im Netz. Patrick Hosenstadl entwischte Lukas Billik und zog eiskalt ab. 2:1! Die Grün-Weißen wirkten kurzzeitig geschockt. Als sie knapp 20 Minuten danach wieder dynamischer und sicherer wirkten, kam kurz vor der Pause der nächste Rückschlag. Nach einer Flanke konnte Benedikt Tomat unbehindert einköpfen zum 3:1. Diesmal hatte Gianluca Lo Scrudato auf dem Flügel nicht aufgepasst.

War´s das schon mit den Träumen vom Sieg und von der Meisterschaft? Nein! Auf das Tor, in das der FC 05 ziemlich genau 30 Jahre zuvor drei Mal traf beim legendären 3:3 gegen den TSV 1860 München, ging es in Halbzeit zwei. Die Schnüdel spielten auf ihre eigenen Fans zu. Und nun gab´s die zweite Sensations-Halbzeit einer unterfränkischen Mannschaft in dieser Kultarena.

In Minute 52 bediente Kevin Fery mit einem Traumpass Tim Danhof – und der überlupfte den ihm entgegen eilenden Flückinger herrlich – nur noch 3:2! Doch in den folgenden fast 30 Minuten rannte der FC 05, immer wieder angetrieben vor allem von Danhof und Fritscher, unentwegt an, blieb aber glücklos. Vor allem Mohamad Awata hatte 15 Minuten vor dem Ende mit einem Schuss an den Innenpfosten Pech. Der ein oder anderen Fan jubelte da schon verfrüht.

Dann die 80. Minute: Benedict Laverty fasste sich ein Herz, ließ erst Mario Erb aussteigen und zog ab: Der Ball schlug im Torwinkel ein, das war sowas wie ein Treffer des Monats. Vielleicht wird er ja gewählt? Die Türken wussten nun, dass sie unbedingt dieses Remis über die Zeit retten müssen. Doch die Schweinfurter kannten die Tabelle genauso: Nur ein Sieg in München würde Platz eins bedeuten und die Pole Position vor dem letzten Spieltag.

Nun warfen die Gäste alles nach vorne. In der vorletzten Minute ging sogar Andi Binner bei einem Eckball mit in den gegnerischen Strafraum – und ausgerechnet der Kultkeeper leitete per Kopf das Leder zum sträflich freistehenden Florian Pieper. Der reagierte blitzschnell – es hieß 3:4. Unfassbar. Die Freude im Gästeblock und bei den Schweinfurtern auf dem Rasen kannte keine Grenzen mehr, als Schiedsrichter Aron Schmidhuber nach kurzer Nachspielzeit abpfiff.

Auf dem Dach des Wursthäuschens der Metzgerei Pregler dirigierte Andi Binner danach die Fanmassen und wurde mal wieder als „Fußballgott“ bezeichnet. Trainer Tobias Strobl garantierte dem 35-Jährigen schon jetzt einen Einsatz auch kommenden Samstag gegen Eichstätt.

Noch ein Sieg – und der FC Schweinfurt 05 würde als Meister der Regionalliga Bayern direkt in die 3. Liga aufsteigen. Damit das Stadion unter Garantie voll wird, gab Vorstand Markus Wolf noch in München eine Sonderaktion bekannt: Der Eintritt wird frei sein für alle Besucher, die sich mindestens eine Bratwurst kaufen. Aus dem Häuschen der Metzgerei Pregler hat Andi Binner nämlich 10.000 Schweinswürstl stibitzt. So ein Sauhund!

Michael Horling für fuSWball.de

Fußball-Regionalliga Bayern:
SV TürkGücü München – 1. FC Schweinfurt 05: 3:4 (3:1)
München: Flückinger – Erb, Haas, Velagic, Zant – Tomat (83. Yilmaz), Holz (86. Sorge), Rahibic, Weiß (65. Kircicek) – Fischer, Hosenstadl.
Schweinfurt: Zwick (20. Binner) – Lo Scrudato (80. Pieper), Kleineheismann, Billick – Fritscher, Danhof, Korb, Fery (63. Awata) – Maderer, Jabiri, Laverty.
Tore: 0:1 (7.) Jabiri, 1:1 (18.) Weiß, 2:1 (24.) Hosenstadl, 3:1 (43.) Tomat, 3:2 (52.) Danhof, 3:3 (80.) Laverty, 3:4 (89.) Pieper.
Schiedsrichter: Aron Schmidhuber (Blau-Weiß Ingolstadt)
Zuschauer; 3433.
Besondere Vorkommnisse: Die Partie fand lediglich vor dem geistigen Auge des Reporters statt. Er wäre zu gerne an diesem Sonntag nach München gefahren und hätte mal wieder Fußball vor großer Kulisse gesehen.

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