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„Wir können die Tabelle lesen!“: Die Schnüel-U23 schaut nur noch auf die Relegation


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SCHWEINFURT – Mit Sieg sechs in Serie hat sich Viktoria Aschaffenburg die am Samstag kurzzeitig an den SC Eltersdorf abgegebene Tabellenführung in der Fußball-Bayernliga wieder zurückgeholt. Das 3:0 am Sonntag beim nun drei Mal in Serie unterlegenen Kellerkind 1.FC Schweinfurt 05 2, es war, wenn man ehrlich ist: Ein nie gefährdeter Erfolg.

Oder doch? Wir schreiben die 85. Minute auf dem hinteren Platz neun des Willy-Sachs-Stadions: Aus spitzem Winkel knallt Markus Thomann das Leder auf das Tor. Keeper Ricardo Döbert lenkt den Ball gerade noch zur Ecke. Nach der Hereingabe köpft Marco Janz. Philipp Beinenz klärt für seinen Schlussmann auf der Linie. Wieder Ecke, Hereingabe, nächste Flanke. Nochmals köpft Janz – und erneut steht Beinenz auf der Linie und wehrt ab.


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Heiße Szenen, beim Stand von 0:3 kurz vor dem Ende freilich trotzdem keine Aufreger. „Wir hätten zum Schluss diese Standards besser verteidigen müssen“, fand Jochen Seitz nur diesbezüglich ein paar Haare in einer Suppe, die ansonsten vorzuglich schmeckte aus Sicht der Gäste. „Wir haben´s gut gemacht“, lobte der Viktoria-Coach. Die Tore fielen zum richtigen Zeitpunkt, ein paar mehr hätten es freilich sein können, um eher schon komplette Ruhe ins Spiel zu bringen. „Doch da fehlte bei schlecht ausgespielten Kontern vereinzelt der Pass im richtigen Moment in die Tiefe!“


Clay Verkajs Pass in die Schnitzstelle auf Danielé Toch, der auf Björn Schnitzer legte und diesem das 21. Saisontor ermöglichte, verdeutlichte früh die Überlegenheit der Gäste, die vor allem im Mittelfeld absolut dominant waren. „Im Passspiel, läuferisch mit und ohne Ball – Aschaffenburg war schon gut. Wir wollten sie bremsen. Aber das haben wir nicht geschafft und gesehen, warum die oben stehen“, lobte Schweinfurts Trainer Berthold Göbel. „Gegen so eine Mannschaft darf man nicht in Rückstand geraten. Aber es macht ja auch mal Spaß, einer anderen guten Truppe zuzuschauen!“

Nach leichten Umstellungen im Mittelfeld bekam die U23 des FC 05 ein bisschen mehr Zugriff nach der Pause. Doch der Konter zum 0:2, als Schnitzer über links Christian Breunig bediente, zerstörte für die Hausherren alle Hoffnungen. Das 0:3 durch wieder einen Konter, diesmal mit schöner Kombi und volley abgeschlossen von Danielé Toch deutete sich schon früher an. Über Ansätze kam Schweinfurt nicht hinaus. Trotz bester Besetzung. Im Tor stand die letztjährige Regionalliga-Nummer eins David Paulus, hinten verteidigte zentral Marco Janz, der amtierende Kapitän der Profi-Mannschaft.

Und vorne kam Marco Fritscher (auf dem Bild am Ball) über Bemühungen nicht hinaus. Ausgerechnet der Profi aus Klein-Krotzenburg, der unter Seitz in Alzenau spielte. „Für mich ist er kein Stürmer, aber eben sehr schnell. Wir hatten ihn gut im Griff“, fand Aschaffenburgs Coach. „Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey“, sangen die mitgereisten Viktoria-Schlachtenbummler. Schon am Tag zuvor feierten in Schweinfurt die Gäste, als Pipinsried drei Regionalliga-Punkte entführte. Der Aufstiegszug der Schnüdel in die 3. Liga ist damit abgefahren. Man muss kein Prophet sein um zu erahnen, dass nächste Saison der FC 05 wohl mit der ersten Mannschaft auf Aschaffenburg treffen dürfte.

Die Viktoria hat gegen Erlangen-Bruck eine kniffelge Heimaufgabe vor sich zum Jahresausklang, verlor ja immerhin beim Ausfteiger das Hinspiel. Nun aber besteht die Hoffnung auf Sieg sieben in Serie – und dass gleichzeitig Verfolger Eltersdorf gegen die zuletzt über den Rasen fliegenden Hofer patzt und vielleicht auch der Würzburger FV im immer brisanten Stadtduell gegen die Kickers 2. Alles denkbar, alles drin…

Und die Schnüdel? Die müssen nach Aubstadt zu durchaus noch aufstiegsambitionierten Grabfeldern, die das Hinspiel durch Martin Thomanns Goldenes Tor schon mit 1:0 gewannen. Martin Thomann gegen den gegen Aschaffenburg ordentlich kickenden Markus Thomann – das dürfte diesmal fast das interessantere Familienduell werden im Vergleich zu Christoph Schmidt gegen Steffen Schmidt. Letzterer wurde vergangenen Sonntag zur Pause ausgewechselt – „weil ich etwas ändern musste. Wir hatten das Mittelfeld nicht im Griff“, so Berthold Göbel.

Seit Mitte August hat der FC 05 2 nur gegen den Würzbuger FV gewonnen. Mit 3:0 überaus deutlich. Ansonsten? Zehn Niederlagen, dann aber auch wieder ein beachtliches Remis gegen Eltersdorf. Phasenweise kann es laufen, zu oft aber eben nicht. „Wir können die Tabelle lesen. Unser Ziel muss ein Relegationsplatz sein“, weiß der neue Trainer und Nachfolger des zurückgetretenen Ulli Baumann. Als Vorletzter haben die Schweinfurter nur noch drei Punkte Vorsprung auf Schlusslicht FC Amberg. Das rettende Ufer ist mit Weiden bereits acht Zähler entfernt.

Berthold Göbel weiß auch, dass Abgänge wie Kapitän und Torjäger Schmidt und Steffen Behr jeweils nach Aubstadt oder Lukas Illig nach Großbardorf nach dem Aufstieg eben nicht so einfach aufgefangen werden konnten. „Für die Jungs, die neu aus der A-Jugend kamen, wäre es vielleicht in der Landesliga einfacher gewesen, sich im aktiven Vereich zu entwickeln“, denkt der Coach.

Dazu kommt, dass die U23 recht stiefmütterlich behandelt wird im Verein. Gegen Aschaffenburg ließ sich zwar Vereinspräsident Markus Wolf blicken. Unter den kaum 100 Zuschauern weilten aber zum Großteil Schlachtenbummler der Gäste. Am Vortag beim Heimspiel der Profis gegen Pipinsried gab´s keine Hinweise auf die Partie. Ein Bayernliga-Match gegen den Tabellenführer – in Schweinfurt ist´s keine Rede wert…

Dieser Beitrag stand bereits Anfang der Woche auf dem fränkischen Fußballportal www.anpfiff.info, wo er mit vielen weiteren Fotos veröffentlicht wurde.


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