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Christopher Schadewaldt - Foto: 2fly4

Christopher Schadewaldt will Platz acht: „Wir würden gerne einige Fans wieder zurückgewinnen!“


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SCHWEINFURT – Seit letzten Samstag ist Christopher Schadewaldt 34 Jahre alt. Ein Geschenk machte er sich selbst zwar in Form eines Tores am Tag danach in Grafing. Doch die Mighty Dogs unterlagen trotzdem beim EHC Klostersee und scheinen den Einzug in die Aufstiegsrunde zur Eishockey-Oberliga zu verpassen.

Sechs Punkte Rückstand auf Passau und den so wichtigen achten Platz, gar neun auf den Freitagsgegner aus Erding: Gegen die Gladiators und auch am Sonntag beim gerade einen Zähler schlechteren Vorrletzten aus Dorfen MÜSSEN die Schweinfurter gewinnen, wenn sie nicht ab Mitte Januar gegen den direkten Wiederabstieg in die Landesliga ankämpfen wollen.


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Als selbstständiger Bausparberater bei der Schwäbisch Hall hat Christopher Schadewaldt inzwischen beruflich Fuß gefasst. Eishockey-Profi – das war mal. Bei seinem Heimatverein lässt er nun die Karriere ausklingen. Doch das erste Vierteljahr hat er sich sicherlich eein wenig anders vorgestellt. Oder?

Christopher, als Du 2003 vom ERV Schweinfurt weg bist, da boomte Eishockey gerade mit dem ersten Jahr unter einem Dach in der Oberliga und mit manchmal mehr als 3000 Zuschauern auf den Rängen. Zuletzt gegen Passau schauten 453 Leute im Icedome bei einer enorm wichtigen Partie zu. Wie erklärt ihr Spieler euch dieses fehlende Interesse?
Christopher Schadewaldt: Naja, natürlich ist das auch durch unsere Leistungen in der letzten Zeit geschuldet. Zum anderen denke ich, hat das Eishockey mit den ganzen Rückzugsgeschichten an Interesse verloren und das hat sehr viele Fans gekostet, was man auch verstehen kann. Zumden tun sich fast alle unterklassigen Vereine schwer, das gleiche Zuschauerinteresse zu wecken wie noch vor 15 Jahren. Speziell in Schweinfurt erwarten die Fans immer den bedingungslosen Siegeswillen, den wir vielleicht bislang – die vielen Verletzten hin oder her – noch nicht genügend ausstrahlen konnten. Auch wenn wir versuchen wollten, durch gute Leistungen und gute Spiele einige dieser Fans wieder zurückzugewinnen.


Mit welchen Erwartungen kamst Du im Sommer zu Deinem Heimatverein zurück? Um gegen den Abstieg aus der Bayernliga zu spielen doch sicher nicht, oder?
Christopher Schadewaldt: Nein, das sicher nicht. Ich will mit den Dogs in den Playoffs spielen, das war und ist weiterhin mein Ziel.

Ist beim ERV – mal abgesehen von den Kulissen – noch alles so, wie Du es in Erinnerung hattest?
Christopher Schadewaldt: Naja, ich meine da hat sich schon einiges geändert, von der Chefetage über die Betreuer und die Kabine. Aber sonst denke ich kenne ich mich noch im Stadion aus. 🙂 Und von den Fans hab ich ein bisschen den Eindruck, dass es zwei verschiedene Fanclubs gibt, was an sich ja normal ist, aber die irgendwie komplett gegeneinander arbeiten, unter anderem auch bei den Ehrenrunden. Vielleicht da mal ein Wunsch, vielleicht kann man sich ja in der Mitte treffen und immer abwechselnd das HUMBA abstimmen, aber zusammen feiern/singen.

Mit wem vom Team hattest Du früher schon mal zusammen gespielt?
Christopher Schadewaldt: Also, gespielt eigentlich nur mit Andi Kleider, Simon Knaup und mit Martin Oertel im Nachwuchs.

Gab´s eigentlich noch Alternativen zur Rückkehr nach Schweinfurt? Nemo aus Bad Kissingen hat doch bestimmt auch angefragt…
Christopher Schadewaldt: Naja, ich denke, das war ja bekannt, das mich auch der Nemo angesprochen hatte. 🙂

Sieben Tore und 25 Vorlagen in 46 Partien für den EV Landshut als Abwehrmann waren ja in der vergangenen Oberliga-Saison keine so schlechte Ausbeute, als dass man da hätte aufhören müssen…?
Christopher Schadewaldt: Nein, das sicher nicht, ich hatte einige andere Angebote aus der Oberliga, unter anderem wollte auch Landshut verlängern, wo mir die Entscheidung dann auch schwer gefallen ist, abzusagen.

Warum eigentlich nach sieben Jahren in Selb und einer führende Rolle bei den Wölfen, 2017 der Wechsel zum EVL?
Christopher Schadewaldt: Ich hatte eine sehr schöne Zeit in Selb, doch es hatte sich einiges geändert, und da wollte ich einfach nochmal was gewinnen. Das hatte ich in Selb nicht mehr gesehen, wir waren so oft so nah dran und haben es leider einfach nicht geschafft aufzusteigen. Und das wollte ich letztes Jahr in Landshut, doch leider hatte es auch nicht geklappt.

Was war die schönste Zeit in Deiner Profikarriere? In anderen Städten wie München, Essen oder Hannover war sicherlich mehr los als in Selb…
Christopher Schadewaldt: Also da gab einige schöne Geschichten in meiner Zeit. Meine Zeit in Hamburg war super, das Aufstiegsjahr in Hannover war sehr schön, Meine Zeit in Selb möchte ich auch nicht missen, oder aber auch mein letztes Jahr in Landshut bleibt in Erinnerung. Oder eben auch meine U20-WM wo uns der Aufstieg gelungen ist.

Welche Erinnerungen hast Du an Deine sieben DEL-Einsätze für Hannover und Hamburg?
Christopher Schadewaldt: Super Erinnerungen. Hannover war meine erste Erfahrung, wo ich das ganze Trainingslager mitgemacht habe und eben auch mein erstes Spiel. Und Hamburg war eines meiner schönsten Erinnerungen, ich musste damals immer von Bietigheim nach Hamburg fliegen und wohnte dort eine lange Zeit im Hotel und hatte Glück, dass damals der Lockout der NHL war und ich mit Jean-Sebastian Giguere, einer der besten NHL Torhüter damals, im Hotel wohnte und mit ihm alles gemacht hatte und er sich um mich gekümmert hat.

Gab´s in der Profi-Karriere DAS beste Spiel?
Christopher Schadewaldt: Nein, ich denke, da gab es mehrere Spiele, die Momente als der Aufstieg perfekt war zum Beispiel.

Jetzt in Schweinfurt: Macht´s wieder Spaß, auch wenn´s sportlich nicht ganz so läuft?
Christopher Schadewaldt: Ja, natürlich, ich liebe es Eishockey zu spielen, das hatte ich immer gemacht und werde es auch noch machen, solange ich noch möchte.

Willst Du noch ein paar Jahre hier anhängen oder immer ab Sommer von Saison zu Saison schauen?
Christopher Schadewaldt: Also, ich mache ja meinen Schiedsrichter nebenbei, und bin sehr oft die Wochenenden komplett weg, wo ich teilweise Sonntag erst direkt zum Spiel wieder eintreffe, deswegen kann es sein, dass dies meine letzte Saison sein wird.

Augenblicklich läuft die B-WM in Deutschland mit großem Erfolg für die Hausherren. Fühlst du Dich da zurückerinnert an Dein erstes internationales Erlebnis vor rund 15 Jahren?
Christopher Schadewaldt: Ja, das war eine klasse Zeit, Super Jungs, starker Zusammenhalt, jeder hatte ein klares Ziel.

Mit wem zusammen beispielsweise oder gegen wen spieltest Du damals?
Christopher Schadewaldt: Zusammen mit Thomas Greiss oder auch Yannic Seidenberg, Alex Sulzer und vielen anderen. Da bin ich mir nicht mehr genau sicher, gegen wen ich damals gespielt hatte, aber Anze Kopitar, der Kapitän in einem NHL Team ist, war bei Slowenien dabei.

War das mit unter 20 Jahren eine Zeit, wo der junge Christopher Schadewaldt von einer ganz großen Eishockey-Karriere träumte?
Christopher Schadewaldt: Ja, natürlich, wer macht das da nicht? Wobei ich sagen muss, obwohl es nicht ganz nach oben geklappt hat, hatte ich eine super Zeit, die ich nicht tauschen möchte!

Dominik Bokk gilt nun als das große Talent. Noch ein Schweinfurter Eigengewächs, nicht weit von Deinem Heimatort Oberwerrn aufgewachsen. Was traust Du ihm zu – und kennst Du ihn?
Christopher Schadewaldt: Nein, ich kenne Ihn nicht, aber man hört und sieht sehr gute Sachen von ihm. Ich traue Ihm sehr viel zu, wenn er weiter so seinen Weg geht und sich so entwickelt, dann werden wir ihn nächstes Jahr in der NHL sehen!

Klappt das noch mit Platz acht für die Mighty Dogs?
Christopher Schadewaldt: Das ist unser Ziel!!!

Wir danken für das Gespräch und wünschen alles Gute!

Mighty Dogs – Hintere Reihe von links nach rechts: Maurice Köder, Stephen Heckenberger, Marcel Grüner, Martin Oertel, Morgan Reiner, Lucas Kleider, Maximilian Rabs
Mitte von links nach rechts: Betreuer Dirk Grimm, Marc Zajic, Patrik Rypar, Stephan Trolda, Andreas Kleider, Viktor Ledin, Kevin Faust, Betreuer Ralf Michel, Mannschaftsarzt Dr. med. Matthias Blanke, Betreuer Stefan Keidel
Vordere Reihe von links nach rechts: 1. Vorstand Sergei Chevalier, Ferdinand Dürr, Pascal Schäfer, Josef Straka, Kevin Keßler, Trainer Zdenek Vanc, Christopher Schadewaldt, Lukas Haack, 3. Vorstand Stefan Greier – Foto: 2fly4


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