28. 06. 2017
Home / Specials / FC05 / Rosenheims Widerstand gegen die „Büffel“: Nur zwölf Minuten war´s ein Grün-Weißer Donnerstag – MIT VIELEN FOTOS!

Rosenheims Widerstand gegen die „Büffel“: Nur zwölf Minuten war´s ein Grün-Weißer Donnerstag – MIT VIELEN FOTOS!



SCHWEINFURT – Ein Grün-Weißer Donnerstag war´s kurz vor Ostern gerade mal für zwölf Minuten. Doch dann stoppte der TSV 1860 Rosenheim die zuletzt gerade zuhause so erfolgsverwöhnten Schnüdel auf ihrem Weg, vielleicht demnächst das beste Rückrundenteam der Fußball-Regionalliga zu sein. „Schweinfurt hat andere Ambitionen. Wenn wir da an einem Freitagabend vor diesem Publikum unter Flutlicht so auftreten, dann ist das wirklich stark“, lobte Tobias Strobl.

Dass es ein Donnerstagabend war, kann man Rosenheims dauergrinsendem Coach schon mal verzeihen. Sein Team machte fast alles richtig und legte einen Auftritt hin, wie man ihn von den Gegnern auch nächste Saison wohl öfters sehen wird im Willy-Sachs-Stadion, wenn der FC 05 dann möglichst über die Meisterschaft in die 3. Liga sufsteigen will. „Rosenheim hat das sehr, sehr gut gemacht. Der Punkt für die Gäste geht in Ordnung“, gab Schweinfurts Trainer Gerd Klaus zu.

ANZEIGE:
DB

Der Sieg gegen erstmals verlierende Unterhachinger, der Erfolg im Sport 1-Livederby gegen Bayreuth – da war danach für die Unterfranken irgendwie ein bisschen die Luft raus. Und Rosenheim machte eben alles richtig. „Wir sind mutig aufgetreten, wollten Schweinfurt den Schneid abkaufen, den Gegner durch frühes Pressen zu unkontrollierten langen Bällen zwingen“, so Strobl. Und das klappte nahezu perfekt. Herbert Pauls abgefälschter Ball zur Ecke war die einzige halbe Chance der Hausherren vor der Pause. Als Danijel Majdancevic kurz vor dem Halbzeitpfiff mit einem Angriff über links für Gefahr sorgte, da sprach das „FC, was ist los?“ von der Tribüne Bände. Der FC 05 fand einfach kein Mittel… Dann gab´s zur Pause von den FC 05-Fans einen Scheck über 3000 Euro für die Frühförderstelle der Lebenshilfe Schweinfurt.

„Aber wir haben zu viele Standards zugelassen. Da war´s bei den sechs, sieben Büffeln der Schweinfurter nur eine Frage der Zeit, wann einer reingeht“, wusste Rosenheims Coach um die Kopfballstärke von beispielsweise Herbert Paul. Der wuchtete Christopher Kracuns Freistoßball nach rund einer Stunde ins Netz – just in einer Phase, als die Gäste leichtes Oberwasser bekamen. Rosenheim hatte danach Glück, weil vor allem Adam Jabiri, der im Trikot und mit dem Namen von Sturmkollegen Nicolas Görtler nach dessen Kreuzbandriss spielte, zweimal den Ball freistehend nicht unterbrachte. Und weil Kracuns Freistoßball sieben Minuten vor dem Ende am oberen Lattenkreuz landete.

„Wir können uns nicht beschweren, wenn Schweinfurt das 2:0 macht. Insgesamt war unsere Reaktion auf das 1:0 so aber nicht unbedingt verständlich“, freute sich Strobl über das Aufbäumen direkt nach dem Rückstand, das belohnt wurde: Über rechts tankte sich Danijel Majdancevic durch, vernaschte Lukas Billick, Christopher Kracun und letztlich auch Keeper David Paulus mit seinem trockenen Schuss. „Ein Meter Abseits“ sei es beim Pass auf den Schützen gewesen, so Gerd Klaus, „aber der Kollege hat den Linienrichter bearbeitet mit seinem ´kein Abseits´. Und der hat sich beeinflussen lassen. Respekt!“

Auch da grinste Tobias Strobl wieder und wollte das nicht groß kommentieren. Wohl aber die Vorhaben des Gegners, nächstes Jahr den Profifußball anzustreben. „Diese Mannschaft hat jetzt schon viel Qualität und das VIP-Zelt ist bereits Zweitliga-reif!“ Und sein eigenes Team, das auch die letzten fünf Minuten in Unterzahl überstand? Bleibt das bei jetzt sieben Zählern Vorsprung auf die Relegationsplätze nun sicher in der Regionalliga? „Fragen Sie mich am Montag nach dem Spiel gegen Nürnberg. Wir kratzen jedenfalls jeden Punkt“, so Rosenheims Trainer.

Und der FC 05? Jetzt versuchen wir halt in Garching zu gewinnen. Einen Osterausflug machen wir jedenfalls nicht“, lautet die Marschroute für Gerd Klaus und den Montag. Beim Zehnten, der am Donnerstag in Schalding-Heining böse abgewatscht wurde, treten die Schnüdel an. Alle bisherigen drei Vergleiche mit den Nord-Münchnern verloren die Schweinfurter bisher. Garching kündigte an, sich womöglich aus finanziellen Gründen aus der Regionalliga zurückziehen zu wollen. „Die machen das nur, um ihre Sponsoren aufzurütteln“, glaubt Schweinfurts Coach.

Fehlen wird ziehmlich sicher Marco Haller, der einen Schlag auf die Nieren bekam. Kevin Fery, der mit seiner Einwechslung mehr Ordnung brachte, dürfte von Beginn an auflaufen. Pedro Güthermann ist wie schon angedeutet bereits komplett weg vom Kader. „Er hat die Einstellung vermissen lassen“, tadelt Gerd Klaus, der den Offensivmann nach der Vorbereitung erst lobte, dann aber in der zweiten mannschaft spielpraxis sammeln ließ, wo er aber nach kurzer Zeit schon ausgewechselt wurde. Seitdem ist er kein Thema mehr.

Ein Thema sehr wohl: Memmingen und das Pokalspiel Ende April, wovor allerdings noch die Aufgaben erst in Garching und kommenden Samstag dann in Nürnberg zu bewältigen sind. „Klar legen wir den Fokus auf den Pokal“, sagt Klaus, „aber die zwei Spiele zuvor sind auch wichtig. Wenn wir da jeweils nicht gewinnen, dann klappt das auch in Memmingen nicht. Wir brauchen dafür eine gute Vorbereitung und ein gutes Gefühl!“

Motiviert sind die Schnüdel jedenfalls allemal. Das zeigte sich vor den Augen von Deutschland U17-Nationaltreiner Christian Wück, der in der Jugend ja mal für den FC 05 spielte. Gerade nach der Ampelkarte für den Rosenheimer Matthias Heiß wollte der FC 05 unbedingt noch siegen. Völlig sauer reagierten einige Akteure nach dem Abpfiff, weil das nicht klappte. „Diese Reaktion hat mir gefallen. Die Mannschaft wollte unbedingt drei Punkte und war zurecht enttäuscht“, schloss Trainer Gerd Klaus den Tag vor Ostern.

Fußball-Regionalliga Bayern: 1. FC Schweinfurt 05 – TSV 1860 Rosenheim: 1:1 (0:0)
Schweinfurt: Paulus – Janz (84. Löschner), Billick, Bauer, Paul – Kracun, Haller (55. Golla) – Müller (46. Fery), Jelisic, Krautschneider – Jabiri; Trainer: Klaus.
Rosenheim: Süßmaier – Heiß, Räuber, Lenz – Denz, Shabani (67. Hauswirth) – Köhler, Tomic (89. Wallner), Mayerl – Marinkovic (84. Zottl), Majdancevic; Trainer: Strobl.
Schiedsrichter: Angelika Söder (Ochenbruck).
Tore: 1:0 (62.) Paul, 1:1 (74.) Majdanovic.
Gelbe Karten: Bauer, Jabiri, Krautschneider – Tomic, Heiß.
Gelb-Rot: Heiß (Rosenheim, 87., wiederholtes Foulspiel).
Zuschauer: 1043.



Sag uns Deine Meinung zu diesem Artikel!





© 2fly4 - Alle Angaben ohne Gewähr!
Endzeiten der Events sind Schätzungen!
Fotos ggf. beispielhaft!
Kommentare von Lesern stellen keinesfalls die Meinung der Redaktion dar!

#schlauwieharry #Schweinfurt #News #Nachrichten #Veranstaltungen #Events

Lesen Sie auch

Erster Fachkräftetag Mainfranken: Gemeinsam gegen den Fachkräftemangel

MAINFRANKEN - „Mitarbeiter finden und binden – mit Vielfalt zum Erfolg“, unter diesem Motto stand der erste Fachkräftetag Mainfranken. Rund 120 Personalmanager aus der Region folgten der Einladung der Allianzpartner, um mehr über Maßnahmen zur Fachkräftesicherung zu erfahren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.