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Die Köhler-Zwillinge vor dem Derby: „Natürlich schlägt unser Herz am Samstag für Aubstadt!“


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SCHWEINFURT / AUBSTADT – Wenn am Samstag der TSV Aubstadt erstmals zu einem Punktspiel in der Regionalliga den FC Schweinfurt 05 empfängt, dann ist das für zwei Personen eine nochmals besondere Partie. Gerd und Werner Köhler feiern zwar erst eine Woche später am 09.11. ihren 59. Geburtstag. Eine Woche vorher aber trifft der Verein aus dem Ort, aus dem sie stammen, auf die Schnüdel, bei denen beide ihre beste Zeit als Spieler verbrachten.

Gerd war ein gefürchteter Torjäger, Werner absolvierte als Verteidiger 1990/91 sogar 31 Partien in der 2. Bundesliga für den FC 05. Danach schlugen sie eine Trainerkarriere ein, diesbezüglich wurde es aber um die beiden Zwillinge etwas still. Derzeit sieht man sie bei den Heimpartien des TSV Aubstadt – und wer nicht genau hinschaut, verwechselt beide nach wie vor…


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anpfiff.info bat Gerd Köhler vor dem großen Derby zum Gespräch.

Herr Köhler, das markanteste optische Unterscheidungsmerkmal zu Ihrem Bruder ist aus Ihrer Sicht…
Gerd Köhler: Da gibt es keines…


Wie oft werden Sie beide verwechselt?
Gerd Köhler: Noch sehr oft von Leuten, die uns recht selten sehen. Freunde und Bekannte kennen uns.

Eint Sie beide der Stolz auf eine schöne Fußballzeit in Schweinfurt und die aktuelle Begeisterung für den Höhenflug ihres Heimatvereins TSV Aubstadt?
Gerd Köhler: Absolut. 3. Liga zu spielen – Werner sogar ein Jahr 2. Liga, auch wenn die Saison sportlich nicht so erfolgreich war – war ein sportliches Highlight. Die gegnerischen Stadien und Mannschaften, das war schon klasse. Und die Truppe war größtenteils aus der Region, das hat top gepasst. Außerdem der Trainertyp Werner Lorant, das war schon sehr speziell und für den FC 05 zur damaligen Zeit ein Glücksfall.
Aber was hier in Aubstadt momentan abgeht, ist überragend. Wie der Trainer die Spieler der Meistermannschaft nochmal besser gemacht hat und die neuen Spieler top eingeschlagen haben, echt klasse. Und es zeigt sich, dass wir eine gewachsene Truppe haben, wo einer für den anderen durchs Feuer geht. Aber auch wie das ganze Dorf bei jedem Heimspiel hier mit anpackt und begeistert ist, ist schon bemerkenswert. Diese Zeit genießen alle in Aubstadt, denn es gab auch schon andere Zeiten.

Für wen schlägt Ihr Herz am Samstag – und wieso? Und wie ist das bei Werner?
Gerd Köhler: Natürlich für meinen Heimatverein TSV Aubstadt, ist doch klar; beim Werner ist das genauso. Natürlich würden wir auch dem FC 05 den Aufstieg gönnen, ist doch auch ganz klar.

Aubstadt hat nach der Vorrunde nur einen Punkt weniger als Schweinfurt. Eine echte Sensation?
Gerd Köhler: Das ist eine echte Sensation! Das hätte niemand vor der Saison vorausgesagt. Aber wie erwähnt, hier passt es momentan zu 100 Prozent. Der FC 05 hat viele neue, junge Spieler – und hier schnell Erfolg zu erwarten, ist schon sehr optimistisch. Ich habe nur das Auftaktspiel gegen Aubstadt gesehen und da haben sie mich total enttäuscht. Aber am nächsten Tag stand ein ganz anderer Spielbericht im Tagblatt samt Statements der Verantwortlichen. In dieser Liga musst Du auch beißen und viel Leidenschaft mitbringen; Schönspielerei allein reicht nicht aus. Vielleicht fehlen im FC-Kader auch die „Schweinfurter-Typen“, wie zu unserer Zeit ein Bernd Häcker oder Mambo Mauder oder so…

Ist am Samstag der vorübergehende Machtwechsel möglich?
Gerd Köhler: Einen vorübergehenden Machtwechsel kann es schon am Samstag geben, aber das wäre nur eine Momentaufnahme. Auf Dauer gesehen hat der FC 05 viel mehr Potential als wir, da der Verein sehr gut strukturiert ist. Wir sind nur ein Dorfverein mit begrenzten Möglichkeiten, aber aus denen machen wir in Aubstadt das Optimale.

Von Werner wissen wir, dass er Kassenwart ist beim TSV Aubstadt. Haben Sie auch eine Funktion im Grabfeld? Haben wir Sie nicht mal als Bratwurstverkäufer gesehen? Oder war das Werner und wir verwechseln wieder was?
Gerd Köhler: Ich haben keinen festen Job im Verein und bei den Spielen. Ich bin mehr stand by, wo jemand benötigt wird, da helfe ich mit.

Einer von Ihnen beiden wohnt noch in Aubstadt, der andere in Schweinfurt? Richtig?
Gerd Köhler: Korrekt, ich wohne seit 33 Jahren in Schweinfurt.

Gerd, von Ihnen wissen wir, dass Sie 2015 beim TV Königsberg während der Runde aufhörten. Seit vier Jahren hat Sie anpfiff.info nicht mehr als aktiven Trainer gelistet. Warum das? Oder haben wir etwas verpasst?
Gerd Köhler: Nein, ihr habt nichts verpasst. Der heutige Amateur-Fußball ist nicht mehr meine Welt. Alles hat seine Zeit, die war schön, aber den Ärger brauche ich nicht mehr. Wenn man keine Kritik als Trainer den Spielern gegenüber üben darf und dann als Tabellenführer mit fünf Punkten Vorsprung entlassen wird, dann habe ich darauf keine Lust mehr. Aber vielleicht bin ich auch nicht mehr zeitgemäß. Ich hatte aber auch Topvereine wie Seubrigshausen, Schondra und Herbstadt.

Bei Werner enden unsere Aufzeichnungen 2017, als er in Rannungen nach dem Aufstieg in die Bezirksliga aufhörte. Auch hier die Frage: Was kam danach? Oder: Warum kam nichts mehr?
Gerd Köhler: Der Werner war noch zwei Jahre U17-Trainer hier in Aubstadt und hat dann aufgehört. Wir werden nächstes Jahr 60 und da kann man auch mal jüngeren den Vortritt lassen.

Können Sie für uns bitte beide Mal aufzählen, bei welchen Vereinen Sie als Trainer tätig waren?
Gerd Köhler: In Bischofsheim, Seubrigshausen, Aubstadt, Schondra, Röthlein, Bad Kissingen, Herbstadt, Königsberg, Hofheim und nochmal Königsberg.
Der Werner war in Aubstadt, Königshofen, Herbstadt und Rannungen Trainer.

Wo sehen Sie sich in elf Jahren: Als 70-jähriger Rentner an einem Samstag bei einem Spiel der Regionalliga Süd zwischen Aubstadt und Kaiserslautern oder bei der Zweitligapartie zwischen Schweinfurt 05 und dem 1. FC Köln?
Gerd Köhler: Ich hoffe erst mal, dass wir – Werner und ich – in elf Jahren noch bei guter körperlicher und geistiger Gesundheit sind. Mehr als Regionalliga geht in Aubstadt nicht in so einem kleinen Dorf. Dafür haben wir die Strukturen einfach nicht, was die Sportstätte und so betrifft. Wenn wir die Klasse bis dahin halten könnten, wäre das top. Und wenn dann mal ein großer Traditionsverein wie 1860 München hier um Punkte spielen würde, wäre das schon klasse. Der FC 05 gehört mindestens in die 3. Liga, aber so wie die 3. Liga sich momentan darstellt, ist diese für fast alle Vereine ein Verlustgeschäft – eine Profiliga und zu wenig Fernsehgelder. Außerdem hätten sie dann in Schweinfurt ein Stadionproblem.

Wir danken für das Gespräch und wünschen alles Gute!

Auf dem Bild: Werner (links) und Gerd Köhler, deren Steckbriefe www.anpfiff,info zudem veröffentlichte und auch Gerds Dreamteam mit unter anderem den Schnüdeln Elmar Drenkard, Bernd Häcker und Mambo Mauder. Das fränkische Fußballportal veröffentlichte diese große Story bereits am Dienstagmittag…

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