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Ein Mannschaftsfoto mit lauter Abgängen nach dem Schießen von Pipinsried in die Bayernliga: Beim FC 05 fällt der Umbruch größer aus als erwartet


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SCHWEINFURT – Am 25. Juli 2017 startete der FC Pipinsried ins Abenteuer „Fußball-Regionalliga“. Mit einem Heimspiel gegen den FC Schweinfurt 05. Und in Schweinfurt hat sich der Kreis nun geschlossen. Die 1:3-Niederlage am Samstag bedeutete beim gleichzeitigen Sieg der Heimstettener den sicheren letzten Platz in der Tabelle und die Rückkehr in die Bayernliga Süd.

„Mit der Leistung heute haben wir es auch nicht verdient, drin zu bleiben“, gab Trainer Fabian Hürzeler offen und ehrlich nach seinem ersten Abstieg als Spieler oder Coach zu. Generell habe man „über die gesamte Saison hinweg nie konstant gespielt oder mal eine Serie gestartet. Es ist hart und tut jetzt weh. Aber wir müssen nun zwei, drei Nächste darüber schlafen. Der Verein hat Potenzial, Regionalliga in Pipinsried ist machbar. Wir müssen halt aus unseren Fehlern lernen“, so Hürzeler.


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Bei den Unterfranken, die nächste Saison die 3. Liga anpeilen, trafen die Oberbayern auf Hausherren, die sich nach einer durchwachsenen Saison unbedingt mit einem Erfolgserlebnis verabschieden wollten. Aber auch auf ein Team, in dem mit Alexander Eiban und David Paulus beide Keeper, vor dem Spiel jeweils als Abgang verabschiedet, nicht in den Kasten konnten. Der erst 17 Jahre alte A-Jugendliche Jan Reichert hätte zu einer Schwachstelle werden können. Alleine er wurde es nicht, auch weil die Gäste den jungen Schlussmann viel zu wenig prüften.

Früh fiel das 1:0, als Noel Knothe den Schützen Stefan Maderer davon ziehen ließ. Danach wurde der Stand aus Heimstetten bekannt und schnell klar, dass Pipinsried wohl siegen, das Match also drehen muss. An den vielen mitgereisten Fans lag es nicht. Und siehe da, als Kapitän Maximilian Zischler 20 Minuten vor dem Ende Amar Cakics Freistoßball mit dem Kopf zum 1:1 verlängerte, da sah es sogar kurz nach einer Wende aus. Aber eben nur rund zehn Minuten lang, ehe Florian Trinks in seinem Abschiedsspiel (der Ex-Bundesliga-Profi wird verletzungsbedingt wohl seine Karriere beenden) und der wohl zu Neu-Bayernligist Bamberg wechselnde Nicolas Görtler mit dem 2:1 und dem 3:1 für Tristesse beim Gegner sorgten.


Die Pipinsrieder gingen zu Boden, fanden aber schnell Fassung. „Die Enttäuschung ist natürlich sehr groß, weil wir es ja in der eigenen Hand hatten, wenn wir hier gewinnen. Zumal wir gut drauf waren und uns etwas ausgerechnet hatten“, so Kapitän Maximilian Zischler. „Wir haben´s lange offen gehalten, aber Schweinfurt war schon sehr dominant und ist sehr gut aufgetreten. Jetzt ist bei jedem von uns erstmal eine brutale Leere.“

Trost hatte Timo Wenzel für seinen Kollegen parat: „Als junger Trainer kommt Fabian wieder raus aus dem Loch. Vielleicht steigt ihr ja nächste Saison gleich direkt wieder auf. Das würde mich freuen!“ Mit dazu beitragen könnte ein Schweinfurter, bei dessen Verabschiedung sogar die Pipinsrieder Fans wild klatschten. Nach sechs tollen Jahren in der Regionalliga für den FC 05 schließt sich der aus beruflichen und privaten Gründen nach Fürstenfeldbruck ziehende Steffen Krautschneider bekanntlich dem FCP an.

„Als ich unterschrieben hatte war ja klar, dass die Möglichkeit besteht, nächste Saison in der Bayernliga zu spielen“, wusste der 27-Jährige schon im Winter, der am Samstag „gemischte Gefühle“ hatte. „Aber ich nehme die Situation so an. Die sechs Jahre in Schweinfurt waren eine Bombenzeit mit nur positiven Erinnerungen. Auch wenn das Ziel noch nicht ausgesprochen ist, so kann es mit Pipinsried ja eigentlich nur in eine Richtung gehen. Ich denke, wir werden eine schlagkräftige Mannschaft haben und wollen wieder aufsteigen. Ich freue mich auf die nächste Saison“, sagte Krautschneider zum Abschied aus Unterfranken.

47 Tore erzielte er in den sechs Jahren für Schweinfurt in der Regionalliga. Darunter am 25. Juli 2017 beim 2:0 der Schnüdel das Führungstor in Pipinsried. Und auch so schließt sich ein Kreis… Krautschneider ist nur ein Teil des ompletten Umbruchs bei den Schnüdeln: Die Spieler Nicolas Görtler, Florian Trinks, David Paulus, Matthias Strohmaier, Dominik Weiß, Philip Messingschlager, Vincent Waigand, Steffen Krautschneider, Alexander Eiban und Nikola Jelisic wurden vor der letzten Partie verabschiedet. Dazu auch überraschend Mannschaftsarzt Dr. Reiner Wirsching, Teamphysio Peter Hofmann und Benni Liebald von der Geschäftsführung, dem die Fans mehrere Banner widmeten. Von den Spielern hatte nur David Paulus Tränen in den Augen.

Mit Jan Reichert (17) stand der A-Jugend-Keeper im Kasten, weil Paulus noch nicht fit war und Alexander Eiban sich am Finger verletzt hatte. „Er hat Potenzial und sich tausend Mal bedankt, dass er spielen durfte“, sagt Trainer Timo Wenzel, der an den Charakter dre Mannschaft appellierte und froh war, dass eine Saison mit Höhen wie Tiefen, der tiefsten mit dem Pokal-Aus am grünen Tisch („das hat uns zum Teil das Genick gebrochen“) positiv zuende ging. Auch wenn ihm zu seinen bereits vorhandenen weitere graue Haare gewachsen seien.

Schon am 11. Juni startet nach nur drei Wochen Urlaub die Vorbereitung auf die neue Saison. Bis dahin werden die Schnüdel sicherlich mindestens eine Hand voll weiterer Neuzugänge bekannt geben, wenn nicht sogar mehr. Auf der Suche nach einem neuen, die Punkte festhaltenden Stammkeeper für den schweren Verlust Eiban sei man bereits sehr weit gekommen. Schon in diesen Tagen dürfte der Verein weitere Namen vermelden.

Fußball-Regionalliga Bayern: 1. FC Schweinfurt 05 – FC Pipinsried: 3:1 (1:0)
Schweinfurt: Reichert – Kleineheismann, Andermatt, Billick – Fritscher, Trinks, Fery, Lo Scrudato (74. Messingschlager) – Görtler, Pieper (74. Strohmaier), Maderer (79. Schorn); Trainer: Wenzel.
Pipinsried: Reichlmayr – Knothe, Grassow, Schuster (90. Kammergruber) – Zischler (83. Sütlü), Grahammer (62. Morou) – Berger, Rabihic, Cekic, Nsima – Schmidt; Trainer: Hürzeler.
Schiedsrichter: Christopher Schwarzmann (Schesslitz).
Tore: 1:0 (12.) Maderer, 1:1 (70.) Zischler, 2:1 (82.) Trinks, 3:1 (87.) Görtler.
Gelbe Karten: Lo Scrudato, Pieper, Görtler – Knothe, Schuster.
Zuschauer: 628.

 

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