18. 11. 2017

FC 05-Sätze mit der Fahrradkette: Die Schnüdel und ihr Ärger mit der Fanszene



SCHWEINFURT – Möchte ein Schnüdel-Fan aktuell tauschen mit einem Anhäger der Würzburger Kickers? Sicher auch nicht unbedingt! Die Rothosen, der Nachbar, machte(n) es zwar vor, wie man in die 3. Liga aufsteigt. Doch trotz Zweitligajahr zeigt die Tendenz am Dallenberg derzeit arg nach unten. Aber in Schweinfurt eine Liga tiefer ja irgendwie auch…

Es ist halt ein Problem, wenn Vorstand Markus Wolf mit den vielleicht 50 beinharten Fans bricht, die zweifelsfrei alleine für die Stimmung im Stadion verantworlich sind; wenn er sie als dumm hinstellt und davon spricht, er hebe sich niveaumäßig von ihnen ab. Der Geldgeber und zweifelsfreie Macher der Schnüdel argumentiert mit seiner Ansicht, wer die Suppe bezahlt, könne auch die Zutaten bestimmen. „Auf diese 200 Leute verzichte ich gerne, sie sollen zünftig zuhause bleiben“, riet er bei seiner heißblütigen und sicherlich zunächst nicht überdachten Rede am Samstag nach dem Spiel vor den VIP´s im Zelt nach einem frustrierenden 0:3 gegen Ingolstadt 2. Die Anwesenden klatschten dann auch, waren also einverstanden mit der Kritik des Vereinschefs am schreienden Volk.

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Auf „50“ reduzierte Wolf dann zwar schnell die Zahl derer, die anscheinend felsenfest davon überzeugt sind, mit Trainer Gerd Klaus könne es nichts werden mit dem Aufstieg des FC 05. Doch auch diese gemeinten 50 werden es sich nun sicher überlegen, ob sie gegen Garching, gegen Fürth 2 oder zu so mancher nun unbedeutenden Partie der noch viel zu langen Restsaison kommen werden. Pressesprecher Markus Schäflein mag bei den Worten des Vorstands der Bissen im Hals stecken geblieben sein. Wenn er gekonnt hätte, er wäre am liebsten mit einem Klebeband zu Wolf gespurtet und hätte ihm den Mund verbunden….

Wolf tut sich, tut dem Verein damit natürlich gar keinen Gefallen. Denn er sucht händeringend nach weiteren Sponsoren. Und wenn er diejenigen, die Rothbier trinken, die im Autohaus Löffler sich einen neuen Wagen kaufen, die bei cruise24.de oder Bengel Reisen einen Urlaub buchen sollen, bei Sport König shoppen oder im Subway speisen möchten, um nur ganz wenige, ausgewählte Beispiele zu nennen; wenn er diejenigen auffordert, künftig zuhause zu bleiben, dann ist das ein Schlag ins Gesicht auch dieser Geldgeber. Zumal ohne aktive Fansszene eine Stimmung im Stadion herrschen würde, dass man auch gleich nach Euerbach oder Schwemmelsbach fahren könnte.

Der Weg der Schweinfurter sieht also mal wieder steinig aus. Da ist einerseits das Pokal-Halbfinale auf Bayernebene im April nächsten Jahres und die gute Chance, sich wieder für die DFB-Hauptrunde zu qualifizieren. Runde zwei bringt am 24. Oktober Bundesligist Eintracht Frankfurt ins mit über 15.000 Zuschauern längst ausverkaufte Stadion. „Und kurz zuvor herrscht hier so eine Stimmung….“, ärgert sich Markus Wolf, der freilich weiter mit anheizte durch seine öffentliche Brandrede, anstatt in Ruhe erstmal alle „Trainer raus“-Rufe sacken zu lassen und sie als gegeben hinzunehmen. Im Profifußball läuft das eben so: Werden gesteckte Ziele nicht erreicht und leistet sich eine Mannschaft Schwächephasen, dann rumort es im Volk. Und an sich sollte der FC 05 froh sein, überhaupt so eine Fanszene zu haben, die ja auch für den Kultverein steht. Es sei denn, der Vorsitzende will mit lauter reichen Vätern auf der Tribüne und im VIP-Zelt und deren Fahnen schwenkenden Söhnen auf dem Schoß in die 3. Liga einziehen…

Der Tipp an die meuternden Anhänger, sie sollen künftig möglichst zuhause bleiben, könnte sich als erfüllbar erweisen. Kommenden Freitag gastiert der VfR Garching im Willy-Sachs-Stadion. Nicht gerade DER Name in der Liga. 0:2, 2:5, 1:3 und 0:2 – die bisherigen vier Duelle in der letzten drei Saisons endeten aus Sicht der Schweinfurter gegen die Oberbayern mit vernichtenden vier Niederlagen. Das nennt man dann wohl Angstgegner! Aktuell stehen die Garchinger nach einem 5:1 bei Schlusslicht Unterföhring in der Tabelle nur zwei Punkte hinter dem FC 05. Noch ein Sieg am Freitag – und sie könnten vorbei ziehen. Das aber sollten die Schnüdel tunlichst vermeiden. Denn dann könnte Markus Wolf denken, was er will: Dann wäre ein Trainerdiskussion voll im Gange und die Freude auf das große Event nur vier Tage später wäre endgültig getrübt – 15.000 Zuschauer hin oder her.

Ausgerechnet nun fallen auch noch Nikola Jelisic und Matthias Strohmaier aus, die beide gegen Ingolstadt 2 die fünfte Gelbe Karte gezeigt bekommen – von einem Schiedsrichter, der ohnehin nahezu alle Schweinfurter verwarnte und sich so den Zorn derAnhänger zuzog. Dafür aber darf Lukas Billick nach verbüßter Gelb-Rot-Sperre gegen Garching wieder mitwirken. Er ist einer, der als Hoffnungsträger gilt, wie der auch bald vor dem Comeback stehende Namenskollege Lukas Kling. Vorschläge im Fanforum lauten, möglichst zur Winterpause trotz sportlicher Flaute drei weitere Verstärkungen zu holen, damit sich die Mannschaft einspielen kann für kommende Saison, wenn vielleicht 1860 München nicht mehr als Aufstiegsanwärter in der Regionalliga stört.

Dass die Löwen beim 2:3 bei Augsburg 2 Federn ließen, der FC 05 mit Siegen in Seligenporten und gegen Ingolstadt 2 nun am Freitag mit einem weiteren Dreier bis auf wieder fünf Punkte heran würde rücken können oder hätte rücken können, fällt nun aber leider unter die Rubrik „Sätze mit der Fahrradkette“….

Mittlerweile wurde das Vorwort veröffentlicht, das man für und im Namen von Markus Wolf in der aktuellen Stadionzeitung schrieb, die am Freitag erscheint. inundumsw.de veröffentlicht es im Original-Wortlaut:

Hallo Schnüdelfans, liebe Fußballfreunde,

die Ereignisse rund um das vergangene Heimspiel gegen den FC Ingolstadt II liegen uns immer noch schwer im Magen. Was bei unserem FC 05 passiert, ist nicht immer leicht zu verstehen. Mit dem Erreichen der zweiten DFB-Pokal-Hauptrunde gegen Eintracht Frankfurt, dem Verbleib im Toto-Pokal durch den überraschenden Sieg gegen Unterhaching und der damit verbundenen Möglichkeit der erneuten DFB-Pokal-Qualifikation sowie einer Platzierung im vordersten Tabellenbereich der Regionalliga haben wir bislang die erfolgreichste Saison seit weit über zehn Jahren absolviert – und dennoch kam es im Stadioninnenhof zu Szenen, die wir so nicht akzeptieren können.

Jedem Fan und Zuschauer steht es natürlich zu, seine Meinung zu äußern. Gegen Ingolstadt, immerhin den Tabellenzweiten, haben wir nach dem ersten Gegentor keinen guten Fußball mehr gespielt und den Faden verloren. Wer oft leidenschaftlich anfeuert, darf dann auch mal leidenschaftlich unzufrieden sein. Aber der Mannschaft schon während des laufenden Spiels das Selbstvertrauen zu nehmen, dient unseren gemeinsamen Zielen nicht. Und Kritik, ob gegenüber der Mannschaft insgesamt oder gegenüber einzelnen Personen, sollte immer in einem normalen und anständigen Rahmen bleiben. Gegen unseren Trainer auf die unflätigste Weise zu pöbeln, Frauen zu beschimpfen, Kinder zum Weinen zu bringen – das sind asoziale Auswüchse, die wir in unserem Stadion nicht tolerieren.

Nur auf diese Auswüchse war meine Rede bezogen. Und nicht, wie ärgerlicherweise vereinzelt in den Medien dargestellt, auf die ganze aktive Fanszene. Sie hat uns in dieser Saison so oft schon toll angefeuert und für das größte Highlight der jüngeren Vereinsgeschichte gegen Frankfurt mit großem Aufwand eine Choreografie vorbereitet, die uns auf großer Bühne hervorragend repräsentieren wird. Es gibt von meiner Seite aus keinen Bruch mit den aktiven Fans, aber Grenzen, deren Überschreitung man nicht hinnehmen darf. Und das werden wir gemeinsam, alle vernünftigen FC-05-Anhänger, auch nicht tun!

Mit sportlichen Grüßen

Markus Wolf

Diesen Beitrag brachte das fränkische Fußballportal www.anpfiff.info bereits anfangs der Woche. Es kümmert sich rund um die Uhr um den lokalen, unterklassigen Fußball der Region in und um Schweinfurt und beleuchtet auch immer wieder die Situation der Vereine aus den A-Klassen.







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