13. 12. 2017

Verrückter Ausfall beim FC 05: „Der Platz lag total unter einer Schneedecke!“



SCHWEINFURT – Was für ein Wetter: Da schneite es ab dem Sonntagmorgen durchgehend – aber trotzdem wollte die Bayernliga-U17 des FC 05 das letzte Match gegen Bayern München 2 noch durchziehen. Die Gäste waren bereits nach Schweinfurt gereist – doch als Schiedsrichter Felix Meding aus Ochsenfurt den Platz besichtigte, da war klar: Fußball darauf? Geht nicht!

Noch am Tag zuvor spielte die U19 der Schnüdel sogar auf dem Rasen-Nebenplatz gegen Memmingen. Die U17 wäre ja auch notfalls auf den Kunstrasen ausgewichen. Doch von Rasen, egal ob Natur oder Kunst, konnte man im Willy-Sachs-Stadion kurz vor 15 Uhr nichts mehr sehen. Die freigeschaufelten Linien auf dem Feld fielen kaum auf – wie auch, wenn sie weiß sind und der Schnee daneben auch…. Die Aufstellungen waren beim BFV schon eingegeben, der Bus der Bayern (Foto: Jürgen Götz) stand lange schon auffällig vor dem Stadion. Nur der Anpfiff erfolgte eben nicht.

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anpfiff.info sprach mit FC 05-Trainer Jannik Feidel nicht nur über den Ausfall, sondern auch über die nun zu Ende gegangene Halbserie der jungen Schnüdel.

Herr Feidel, wie muss man sich das vorstellen: Glaubten Sie bis zur Absage daran, dass die Partie angepfiffen werden kann?
Jannik Feidel: Da der Schneefall erst um 11 Uhr richtig eingesetzt hat, habe ich schon noch recht lange daran geglaubt, dass das Spiel stattfinden kann. Das Spiel unserer U19 konnte Samstag schließlich auch gespielt werden. Als ich jedoch 90 Minuten vor Spielbeginn die Platzsituation sah, war mir relativ schnell klar, heute findet hier kein Spiel statt.

Die Bayern waren ja längst schon da, die Aufstellungen der Partie standen schon im Internet. Sah es wirklich bis fast 15 Uhr nach einer Durchführung aus?
Jannik Feidel: Die Aufstellung unserer Mannschaft steht immer schon am Abend vorher fest. Sie wird dann am Morgen des Spieltags nur freigestellt. Somit war das Routine, die den Ablauf am Spieltag durch den ESB deutlich erleichtert.

Haben sich die Spieler irgendwo warmgemacht?
Jannik Feidel: Nein, beide Teams haben sich noch nicht umgezogen. Ich denke, allen Anwesenden war klar, dass die Bedingungen 90 Minuten vor dem Spiel nicht für einen Anpfiff sprachen.

Waren denn angesichts des Wetters überhaupt Zuschauer anwesend?

Jannik Feidel: Zum Zeitpunkt der Absage noch nicht, nein!

Hätten Sie angesichts der Wetterprognosen nicht besser gleich abgesagt, bevor die Bayern nach Schweinfurt fuhren?
Jannik Feidel: Ich als Trainer und der Verein haben keine Befugnisse, aufgrund einer Wetterprognose das Spiel abzusagen. Sonntag war es leider eine Sondersituation, alle anderen angesetzten Spiele der Bayernligen konnten gespielt werden. Zum Abfahrtszeitpunkt der Bayern um 9.00 Uhr war unser Platz auch noch bespielbar. Jedoch hat es bis 13.00 Uhr sich so eingeschneit, dass der Platz dann komplett unter einer weißen Schneedecke lag.

Wie haben denn die Bayern reagiert?
Jannik Feidel: Naja, ich denke, das kann sich ein jeder vorstellen, wenn man dreieinhalb Stunden zum Auswärtsspiel fährt und dies dann vor Ort abgesagt wird, ist kein Team und kein Trainer der Welt glücklich mit dieser Situation. Völlig verständlich! Unsere Verantwortlichen haben sich im Nachgang aber nochmals mit dem FC Bayern München in Verbindung gesetzt und die Situation geschildert. Beide Seiten waren sehr einsichtig.

Konnten Sie länger mit ihrem Kollegen Danny Schwarz reden?
Jannik Feidel: Leider nein.

Haben Sie sich denn schon auf einen neuen Termin geeinigt?
Jannik Feidel: Nein.

Wie sieht denn nun Ihr Fazit aus nach dem ersten Dutzend Partien?
Jannik Feidel: Wir sind mit der Hinrunde und der einzig gespielten Rückrundenbegegnung gegen den FC Augsburg sehr zufrieden. Unsere eigens gesetzten Ziele für die Hinrunde wurden erreicht und somit ist das große Ziel, als Liganeuling den Klassenerhalt zu schaffen, in Sichtweite.

Haben Sie sich zuletzt fangen können nach den fünf Niederlagen in den ersten sechs Saisonspielen?
Jannik Feidel: Dass der Rundenstart hart wird, war uns allen klar. Für uns ging es darum, sich schnellstmöglich an das Spieltempo und die Härte zu gewöhnen. Man darf nicht vergessen, dass wir uns mit den besten Jungs des Jahrgangs in ganz Bayern messen.

Immerhin konnten Sie die letzten Vier der Tabelle schlagen und dem Fünftletzten ein Remis abringen. Zum Klassenerhalt könnte das reichen. Sind Sie zuversichtlich?
Jannik Feidel: Der Klassenerhalt ist das große Ziel. Die letzten Wochen haben gezeigt, dass wir auf einem guten Weg sind. In dieser sehr starken Liga werden einem kein Tor und schon gar kein Punkt geschenkt. Aber die Jungs wissen, um was es geht. Für uns gilt es nun, nach einer kurzen Verschnaufpause eine sehr konzentrierte Vorbereitung zu absolvieren, hart an uns zu arbeiten um in der Rückrunde unser Ziel zu verwirklichen. Aufgrund der Entwicklung bin ich zuversichtlich, dass dies uns gelingen wird!

Welche Partie war denn die bislang beste, welche die schlechteste?
Jannik Feidel: Ich mag nicht von einer besten oder schlechtesten Partie sprechen. Wir haben in allen Spielen bislang Phasen gehabt, in denen wir unsere Stärken gezeigt haben und guten Fußball spielten. Jedoch gab es auch in allen Spiele Abschnitte, die mir als Trainer noch nicht gefallen haben. So komisch es klingt, doch die verlorene Partie am vergangenen Wochenende in Augsburg kam meiner Vorstellung von Fußball bislang am nahestehen.

Wer ist denn aus Ihrer Mannschaft unverzichtbar? Welchen Spielern würden Sie den Sprung zu den Profis zutrauen und warum?
Jannik Feidel: Prinzipiell möchte ich hier einen großen Teil meiner Spieler nicht das Talent absprechen, es in den Kader der Profis zu schaffen. Die Jungs haben alle ihre Berechtigung in Schweinfurt zu spielen und befinden sich in einer sportlich wichtigen Phase ihrer Entwicklung. Sie müssen weiter hart an sich arbeiten um sich zu empfehlen.

Erinnern Sie sich an irgendein besonderes Tor in dieser Halbserie, egal ob für oder gegen Ihre Mannschaft?
Jannik Feidel: Die 1:0 Führung gegen Unterhaching war für mich ein ganz besonderes Tor. Das war ein Spielzug über viele Stationen, den wir seit Beginn meiner Trainertätigkeit im Sommer immer weiter verfeinert haben.

Sie sind ja mit 22 Jahren höchst jung und gar nicht viel Älter als Ihre Spieler. Wie kamen Sie denn zum Job als Trainer der U17?
Jannik Feidel: Da muss ich ein bisschen weiter ausholen. Ich habe in den letzten drei Jahren schon während meiner Zeit in Kitzingen jeweils eine Jugendmannschaft trainiert und bin seit diesem Jahr mein zweites Jahr als Trainer der Sportförderung am Deutschhaus Gymnasium in Würzburg eingesetzt. Im vergangenen Frühjahr habe ich dann den für mich zu diesem Zeitpunkt etwas überraschenden Anruf von der Vereinsführung bekommen. In den folgenden Gesprächen haben beide Seiten dann abgeklopft, ob man sich eine Zusammenarbeit vorstellen kann. Für mich war und ist dieses Jahr eine große Chance.

Wir danken für das Gespräch und wünschen alles Gute!

Diesen Beitrag stellte uns das fränkische Fußballmagazin www.anpfiff.info ausnahmsweise mal im voller Länge zur Verfügung. Das Portal berichtet nicht nur nun auch noch ausführlich über den Jugend- und Damenfußball der Region, sondern es hat sich vorgenommen, während der Winterpause nun Halbzeit-Interviews mit Verantwortlichen ALLER Vereine aus dem Kreis in und um Schweinfurt zu führen. Und: anpfiff.info wird auch alle wichtigen Ereignisse im Hallenfußball abdecken, ehe ab Februar/März 2018 der Ball im Freien wieder rollt….







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