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Spitze Zungen: 23 Bayernlose pro Monat


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Der Mitbewerber um Leser, etabliert noch aus der vordigitalen Zeit, als man lokale Nachrichten nur dann erfahren konnte, wenn man bereit war zu Druckerschwärze an den Fingern, versucht es auch bei mir zuhause privat immer wieder, mich als Kunden zu bekommen.

Nun hat er gleich zwei Werbeflyer bei mir in den Briefkasten schmeißen lassen, obwohl er doch wissen müsste, dass ich kein Geld ausgeben möchte. Er hat sich freilich etwas ausgedacht und bietet mir an, sein gar nicht mal täglich erscheinendes Produkt, dessen Name deshalb also in die Irre führt, für gerade mal 24,90 Euro gleich sechs Wochen lang lesen zu dürfen.


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Die Gratis-Beigabe hätte mich dann fast überzeugt: Ich würde zwei Bayernlose bekommen, wenn ich dieses automatisch endende Kuzzeit-Abo abschließe – pro Los mit einer Gewinnchance von 300.000 Euro. Nach alter Währung könnte ich also zum Millionär werden. Ich müsste nur mein modernes Konsumverhalten ändern und zum Schlachten von Bäumen beitragen.


Gegenüber dem Einzelkauf würde ich 60 Prozent sparen können. Ich rechne hoch, dass die wohl 24 im Monat erscheinenden Blätter also jeweils rund einen Euro kosten und demzufolge dann, wenn ich sie einzeln erwerbe, mehr als das Doppelte. Oder weniger? Egal!

Das Bild auf der Flyer-Vorderseite freilich zeigt mir die Titelseite einer Ausgabe mit der darauf zu sehenden Stadtansicht von Würzburg. Ich mag Würzburg – aber eigentlich interessiere ich mich eher für das lokale Geschehen rund um Schweinfurt und ärgere mich ohnehin jedem Montag, an dem mir mein Nachbar sein Exemplar zum Lesen in den Briefkasten steckt, dass dort auf je einer ganzen Seite über die Würzburger Fußballer und die Würzburger Basketballer berichtet wird, was mich beides gar nicht interessiert. Dass ich aber so gut wie gar nichts erfahre über die Fußballer aus Aubstadt oder die Tischtennis-Jungs aus Bad Königshofen, an denen schon eher mein Herz ein bisschen hängt.

Dann jedoch das: Der Mitbewerber versucht das Ködern auch noch auf eine zweite fiese Tour und will mich als Gartenliebhaber überzeugen, in dem er drei rosafarbene Blumen zeigt und mir verspricht, es würde mir etwas blühen können.

Konkret: Wenn ich noch bis 31. Mai ein Abo abschließe, dann bekomme ich 100 Euro in Bar. Na gut, bei 45,60 Euro im Monat an Kosten ist das Geld nach dessen zwei fast wieder aufgebraucht. Dafür erhalte ich allerdings einmal die Woche auch noch dieses rtv-TV-Magazin, um mich daran zu erinnern, dass ich einen Fernseher irgendwo herum stehen habe.

Letztlich preist mir der Mitbewerber auch noch an, dass er diese Zeitung angeblich täglich zustellen würde. Ich habe ihn gleich danach angeschrieben und gefragt, ob er mich wirklich auch sonntags bedienen kann. Bislang kam keine Antwort.

Also dann, ich lehne ab. Leider. Ein anderes mal vielleicht, okay? Bis dahin sei auch den Lesern dieser Rubrik hier gesagt: SW1.News und FuSWball.de „erscheinen“ wirklich täglich, kosten dafür aber rein nichts außer jeweils ein paar Klicks. Und die sind gratis. So ein Bayernlos kostet übrigens zwei Euro. Fast 23 davon kann sich monatlich leisten, wer keine Tageszeitung mehr hat. Das bedeutet eine Gewinnchance von 6,9 Millionen Euro. Jetzt bitte zugreifen!

Michael Horling
Kontakt


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