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Spitze Zungen: Das Ende von Depeche Mode


Pressebeck

Rüsselsheim, Stuttgart, Dortmund, Nürnberg, Wien, wieder Nürnberg, Erfurt und Berlin – der Autor dieser Zeilen hat, wenn er sich richtig erinnert, von 1986 bis 2006 acht Mal die Band Depeche Mode live gesehen. Dessen Keyboarder und Gründungsmitglied Andy Fletcher ist mit erst 60 Jahren nun gestorben.

„Die Einschläge kommen immer näher“, könnte man sagen. Dass Anfang des Jahres mit Matthias Nottelmann und Volker Hensel zwei Schweinfurter Weggefährten viel zu früh mit gerade mal 53 Jahren von uns gingen, dass kürzlich im selben Alter der Mönchstockheimer Fußballtrainer Thomas Rödel starb – alles Schockmomente. Der Schreiber dieses Textes ist 53 Jahre alt…



Volker Hensel war Musik-Liebhaber. Leider nicht überzeugbar von Depeche Mode in all den Jahrzehnten. Trotz diverser Versuche. Gerade die pure Synthiepop-Zeit der Londoner mochte er nicht. Anders als der Verfasser dieses Beitrags, der in den 80er Jahren glühend heißer Fan war, als die Massen DM längst noch nicht liebten.


Die winzige Walter Köbel-Halle in Rüsselsheim mit 3000 Fans und dem unfassbaren Konzert der Black Celebration-Tour war gleichzeitig auch das beste ever. Danach ging´s mit dem Weggefährten Ronald auch nach Stuttgart, Dortmund und Nürnberg. Rüsselsheim aber ließ sich nie mehr toppen. 2006 dann Erfurt, die Messehalle: Irgendwie schon ein Langweiler, weil die Band routiniert ihr Programm abspielte und nicht mehr überraschen konnte. Im selben Jahr ging´s nur deshalb noch nach Berlin, um auch mal Open Air live dabei zu sein und die Waldbühne zu erleben.

Danach hatte der Autor dieser Zeilen mit der aktuellen Musik von Depeche Mode abgeschlossen. Die letzten drei Alben gar nicht mehr gekauft, obwohl er früher von jedem Song auch die 23. Maxi als Mix auf Platte erwarb. Die Zeiten von „Strangelove“, „Fly on the Windscreen“, „Enjoy the Silence“ oder gar „Photographic“ war nach 2006 endgültig vorbei. Die Band langweilte nur noch.

Dennoch der Schock nun bei der Todesmeldung. Die dürfte das Ende von Depeche Mode bedeuten. Denn ob Dave Gahan und Martin Gore alleine weiter machen wollen? Natürlich würde es Sinn ergeben, nun wirklich endlich Alan Wilder zurück zu holen, mit dem die Band ihre kreativsten Zeiten erlebte. Und dessen musikalischer Einfluss ohnehin stets viel größer war als der von „Fletch“ in all den Jahrzehnten.

Die Gegenwart des guten Synthiepops heißt trotzdem seit Jahren schon wahlweise Beborn Beton, Mesh, Assemblage 23 oder Solar Fake. Wer aktuell – und damit weg von der Trauer – gute, aktuelle, elektronische Musik live erleben will, sollte am 16. Juli ins gar nicht so weit entferne Kranichfeld in Thüringen fahren. Dort treten beim Black Lower Castle Festival neben Mesh und Solar Fake auch noch A Spell Inside und Rroye auf. Alles Band, die sich an Depeche Mode orientieren. Und die mit Andy Fletcher groß wurden… R.i.P.

Michael Horling
Kontakt

Foto: by Michaela Olexova / www.depechemode.com


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