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Spitze Zungen: Der polnische Jamie McKinley


Keiler

Sich Denkmäler zu errichten, bedarf einer gewaltigen Lebensleistung. Selbige wieder selbst einzureißen – das geht mitunter viel schneller. Verehrte Personen, die irgendwann verachtet werden, gibt es gerade im Sportbereich so einige.

Beim Fußball-Kaiser ist das so eine Sache. Ob Franz Beckenbauer einst durch Spenden-Millionen die WM 2006 erkauft hat? Mutmaßlich ja, aber erstens waren die Fußball-Weltmeisterschaften vor auch schon wieder 16 Jahren traumhaft schön, zweitens ist der Franz halt der Franz. Jetzt geht er auf die 80 zu, hat sich weitestgehend aus der Öffentlichkeit zurück gezogen, ist gesundheitlich angeschlagen. Ihn sollten wir freisprechen von Schuld und wieder aufnehmen in den Kreis der zu Verehrenden.



Ebenso Boris Becker. Sein Finanzdebakel hin oder her. Durch ihn war Tennis in den 80er und 90er Jahren geil – und auch wegen Steffi Graf. Er war ein Held unserer Nation und muss es bleiben. Im Gefängnis verbüßt er seine Strafe. Schon bei Uli Hoeneß haben wir das doch einem Finanz-Akrobaten (und Maulhelden) ein klein wenig gegönnt, aber trotzdem mitgelitten.


Ganz anders verhält es sich aktuell mit Robert „ich will nach Barcelona“ Lewandowski. Fast zehn Jahre ein Fußball-Gott bei den Bayern, aber undankbar hoch zehn. Wenn er noch einmal in der Allianz-Arena aufläuft, pfeifen ihn die Fans lautstark bis über die Alpen nach Süden. Halt, falsche Richtung…

Einer wie er ist das beste Beispiel, wie man sich ein Denkmal mit Tor-Rekorden erballtert, um dann den wahren Charakter zu zeigen, dass halt doch zweistellige Millionen-Beträge im Jahr zu wenig sind, wenn ein anderer Verein noch mehr Kohle drauf legt. Irgendwann reicht sein Geld, um ganz Polen zu kaufen. Viel Spaß dann damit!

Lewandowski erinnert mich an die Geschichte mit Jamie McKinley in Schweinfurt. Ein Eishockey-Gott (der nun halt Sergej Waßmiller ist), der am Ende seiner aktiven Karriere als sportlicher Leiter beim ERV Schweinfurt alles zerstörte, was er sich zuvor auf dem Eis aufbaute. Unter anderem mit dem Installieren eines Pressesprechers namens Olaf Irrgang, der im Verein alles zu Boden nietete, was zuvor himmelhoch funktionierte.

Das ist auch schon wieder fast 20 Jahre her. Die Mighty Dogs haben sich – fantechnisch – devon nie mehr erholt. Zu den Münchner Bayern werden aber auch noch nach der Ära Lewandowski fast 80.000 Zuschauer zu jedem Heimspiel pilgern. Ein, zwei, drei Jahre wird es dauern – dann ist der Pole endgültig vergessen.

Michael Horling
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