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Foto: Matt Seymour / Unsplash

Spitze Zungen: Die ganz lange, stade Zeit


Kauzen Bier

Eine Woche eher als üblich begann sie nun, die stade Zeit, oft auch mit zwei „a“ geschrieben. Die stillen Tage am Jahresende, eigentlich so richtig erst eingeleitet mit 14 Uhr am Heiligabend, wenn normaler Weise die letzten Geschäfte schließen und danach selbst der amazon-Paketkurier keinen Bock mehr auf Arbeit hat. Zumindest für zweieinhalb meist wirklich ruhige Tage.

Nun sind sie früher als gehofft ins Land gezogen, das mit fast 1000 Todesfällen an nur einem Tag die meisten Opfer seit Ausbruch der Pandemie melden musste und mit beinahe 28.000 Neuinfektionen am Dienstag auch da einen weiteren Spitzenwert, auf den niemand stolz sein kann. Weil er beweist, dass die Maßnahmen des Lockdowns von Anfang November rein gar nichts gebracht haben. Außer vielleicht das Vermeiden von womöglich noch viel gruseligeren Zahlen.


Johanniter Schweinfurt

Hätten wir diese so heftige zweite Welle verhindern können? Mutmaßlich ja, wenn wir den Mut zu einem ganz harten Lockdown gleich dann gehabt hätten, als sich die heftigen Ansteckungen und steigenden Zahlen bei den Verstorbenen bereits andeuteten. Es gab genügend Virulogen, die darauf hinwiesen. Von Mitte Oktober an von heute auf morgen einen kompletten Stillstand im Land für womöglich mal drei Wochen, mit Reise- und Ausgangsverbot, mit vielleicht drastischen Maßnahmen, indem die Bundeswehr die Versorgung der Menschen sicher gestellt hätte mit dem Anliefern von Wasserflaschen und Konservendosen vor jede Haustüre – kurzum: Mit einem begrenzten Totalverzicht! Statt wochenlanger Herum-Eierei der Politik, um bei den nächsten Wahlen Stimmen zu sichern.


Hätten die Menschen da mitgemacht, wenn man sie wirklich mal eingesperrt und nicht mal mehr zum Einkaufen von Milch, Wurst und Brot rausgelassen hätte? Vermutlich nicht! Aber mal drei Wochen kompletter Stillstand hätte sicher etwas gebracht. Mutmaßlich nicht das Ausrotten des Virus, aber eine Verlangsamung. Eine flache Kurve in Verbindung mit nun einem Impfstoff hätte vielleicht dazu geführt, dass wir jetzt, heute, ein fast ganz normales Leben hätten leben können. Wenn alle Leute halt mal diszipliniert dazu bereit gewesen wären… Dann könnten wir jetzt halbwegs wie immer Weihnachten feiern, müsten halt trotzdem an Silvester aufpassen, danach noch zwei ruhige Wochen genießen – um ab Mitte Januar vielleicht wieder ein ganz gewöhnliches Leben führen zu können mit Gastronomie-Besuchen und womöglich sogar Sportevents mit vielen Zuschauern. Wäre das nicht herrlich?

Die Realität schaut komplett anders aus. Im Januar wird der harte Lockdown noch nicht enden, noch nicht mal zur soften Variante zurückkehren. Das dürfte uns allen klar sein. Vor Herbst 2021 können alle die, die sich impfen lassen wollen, noch nicht an der Reihe sein. Wir sollten uns im Klaren sein, dass gravierende Maßnahmen noch bis mindestens zum Frühling für eine ganz lange stade Zeit führen – und sollten zumindest jetzt Disziplin beweisen. Doch wer mag daran glauben, dass das klappt?

Michael Horling
redaktion@sw1.news



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