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Spitze Zungen: Die Tauben und die Doofen


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Ja, es geht hier „nur“ um Tauben. Um keine im Bett mit schlafenden Katzen oder um Hunde, die besten Freunde des Menschen. Oder um Pferde, dem Glück dieser Erde. Tauben bedeuten für viele Menschen Dreck – und sonst nichts.

Venedig hätte gerne weniger oder gar keine Tauben. Und auch Schweinfurt würde sich freuen, wenn so manches Federvieh nicht tagtäglich die Keßlergasse vollscheißt. Aber Tauben sind halt sowas wie Haustiere und anhänglich, zudem auf den Menschen angewiesen.


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Konkret: Auf den ein oder anderen Brotkrumen, der zu Boden fällt, denn ohne Nahrung können die Tauben nicht leben. Sie haben keinen Ofen, um sich Wagner-Pizzen heiß zu machen und sie können nicht auch so einfach mal über Felder fliegen und im Sturzflug Hasen aufreißen. By the Way: Salami-Schinken oder Kaninchenragout sind auch nicht die typischen Speisen für Tauben.


Nun ist es – oder war es – die letzten Tage so, dass bei Minusgraden, Schnee und zudem Corona die Innenstadt mit gähnender Leere (manche Leute sagen, das wäre wegen der Stadtgalerie öfter so, aber das nur am Rande…) das Futterangebot für die Tauben gegen Null geht. Die erfrieren, die verhungern.

Sie bräuchten nur einen Schlag und jemanden, der sich um sie kümmert. Also: Keine Schläge, sondern ein Gehege – und Menschen, die sich um sie sorgen. Das Angebot besteht seitens der Stadttaubenhilfe White Angels. Die würde sich für ein Zuhause einsetzen, Futter organisieren und auch bezahlen. Der Tierschutzverein Schweinfurt Stadt und Landkreis ist mit im Boot.

Doch dann das: Die Stadt Schweinfurt mit der CSU-Mehrheit im Stadtrat (plus Grünen) lehnte bisher alles ab, was zur Rettung der Tauben beitragen könnte. Dass das beschämend ist, muss man hier nicht betonen. Tierschützer würden sagen: Popo freimachen und 30 Schläge mit dem Schneeschieber auf die Backen. Passt doch zum Arschlochmittwoch. Halt nein: Aschermittwoch.

Der Gipfel dessen, was Schweinfurter mit Liebe zu Tieren an sich dazu bewegen müsste, mittelfristig die Stadt zu verlassen, sind die Bußgeldbescheide der Stadt (siehe unten) an zwei Personen, die Getreidekörner auf den Boden streuten, um die Tauben zu füttern. 158,50 Euro an Strafe sind fällig dafür, wenn man hungernden Tieren hilft.

Eigentlich müsste nun jeder, der das für einen Skandal hält, in die Innenstadt und irgendwelche Körner vertreuen. Zum Wohl der Tauben – aber in erster Linie um Menschen zu demaskieren, die sich sowas ausdenken und die das Zusammensein der Lebewesen damit beenden wollen. Ist es nicht alles furchtbar schrecklich?

Michael Horling
redaktion@sw1.news



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