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Spitze Zungen: Die ungeliebte Elster


Sparkasse

Viele Menschen kennen es bestimmt: Elster, das tolle Programm des Finanzamtes, mit dem man Steuern bezahlt. Also: Den Betrag übermittelt, den man zahlen muss und der dann abgebucht wird. In meinem Fall betrifft das die vierteljährliche Umsatzsteuervoranmeldung.

Alle paar Jahre wird etwas umgestellt und ändern sich die Modalitäten oder braucht man ein neues Programm oder muss irgendwas aktualisieren. Wahrscheinlich geht das ja nur mir so, was ich freilich nicht glauben könnte, aber mindestens einmal im Jahr verweifle ich an Elster, obwohl man letztlich ja nur außer seinen Daten die Summer des Verdienstes von drei Monaten eintragen und auf „Übermitteln“ klicken muss.


AOK - Keine Kompromisse

Seit 2020 erfolgt dieses Übermitteln nicht mehr wie gewohnt über Elster-Formular, sondern direkt über das Onlineportal Mein Elster. Da muss man sich anmelden und bekommt dann per Mail sofort eine Aktivierungs-ID und einen Link zur Zugangserneuerung.


Allerdings braucht man dazu auch einen Aktivierungs-Code, der wiederum aber mit der Post kommt. Natürlich erst ein paar Tage später. In dem Schreiben steht dann auch der Benutzername. Zum Glück, denn den hätte ich zwischenzeitlich sicher vergessen.

Jetzt muss man sich nur noch ein Passwort ausdenken und bekommt dann den Namen der eigenen und dringend notwendigen Zertifikatsdatei, die man sich herunterladen und dann immer anhängen muss, wenn man künftig pro Quartal seinen Verdienst übermittelt.

Fünf Tage nach der ID per Mail kam nun der Code per Post und ich schaufte durch, weil ich nun ja fast alles zusammen hatte und diesmal unbedingt vermeiden wollte, dass das Finanzamt eine Woche nach Beginn des nächsten Quartals meinen Steuerberater anschreibt um mich darauf hinzuweisen, dass ich meine meist vierstellige Zahl noch nicht übermittelt hatte.

Aber halt: Als ich meine Zertifikatsdatei herunterladen wollte, meldete sich der Zertifikatimportassistent und teilte mir mit, dass zur Gewährleistung der Sicherheit der private Schlüssel mit einem Kennwort geschützt wäre. Und das müsse sich jetzt eingeben. Der private Schlüssel? Ich schaute nach: Er steckte an meiner Türe von innen.

Wo zur Hölle aber steht dieses verdammte Kennwort? Hatte man es mir schon mal mitgeteilt? Vielleicht per Brieftaube vorbeigesendet? Oder nachts zugetrommelt? Ich wusste es nicht und sendete als Beschwerde eine Mail an alle Finanzamt- und Elster-Adressen, die ich irgendwo fand. Die Zahl mit meinem Verdienst schickte ich gleich mit, weil ich es ohnehin für viel einfacher halten würde, einfach das anzugeben, was ich versteuern muss. Ich bin halt noch vom alten Schlag.

Ein freundlicher Herr aus München vom ElsterOnline-Team des Bayerischen Landesamtes für Steuern antwortete mir: „Sehr geehrte Damen und Herren, nur wenn Sie versuchen die Zertifikatsdatei zu öffnen, startet Windows den Zertifikatsimportassistenten, welcher mit Elster keinen Zusammenhang hat. Nach Eingabe der Aktivierungsdaten müssen Sie die Zertifikatsdatei auf Ihrem Rechner speichern. Je nach verwendeten Browser kann es hier zu einer benötigten Speicheraktion Ihrerseits kommen. Beim anschließenden Login in Ihr Benutzerkonto müssen Sie die Zertifikatsdatei auf Ihrem Rechner nur auswählen“, teilte er mir mit.

Ich bin leider nicht so vom Fach, kann einigermaßen gut Fußballfotos schießen und Berichte schreiben, habe erst acht Semester „Finanzamtkunde“ belegt und das dreijährige Seminar „Elster verstehen“ gerade zur Hälfte geschafft. Nach achtmaligem Durchlesen des Hinweises verstand ich halbwegs, dass der Hinweis dieses Zertifikatsimportassistenten (eigentlich ein schönes Wort) für mich wenig von Bedeutung ist.

Nach drei Stunden der Suche fand ich leider keine Schoko-Eier, aber zumindest die Zertifikatsdatei, die ich nun irgendwo so speichern muss, dass ich sie auch in einem Vierteljahr wieder entdecke und mit den richtigen ID´s, Codes, Pass- und Kennwörtern in Verbindung bringe, damit mir das Finanzamt danach einen dreistelligen Betrag vom Konto abbuchen kann.

Michael Horling
redaktion@sw1.news



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