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Spitze Zungen: Die Zahl 1000 und verschiedene Sichtweisen


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Saftig Klicks sammeln lassen sich im Internet seit über einem Jahr mit dem Thema Corona. Das läuft noch immer wie warme Brötchen, gefühlt aktuell noch mehr denn je. Und jeder einzelne Beitrag spaltet die Meinungen, spaltet Deutschland, spaltet die Region in und um Schweinfurt.

Es gibt eigentlich nur noch besorgte Bürger, die aus Angst um ihre Gesundheit und die ihrer Mitmenschen jede Maßnahme mittragen zur Eindämmung der Pandemie; die sogar einen ganz harten Lockdown akzeptieren und mal vier Wochen ihre Wohnung gar nicht verlassen würden.


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Und es gibt die Aufmupfigen, die in allem bisherigen Tun der Regierung keinen Sinn sehen, die so weiter leben wollen wie früher immer; die Masken nur tragen, weil sie zwingend vorgeschrieben sind und ein Weigern Strafen nach sich ziehen würde; die alles wieder öffnen möchten und sich wohl auch nicht impfen lassen werden.

An die knapp 1000 Menschen protestierten letzten Samstag wieder auf dem Volksfestplatz. Rund 53.000 Einwohner hat die Stadt Schweinfurt, mehr als 100.000 der Landkreis. Also sind 1000 Bürger, die satt sind von Schikanen, im Vergleich vernichtend wenig.

Aber von den rund 170.000 Einwohnern in Stadt und Landkreis Schweinfurt interessieren sich ja sicherlich auch ganz viele, ein hoher Prozenzteil, für Fußball. Und trotzdem kamen Ende 2019, als Zuschauer noch erlaubt waren, kaum noch 700 zu den Partien der FC 05-Schnüdel. Sollten die demnächst aufsteigen, wären es – nach Corona – sprunghaft sicher zehn Mal so viele.

Mutmaßlich sind noch weit mehr Menschen daran interessiert, dass die Schweinfurter Innenstadt nicht ausblutet. Und trotzdem sah man schon vor der Pandemie die Geschäfte wegsterben, sogar in der immer trockenen und nie kalten oder heißen Stadtgalerie. Auch die Unterfranken finden Amazon weiterhin zunehmend attraktiv.

Soll heißen: Interesse an einer Sache ist das eine, Bequemlichkeit das andere. Etwas zu unterstützen bedeutet meistens ja: Den Arsch hochbekommen vom Sofa. Auf ins Stadion zum Anfeuern, ab in die City zum Shoppen! Meistens kommen dann Ausreden: Kopfschmerzen, Omas Geburtstag, Auto kaputt, Hamster krank. Was auch immer.

Deshalb ist eine Zahl wie 1000 in der Relation wenig aussagekräftig, auch weil viele Leute halt auch schlicht und einfach Schiss davor haben, auf so einer Veranstaltung oder Demo gesehen zu werden. Beamte, Staatsdiener oder Rentner müssen sich in Sachen Einschränkungen ja auch nur bedingt beschweren. Und so mach einer hat Angst davor, in der Zeitung oder im Fernsehen erkannt zu werden.

Zumal diverse Medien dieses Aktionsbündnis SWADS – Schweinfurt auf die Straße – in rechte Ecken stellt und gezielt der Allgemeinheit damit klar machen möchte, dass hier Corona-Leugner, Aluhutträger oder gar AfD-Nazis gegen den Staat protestieren. Als ein Teil dessen zu gelten, das schreckt ab.

Man darf gespannt sein, wie es weitergeht. Kommt der harte Lockdown? Wieviele Wochen oder gar Monate gibt es noch Einschränkungen? Trauen sich künftig mehr Leute auf die Straße? Am 8. Mai soll die Groß-Demo „Deutschland trifft sich in Unterfranken“ auf dem Volkfestplatz stattfinden. Die Veranstalter sollen 5000 Leute angemeldet haben. Das würde auch die fünffache Menge an Polizeitbeamten bedeuten. Angesichts des schon diesen Samstag gigantischen Aufmarschs ein schwer vorstellbares Szenario.

Michael Horling
redaktion@sw1.news



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