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Spitze Zungen: Es war einmal… ein sympathischer Fußballverein


Kauzen Bier

Der Autor dieser Zeilen fieberte im Mai 1997 höchst aufgeregt mit, als Schalke 04 das entscheidende Elfmeterschießen in Mailand und damit dem UEFA-Cup gewann. Danach bestellte er sich ein Jubel-T-Shirt aus Gelsenkirchen, das es heute noch gibt.

1991 fuhr er – 30 Jahre ist das nun her – ins Parkstadion und schaute trotz Niederlage der Schnüdel in einem Zweitligaspiel um Punkte begeistert zu, weil ihn das alte Parkstadion beeindruckte.


AOK - Keine Kompromisse

Nach der Jahrtausendwende erste Risse. Wenn ein Verein sich in erster Linie vom Geld eines Großschlachters und von russischem Gas ernährt, dann hat das wenig zu tun mit dem alten Märchen der Kumpels aus der Zeche, die tagsüber im Schacht arbeiteten und abends trainierten.


Fußball-Märchen gibt es aber schon lange nicht mehr – und so kam Schalke 04 schon 2018 als eine Zusammenkunft von Millionären nach Schweinfurt zum fraglos faszinierenden Pokalspiel vor großer Kulisse. Schon damals und erst recht 2020 beim erneuten Treffen in der erste Runde auf Schalke war sogar hier wie da ein bisschen was möglich für die Schnüdel. Jedenfalls konnte man keinen Drei Ligen-Unterschied erkennen.

2018 trainierte der aufstrebende Domenico Tedesco die Gelsenkirchener, führte sie zur Vizemeisterschaft und in die Champions League. Als Nachfolger von Roberto die Matteo, André Breitenreiter und Markus Weinzierl, die man im Saisonrhythmus schmiss. Wie dann auch Tedesco. Danach durfte wieder Huub Stevens ran, so wie auch diese Saison für ein paar Tage.

Und das, nachdem man den in der ersten Saison noch so gelobten David Wagner rauswarf, später nach 78 Tagen seinen Nachfolger Manuel Baum und nun aktuell den seit Ende Dezember amtierenden Christian Gross. Der musste diesen Sonntag nach dem neuerlichen 1:5-Debakel in Stuttgart gehen – zusammen mit Sportvorstand Jochen Schneider, Teamkoordinator Sascha Riether und Athletiktrainer Werner Leuthard.

Neun Punkte nach 23 Partien hat Schalke 04 in dieser Saison geholt, spielte bereits im Pokal zuhause gegen Regionalligist Schweinfurt 05 auf Augenhöhe. Deutsche Spieler, die sich mit dem Ruhrpott identifizieren, kann man im Kader an einer Hand abzählen. Nur die ebenfalls peinliche Talfahrt der Berliner Hertha am – Stand Sonntagmittag – rettenden Ufer mit gerade mal neun Punkten mehr lässt etwas verbleibende Hoffnung zu für die letzten elf Partien.

Aber mal ehrlich: Verdient hat es Schalke 04 nicht, den Klassenerhalt noch zu schaffen. Ohne sportliches Konzept schlittert der Traditionsverein von einer Blamage in die nächste. Und lässt einen Übungsleiter nach dem anderen in die Wupper – halt, stop, Gelsenkirchen liegt an der Emscher – springen. Der Fußballgott sollte so etwas mit dem Abstieg bestrafen und mit mindestens einem weiteren Werdegang, wie ihn zuletzt der Hamburger SV und schon lange der 1. FC Kaiserslautern erleben.

Michael Horling
redaktion@sw1.news



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