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Spitze Zungen: Frauenschuhe in Schlumpfhausen


Förstina

Nun ist der Verfasser dieser Zeilen zwar ein Freund blühender Gästen, aber kein ausgewiesener Fachmann der Pflanzenwelt. Und er muss, obwohl seit fast 53 Jahren überwiegend in Stadt und Landkreis Schweinfurt lebend, immer wieder feststellen, dass er so manche Ecken der Region nicht kennt.

Unlängst zeigte sich das mal wieder. Das Riedholz zwischen Grettstadt und Schwebheim mit dem Unkenbach kannte der Schreiber dieses Textes zwar von einem Besuch vor ein paar Jahren. In Erinnerung blieben Teile des Naturlehrpfades und die vielen Schnacken, die für einige Stiche und tagelang juckende Beine sorgten.





Nun kam in den letzten Tagen der Tipp, dass es dort eine Pfeifengraswiese geben würde und den üppig blühenden, eher seltenen Frauenschuh. Der Autor dieser kleinen Geschichte merkte sich das mit dem Frauenschuh aber nicht und dachte einfach, die Wiese könne man sich ja mal anschauen und die Pflanzen finden sich dann schon.


Nun gibt es da einen kleinen Wanderparkplatz gleich an der Kreisstraße. Beim Besuch letzten Freitag regnete es recht heftig beim Eintreffen. Nach fast einer halben Stunde des Wartens im Auto ging´s dann doch. Ab in den Wald auf schmale Pfade, ziemlich aufgeweicht teils von der Nässe. Nach zwei Brücken und rund 500 Metern war der kleine Teich vor der Pfeifengraswiese aber trotzdem schnell erreicht.

Diese Wiese ist sehenswert mit ihren noch schmaleren, verschlugenen Wegen. Und ja: Alles blühte ganz wunderbar in Blau, eher Lila. Der Verfasser dieser Zeilen hatte da längst vergessen, dass er eigentlich wegen des Frauenschuhs gekommen war und fotografierte die Pflanzen, die sich hinterher als sibirische Schwertlilien heraus stellten.

Zuhause angekommen und den Artikel veröffentlicht kam die Nachfrage, ob man denn auch den Frauenschuh gesehen hätte. Nein, blöde: Vergessen! Verpennt irgendwie, und ein Blick auf Google zeigte schnell, dass ein Frauenschuh halt nicht violett ist, sondern gelbe Blüten hat mit weinroten Dächern. Und ja: Schaut wirklich aus wie ein Frauenschuh!

Also in den sauren Apfel gebissen und Sonntag nochmal die 17 Kilometer hingefahren, wieder bei noch mehr nassem Boden und erneut Regen hin zur Pfeifengraswiese. Vor der muss man erst rechts abbiegen, dann ganz nach hinten laufen, am Wald links abbiegen, ehe nach rund 100 Metern ein Schild zu sehen ist.

Rechts rein geht´s in den Wald. „Zugang Frauenschuh“ hat die untere Naturschutzbehörde der Gemeinde Schwebheim auf das Schild geschrieben. Und ab dieser Stelle wurde es so richtig spannend. Schlumpfhausen war endlich entdeckt. Entlang eines weiteren kleinen Rundwegs säumten sie tatsächlich den Pfad: Zahlreiche Frauenschuhe. Was für ein Traum!

Ach ja: Noch blühen sie. Also: Nix wie hin ins Riedholz!

Michael Horling
redaktion@sw1.news


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