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Spitze Zungen: Fußballplätze irgendwo im Wald


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Groundhopper lieben es, außergewöhnliche Fußballplätze zu besuchen. Der Verfasser dieses Textes mag es, solche Sportfelder der Region anzuschauen, die verfallen sind oder auf denen zumindest nicht mehr gespielt wird. Durch Zufall kam der Autor dieses Beitrags neulich in den Genuss, in einer regionalen Tageszeitung via Google-Suche einen Beitrag zu finden, der ihn faszinierte.

infranken.de und der Bad Kissinger Ableger Saale-Zeitung berichteten über den 1. FC 1948 Feuerthal aus einem kleinen Dorf abseits von Hammelburg. Dort spielte man mal Fußball – und als Aufmacherbild des Berichts ist das zu sehen, was lokale Grounhopper lieben: Der alte Sportplatz, mitten Wald. Weit abseits des Ortes. Wie geil ist das denn? Der Fotograf hat seine Drohne hochsteigen lassen und erstklassige Arbeit geliefert.


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„Rechts die Autobahn nahe Elfershausen“ – das steht dann auch noch unter dem Bild, auf der man die A7 sieht – gleich neben dem Wald mit dem alten Fußballplatz nordöstlich des Dorfes. Weil momentan ja wenig los ist am Wochenende (genauer gesagt: nichts!) dachte sich der Schreiber dieses Kommentars: Da fahren wir doch mal hin!


Also auf nach Feuerthal, einen idyllischen Ferienort mit der Gaststätte Schultheis, die der Verfasser dieses Textes vor vielen Wochen mal anmailte mit der Frage nach Öffnungszeiten am Abend, ohne bis heute eine Antwort bekommen zu haben. Das fehlende Netz muss es sein, was das verhinderte. Ins Internet kommt man in Feuerthal angeblich nur dann, wenn Westwind weht, die Sonne scheint UND es neblig ist. Also: Eigentlich nie…

Wir erreichten den Ort von Süden und Westheim kommend und waren erst von der Schönheit des Tals beeindruckt und dann von einem Hinweisschild irritiert. Denn es ging – angeblich – wenige Meter nach der Einfahrt ins Dorf nach LINKS hoch zum Sportplatz. Und wir rechneten doch damit, erst am Ende von Feuerthal nach RECHTS abbiegen zu müssen.

Also fuhren wir mal nach links und hoch, einen Kilometer lang, ehe die Straße schotterig wurde und schwer befahrbar schien, weshalb wir umkehrten und im Dorf eine Frau nach dem Fußballplatz fragten. Die bestätigte den ausgezeichneten (durch Schilder; ob er toll ist, wussten wir da noch nicht) links oben und meinte, wir könnten auch in nördliche Richtung fahren, dann abbiegen und würden ihn so genauso finden.

Also gut: Das klappte. Weit abseits des Ortes mitten im Wald lag er also, der „Lost Place“ des 1. FC 1948 Feuerthal, neben einem Festplatz in absoluter Natur. Einer DER Grounds überhaupt in der bisherigen Lebenszeit des Autor dieses Beitrags. Sollte hier irgendwann nochmal Fußball gespielt werden – weiterhin vorhandene Tore würden es ermöglichen nach drei Monaten des Rasenmähens – wäre von da zwar sicher kein Liveticker möglich, aber eine Partie. Egal ob gegen Grün-Weiß Seeshof oder Dynamo Engenthal, sie würde den Schreiber dieses Kommentars sicher dazu bringen, eine Eintrittkarte zu kaufen. Vielleicht treten ja auch die Schnüdel dort mal an, ein Benefizspiel gegen den TSV Aubstadt zu Gunsten der Lebenshilfe Hammelburg – das wär´s doch! Legendär. Macht das doch mal!

Ach ja: Der Sportplatz laut Saale-Zeitung ist laut Facebook-Auftritt der Feuerthaler die „Schwedenschanze zwischen Feuerthal und Elfershausen“. Der Verein wies bereits beim Teilen des Beitrags auf einen Fehler hin, den wohl alle Zeitungsleser beim Erscheinen der Ausgabe bereits erkannten. Der Fotograf hat den falschen Platz abgelichtet!

Nun macht der zuständige Lokalsportredakteur bei dieser Bad Kissinger (Saale-)Zeitung seinen Job ja auch schon seit gut und gerne 30 Jahren. Von seiner warmen Dienststube aus sind es 20 Kilometer Fahrtstrecke, Luftlinie gar nur knapp über elf Kilometer nach Feuerthal. Mutmaßlich aber war dort noch nie auf dem Fußballplatz. Auch das ist einer der Gründe, warum die Medienriesen unserer Region immer mehr an Lesern verlieren: Weil ihnen der Bezug zum Lokalen fehlt, weil Bayern München ihnen – auf Fußball bezogen – viel wichtiger ist.

Das regionale Fußballportal www.anpfiff.info plant für die nächste Zeit eine große Serie über verlassene Fußballplätze in der Rhön oder über Vereine, die nur noch in der untersten B-Klasse spielen und/oder da als Spielgemeinschaften. Mit zahlreichen grandiosen Fotos von Rasen-Rechtecken mit abgebrochenen Werbebanden, halben Bäumen im Strafraum oder Funktionsgebäuden ohne irgendwelche Funktion. So werden diese Berichte demnächst sicher für großen Lesespaß sorgen.

Der anpfiff-Reporter freilich wird dann selbst jeden einzelnen dieser Plätze persönlich besucht haben. Das erfordert natürlich ein bisschen Aufwand. Aber als Sportreporter hat man ja sonst in diesen Wochen nichts zu tun. Auch wenn andere Kollegen lieber zuhause bleiben und sich von Kurzarbeit-Geldern des Staates ernähern, finanziert vom Steuerzahler.

Michael Horling
redaktion@sw1.news

Fotos:
Der alte Platz des 1. FC 1948 Feuerthal: Petra Moritz
Zeitungsauschnitt: Saale-Zeitung Bad Kissingen / infranken.de



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