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Spitze Zungen: Ich gründe 2022 einen Capital Bra-Fanclub


Eisgeliebt

Als dauerhafter Bayern 5-Hörer, das seit letzten Sommer BR 24 heißt, habe ich mich schon vor vielen Jahren dem Musik-Radio entsagt. Was auch daran liegt, dass ich das Gedudel auf Bayern 3 und seinen Gleichgesinnten einfach nicht mehr ertrage. Was waren das noch für Zeiten in den 80er und teils auch 90er Jahren, als Freitagabend die Top-10 gehört werden mussten.

In diesen Tagen wurde in einem Quiz die Frage gestellt, wer denn die meisten Nummer 1-Hits in Deutschland hatte. Zu Wahl standen unter anderem ABBA und The Beatles. Das hielt ich beides für sehr wahrscheinlich und mutmaßte, dass auch Boney M oder Modern Talking Kandidaten sein könnten. Eher weniger meine frühere Lieblingsband Depeche Mode, die es nur ganz selten an die Spitze schaffte. Erstmals 1984 mit „People are People“ in einem grandiosen Jahr, als auch Alphaville mit „Big in Japan“ und Real Life mit „Send me an Angel“ ganz oben standen.



Wie auch immer. Jedenfalls aber hatten auch The Rolling Stones, Die Ärzte, The Sweet oder Rihanna nicht die meisten Top 1-Songs in den Charts in Deutschland. Selbst wenn sie alle, wie zudem Freddy Quinn, Sarah Connor oder Caterina Valente, zu den erfolgreichsten Acts gehören.


Auf Platz 1 mit unfassbaren 22 Nummer 1-Hits in unserem Land: Capital Bra (oder auch Joker Bra), aus der Ukraine stammend: Binnen gerade mal zweieinhalb Jahren und bis Herbst 2020 reihte er einen „Hit“ an den anderen.

Nun muss ich zugeben: Ich habe nicht den blassesten Schimmer, wer oder was Capital Bra ist. Ein Rapper, nun gut. Aber ich habe bewusst sicher noch keinen seiner 22 Top-Songs gehört. Die meisten davon standen gerade mal eine Woche an der Spitze der Charts. Titel wie „Roll Glitzer Glitzer“, „Prinzessa“, „Royal Rumble“ oder „Der Bratan bleibt der gleiche“.

Nummer zwei der ewigen Rangliste und noch vor den Beatles (auf die dann Apache 207 folgt…): Samra, noch so ein Rapper aus Deutschland mit libanesischen Wurzeln. Zwölf Mal war der ganz oben, auch immer nur meist eine Woche mit Songs wie „Cataleya “ oder „Rohdiamant II“.

Man mag sie herbei sehen, die guten alten Zeiten, als es bei Musik noch um Melodien ging und darum, sich im Ohr festzuwurmen. „I Want to Hold Your Hand“ stand 1964 zwei Monate an der Spitze der Charts, „SOS“ von ABBA führten 1975 sieben Wochen die Hitlisten an, „Rivers of Babylon“ verteidigten 17 Wochen den Platz an der Sonne. Das war 1978. Freddy Quinns „Heimweh (Dort, wo die Blumen blüh’n)“ schaffte das 1956 gar für fünf Monate. Ein Jahr vorher hieß es eben so lange „Ganz Paris träumt von der Liebe“. Von ganz oben.

In der heutigen Zeit hört die Jugend eher Bonez MC, einen Hamburger, der eigentlich Johann Lorenz Moser heißt. Noch so ein Rapper mit Haltbarkeitsdatum maximal eine Woche und Songs wie “ Kokain“, „500 PS“, „In meinem Benz“, „Extasy“, „Big Body Benz“ oder „Fuckst mich nur ab“. Beim Schreiben dieses Beitrags wird mir immer mehr klar: BR 24 ist und bleibt mein einziger Radiosender.

Michael Horling
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