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Spitze Zungen: Kalle aus Aserbaidschan


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5,55 Millionen Deutsche wollten sich die zweite Halbzeit noch antun. Immerhin knapp 300.000 mehr als die erste – und anscheinend schalteten davon einige herüber von „Bares sucht rares“ im ZDF, das mit nur knapp weniger Zuschauern gerade zu Ende ging, als in Leipzig die zweiten 45 Minuten angegpfiffen wurden von einem Fußball-Länderspiel gegen Tschechien, zu dem der meist gesagte Satz lautete: „Diese Mannschaft wird in dieser Zusammensetzung nie mehr auf dem Platz stehen!“

Warum Joachim Löw aber dann genau DIESE Mannschaft knapp ein halbes Jahr vor den geplanten Europameisterschaften testete, das weiß nur der Bundestrainer. Warum es überhaupt ein Freundschaftsspiel gegen Tschechien gab, den von Corona geplagten und dezimierten Gegner dritter Klasse, wo doch gegen die Ukraine und in Spanien die nächste Tage weitere Partien der Nations League anstehen, in denen es halbwegs um etwas geht? Auch das weiß niemand. Halt, doch: Fernsehverträge, die Nationalmannschaft muss Geld einspielen für den DFB. 5,55 Millionen Zuschauer vor der Glotze rechtfertigen das.


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Was sie sahen? Eine halbwegs ordentlich auftretende Elf mit einer Ansammlung von Personalien, die zur Verwunderung anregen. Keeper Kevin Trapp wird immer nur dann spielen, wenn Manuel Neuer UND Marc André Ter Stegen verletzt sind oder geschont werden. Na gut, es fahren ja drei Torhüter zu einer EM mit. Von daher… In der Abwehr spielten Jonathan Tah, bei Bayer Leverkusen in der Bundesliga zweite Wahl, Antonio Rüdiger, zu dem schon alles geschrieben wurde die letzten Monate (er ist in Chelsea nur noch zweite Wahl, war der Fehlerteufel der letzten Partien) und Robin Koch, immerhin in Englands Oberhaus bei Aufsteiger Leeds gesetzt, der aber in acht Partien schon 17 Gegentore kassierte. Früher hätte man da gesagt: Nicht tauglich für das Nationalteam. Wobei Koch einen Bonus hat aufgrund seines Vaters Harry, ein Kämpfer vor dem Herren und ein sympathischer Franke.


Die Väter, genau: Martin Max schaffte es als zu seiner Zeit bester Stürmer Deutschlands zu gerade mal sieben Länderspiel-Minuten. Sein Sohn Philipp bettelte gefühlte Jahrzehnte im Dress des FC Augsburg um eine Nominierung als ordentlicher linker Außenbahnspieler. Nun färbte er sich die Haare blond, wechselte ausgerechnet zum vom Unternehmen Philips gesponserten PSV Eindhoven nach Holland – und schwupps, es reicht für einen Platz gleich in der ersten Elf. Und dann bereitet der Bub auch noch das Goldene Tor vor. Sauber! Dass die Moderatoren Marco Hagemann und Steffen Freund anschließend jeden Schuss von ihm von den Außen in den Strafraum als „tolle Hereingabe“ feierten, bleibt unverständlich. Aber wenigstens haben wir nun mal wieder jemanden, der den Ball nach innen bringt.

Auf der rechten Seite spielte Kalle aus Aserbaidschan. Kleines Wortspiel, Insider wissen Bescheid. Ridle Baku kannte bis vor ein paar Wochen wohl noch nicht mal der Bundestrainer, ehe der Mitläufer (nicht Außenläufer!) von Mainz 05 für zehn Millionen Euro nach Wolfsburg wechselte. Als Löw seinen Phaeton zur Inspektion in die VW-Werkstatt brachte, machte man ihn dort auf den 22-Jährigen aufmerksam. Solider Kicker, darf wohl wiederkommen aufgrund fehlender Konkurrenz auf der Außenbahn und weil er nur einen dicken Fehler machte.

Ilkay Gündogan lenkte als einziger Routinier unter den Feldspielern die Geschicke als Kapitän und dürfte unumstritten sein. Neben ihn spielte sich Neuling Florian Neuhaus in die Stammelf der EM. Vor ihm unterstrich Julian Brandt mal wieder, weshalb er in Dortmund nur noch zweite Wahl ist. Jonas Hofmann hatte Verletzungsprech, Luca Waldschmidt machte als einziger Stürmer das Goldene Tor, ließ aber offen, ob einer wie er mal in die Fußstapfen eines Miro Klose treten kann. Tendenz: Eher nicht!

Bei den Einwechslungen zeigte sich das Dilemma: Nadiem Amiri hat irgendwie noch nie den Beweis erbracht, für eine Auswahl in Frage zu kommen. Mahmoud Dahoud hat Trainer Lucien Favre in Dortmund so lange auf der Bank sitzen lassen, bis sich Löw erbarmte und ihm nun wenigstens Länderspiel-Minuten gibt. Und Gleiches gilt für Nico Schulz, bei der Borussia nur noch dritte Wahl, beim Nationalteam aber anscheinend der Nivea-Buddy des Bundestrainers oder der Quoten-Stirnbandträger oder was weiß der Teufel, wieso so einer für Deutschland spielen darf.

Passend dazu blieb Michael Ballack als nichts sagender Experte blaß, war an seiner Seite Laura Wontorra immerhin hübsch. Zur Pause und nach dem Spiel lohnte sich deshalb das Einschalten. Irgendwann im Verlauf des Abends kam das Thema auch mal wieder auf die drei gefallenen Helden: Also auf Jerome Boateng, Thomas Müller und Mats Hummels, drei Weltmeister von 2014 im nun besten Fußballer-Alter mit knapp über 30 Jahren und zuletzt allesamt bärenstark in den Vereinen. Aussortiert von Löw: Zu alt, beim Neuaufbau im Wege!

Und ja: Dieses Trio auf Schlüsselpositionen, mit Selbstvertrauen eingesetzt statt Tah, Rüdiger und Brandt, um sie herum junge, echte Talente zum Heranreifen und sich hochziehen Lassen an der Seite der führenden Stars – dann hätte so eine Testpartie Sinn gemacht. Doch nun kommt ja die Stammelf zurück und wird schon gegen die Ukraine jeder Sicherheitspass von Toni Kroos über zwei Meter gefeiert wie ein Geniestreich. Übrigens: Der Bub aus Greifswald wird bald 31….

Michael Horling
redaktion@sw1.news



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