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Spitze Zungen: Weihnachtliches Mumientreffen


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Kann es sein, dass heuer die Hoppenstedts gar nicht Weihnachten im TV feierten? Irgendwie habe ich das Heiligabend zur abendlichen Sendezeit wohl übersehen. Es wäre fernsehmäßig das Beste gewesen, zumindest was die öffentlich-rechtlichen Sender betrifft. Wobei sich das ZDF diesmal wieder übertraf und noch immer übertrifft in Sachen Gebührenverschwendung.

Carmen Nebel lud zur Goldenen Sendezeit für über zwei Stunden in eine angebliche Almhütte in den Bergen in Tirol ein und feierte „mit einem kuscheligen Kaminfeuer und schöner Weihnachtsmusik“, wie es in der Ankündigung hieß. Nach zwei leckeren Bockbieren konnte ich das sogar auszugsweise ertragen. Und fand es trotzdem gruselig, weil im Publikum vor Ort anscheinend sogar junge Leute saßen und begeistert waren.


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Am großen Tisch saßen so gut wie alle Fernseh-Mumien, die man zu solchen Anlässen aus der Verwesungskammer kann. Hansi Hinterseer, Lena Valaitis, Andy Borg, Wolfgang Lippert oder Wencke Myhre waren da, mit Beatrice Egli auch etwas jüngeres Nutzloses, Koch Alfons Schuhbeck sorgt für das leibliche Wohl. Alles Künstler also, die ansonsten kaum noch vermittelbar sind, die aber beim ZDF noch eine warme Heimat haben.

Frühere Auftritte von Andrea Berg, Helene Fischer, Vicky Leandros, Andreas Gabalier und anderen Künstlern wurden eingespielt. Der Weihnachtsmann kam und brachte für alle Geschenke. Ich hielt lange durch und schaute mir diese Gruselshow weitestgehend an, so wie es angeblich rund 2,73 Millionen Fernsehzuschauer getan haben sollen. Bis Ross Antony auftrat. Mit roten Schuhen und in einem schrecklichen grünen Anzug mit Weihnachtsmotiven. Um ihn herum tanzten bestimmt 30 Weihnachtsmänner und -Frauen. In dem Moment musste ich einfach ausschalten.


Von den Produktionskosten einer solchen Show könnte man bestimmt einen Monat lang die Lindenstraße finanzieren. Diese Serie, die wohl ähnliche viele Fans hat, wird nun nach über 30 Jahren abgesetzt, obwohl sie eindeutig ein intelligentes Publikum anspricht. Anders als Carmen Nebel. deren Zuschauer potenzielle Empfänger von Enkeltrick-Betrugsanrufen sind.

Am ersten Weihnachtsfeiertag dann: Die Helene Fischer-Show, die laut ZDF „viel Musik, spektakuläre Artistik, überraschende Duette und besondere Inszenierungen“ verspricht. Drei qualvolle Stunden lang und ebenso von meinen Gebühren finanziert, die ich doch eigentlich gar nicht zahlen will, weil ich solche Sender und Sendungen doch nur besuche, um mich aufzuregen.

Angekündigt sind Roland Kaiser, Howard Carpendale, Andreas Gabalier, Michelle Hunziker, Bülent Ceylan, Ralf Schmitz, Thomas Gottschalk oder Heinz Hoenig. Robbie Wiliams dürfte der Überraschungsgast sein, was kein Wunder wäre, schmettert er doch zusammen mit Helene Fischer einen Song auf seinem neuen Album. „Santa Baby“ heißt der…

Und am Donnerstag, den zweiten Weihnachtsfeiertag, steuert Kapitän Florian Silbereisen das mit flachen Geschichten besetzte Traumschiff nach Antigua, am Neujahrstag dann nach Kolumbien. Mit an Bord sind unter anderem Harald Schmidt, Joko Winterscheidt und Sarah Lombardi. Auch hier geben die Öffentlich-Rechtlichen Millionen aus zum Berieseln der einfach gestrickten Menschen. Ich bin lange schon dafür, dass nur diejenigen Fernsehgebühren zahlen sollten, die sich solche einen Dünnpfiff auch wirklich anschauen wollen!

Michael Horling
redaktion@sw1.news



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Ein Kommentar

  1. Der Inhalt dieser Fernsehkritik spricht für den „Intellekt“ des Verfassers…. Ich finde es mehr als anmaßend, Zuschauer als einfach gestrickt und nicht intelligent zu beurteilen, nur weil sie keine Dokumentation über höhere Quantenphysik im Fernsehen anschauen. Ich denke, es steht jedem zu, sich in seiner Freizeit dass anzusehen, was er möchte ohne gleich abwertend behandelt zu werden. So etwas nennt man Toleranz, eine Tugend, welche auch 2019/20 gelten sollte. Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt und die Quoten bestätigen, dass viele Leute mit Freuden dabei waren. Gewalt im Fernsehen gibt es doch schon mehr als genug, so dass Entspannung sicherlich auch einmal angebracht sein darf.

    P.S. Durch sinnloses Provozieren in einer Kolumne wird durch einen „Herrn Unwichtig“ noch lange kein „Herr Wichtig“!!!

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