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Acht Jahre nach Olympia in Turin weiß Jenny Tamas auch ohne die Spiele: „Mit dem Eishockey werde ich nie richtig aufhören können!“


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SCHWEINFURT – Im Februar finden in Sotschi die Olympischen Winterspiele statt. Während die Herren die Qualifikation verpasst haben, trifft die Eishockey-Nationalmannschaft der Damen in Gruppe B auf Gastgeber Rußland, auf Schweden und auf Japan. Beim Turnier 2006 war die damals erst 16 Jahre alte Schweinfurterin Jenny Tamas fester Bestandteil des Teams. Obwohl sie heute mit 24 Jahren im besten Alter ist, hat sich in ihrem Leben aber einiges geändert.

„Ohne Eishockey zu leben ist schwierig“, sagt Jenny Tamas. Trotzdem spielt sie „nur“ in der 1b des ERV Schweinfurt, ist als Verteidigerin sogar Assistent von Kapitän Timo Ludwig mit dem „A“ auf der Brust im Team von Spielertrainer Stephan Heckenberger und  hofft an der Seite von Torwart Thomas „Willi“ Wilhelm, Johannes Weyer oder Maximilian Rabs noch auf die Meisterschaft in der Bezirksliga. Das Spiel am 1. Februar bei Tabellenführer Nürnberg 1b wird entscheidend sein.

Jenny Tamas 2014 Netz 0Jenny Tamas hat sich mit dem Beginn ihres Studiums an der FH in Schweinfurt entschieden, das „höhere Eishockey“ aufzugeben. Die angehende Wirtschaftsingenieurin, die momentan mitten im Prüfungsstress steckt, weiß: „Irgendwann kommt der Punkt im Leben, wo man auch mal an die Zukunft denken muss. Leider kann man mit Damen-Eishockey außer natürlich man ist in der Sportfördergruppe der Bundeswehr, keinen Lebensunterhalt verdienen. Ich habe damals zu dem Zeitpunkt schon sehr viel erreicht mit Eishockey und wollte mich erstmal auf das Studium und meine Zukunft konzentrieren.“


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98 Länderspiele abolvierte sie. „Die 100er Marke hab ich leider nicht mehr erreicht“, sagt Jenny Tamas und nennt Olympia „definitiv den größten Erfolg“. Platz fünf belegte das Nationalteam in Turin. „Allerdings erinnere ich mich auch sehr gerne an die U18-Weltmeisterschaft in Kanada im Jahr 2007, als ich als Spielführerin die Mannschaft durch das Turnier führen durfte. Ich glaube, eine größere Ehre, als für Deutschland das ´C´ zu tragen, gibt es nicht.“ 2010 verpasste das A-Team die Qualifikation für Vancouver. Jenny wäre gerne nach Kanada zurückgekehrt. „Das war ein nicht gerade schöner Moment im Leben!“





Jenny Tamas 2014 Netz 4Olympische Spiele jetzt interessieren die heute 24-Jährige natürlich noch immer. Vor allem das Eishockey. „Nur weil ich zurzeit nicht mehr in der Nationalmannschaft spiele, heißt das nicht, dass ich nicht mehr mitfiebere. Ich verfolge jedes Spiel, wenn es nur irgendwie möglich ist und drücke alle Daumen. Natürlich habe ich ein weinendes Auge, dass ich nicht dabei sein kann. Allerdings freue ich mich riesig für die Mädels, dass sie nach unserer nicht geschafften Quali 2010 es jetzt endlich wieder gepackt haben.“

Jenny Tamas weiter: „Sport1 überträgt  die Spiele der Damen bei Olympia, das finde ich eine Klasse-Aktion. Hoffentlich gewinnt dadurch das Damen-Eishockey in Deutschland wieder mehr Aufmerksamkeit. Nachdem die Männer es diesmal nicht geschafft haben zu Olympia, schauen hoffentlich alle Eishockey-Fans den Mädels zu. Die haben hart gearbeitet, um da zu stehen, wo sie jetzt sind.“

Jenny Tamas 2014 Netz 2Wenn die Schweinfurterin sich an Turin erinnert, „dann bekomme ich heute noch Gänsehaut. Ich glaube, nachdem man endlich alles gesehen hat, sei es das Olympische Dorf oder sich an den Trubel gewöhnt hat und endlich unser Turnier losging, war das größte Highlight, im Spiel um Platz fünf die Russinnen nach Penaltyschießen zu schlagen. Das Bild vergesse ich nie, als zuerst Maritta Becker und dann Nikola Holmes die entscheidenden Penaltys verwandelten und der Sieg sicher war.“

Kontakte zu einstigen Mitspielerinnen? „Zu einigen gibt´s den immer wieder“, verrät Jenny Tamas. „Aber dadurch, dass ich auch nicht mehr in der Damen-Bundesliga spiele, ist´s eher weniger geworden. Es sind einige noch dabei, die auch schon 2006 in Turin mit dabei waren. Tina Evers oder Jenny Harss, um nur zwei zu nennen.“

Jenny Tamas 2014 Netz 3Was sie künftig vorhat? „Mit dem Eishockey werde ich, glaub´ ich, nie so richtig aufhören können. Solange es die 1b zulässt, spiele ich dort. Allerdings bin ich schwer am Überlegen, ob ich noch mal eine Doppellizenz mit einer Damen-Mannschaft mache“, erzählt Jenny Tamas. „Ich glaube, das Studium würde dies zeitlich zulassen. Beruflich habe ich jetzt noch vier Semester vor mir und dann hoffe ich, dass ich einen festen Arbeitsplatz finde, damit sich mein Studium auch gelohnt hat“, lacht sie.

Ihr Vater Gabor, der einst Spieler und dann 1999/2000 Erfolgstrainer beim ERV Schweinfurt war, lebt weiterhin in Ungarn. Mit Eishockey hat er nur wenig zu tun. Anders als die Tochter. Auch ohne Olympia.

Unsere Bilder zeigen Jenny Tamas damals und heute, u.a. 2006 mit dem damaligen Schweinfurter Bürgermeister Otto Wirth (links) und dem damaligen ERV-Vorsitzenden Ralf Genßler (rechts).







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