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„Alles ist möglich“ – und tatsächlich: Bad Königshofens Tischtennis-Crew gewinnt gegen Mühlhausen mit 3:0


Pabst Frag Anna

BAD KÖNIGSHOFEN – „Alles ist möglich“, hatten wir unseren Vorbericht zu diesem fränkisch-thüringischen Derby überschrieben. Doch ehrlich: Wer hätte nach der 0:3-Pleite vom Hinspiel und zuletzt vier Niederlagen in Folge gegen diesen Gegner an dieses Ergebnis geglaubt? Und doch überbrachte die Post aus Mühlhausen die drei Punkte. Mit Anstand und Würde. Ohne Nerv-tötende Trommeln, mit Anfeuerungsrufen jeder fairen Art, von beiden Seiten.

Und von beiden Seiten wurden erneut Fairplay und Ehrlichkeit demonstriert, als der Ball mal wieder zu schnell war für das „normale“ menschliche Auge von zwei Schiedsrichtern und 563 Zuschauern, wenn er die Tisch- oder Netzkante berührte. Ebenso üblich wie diesmal passgenau zur Gedenkminute der Opfer von Hanau und zum stilvollen Appell des Hallensprechers Jürgen Halbig gegen den Rassismus. Spieler beider Teams aus sechs Nationen, den Arm über die Schulter des Gegners – Totenstille in der Halle eine Minute lang!


Mezger

Doch dann regierten der Sport, zwischendurch ein bisschen Karneval und mit zunehmender Dominanz die TSV-Spieler. Die Mannschaft war inspiriert von einer Aussprache am Vorabend und taktisch umgestellt, um dem bisherigen (Angst-)Gegner aus dem Weg zu gehen, wenn der nicht auch umstellt: Lehren aus dem Hinspiel, die vollumfänglich aufgingen, obwohl die Postler ihren Vize-Europameister Ionescu auf 3 setzten – gegen Kilian Ort. Somit eröffnete Mizuki Oikawa an 1 gegen den 2-er Lubomir Jancarik. Der Punkt musste her, wenn die Rechnung aufgehen sollte. Der Japaner mit Turbostart, 9:2 und 11:6 im ersten Satz. Wow! Doch im zweiten stellten sie sportliche Augenhöhe her trotz 45 Zentimeter Unterschied an Körpergröße – 10:12, Satzausgleich. Im dritten Durchgang die gleich-enge Kiste, 11:7 Oikawa. Das Spiel lebte von der Taktik und der Spannung, Weltklasse-Ballwechsel nicht ausgeschlossen.

Und Jancarik glich zum 2:2 aus im Hochrisiko-Trakt Tischtennis-Court, war im fünften Satz bis 10:10 dabei. Dann, nach 60 Minuten, schwappten die Zünglein an der Waage auseinander. Das Spiel hätte eigentlich zwei Sieger verdient gehabt, so ebenbürtig waren der Tscheche und der Japaner. Aber gestern entschied sich Fortuna, ebenso augenfällig wie längst überfällig, für Bad Königshofen. Vielleicht waren die letzten zwei Bälle sogar entscheidend für den ganzen Spielverlauf. Die 0:3-Schlappe war zu einem Drittel getilgt.


Und das zweite folgte durch einen sensationell kurzen 16-Minuten-3:0-Sieg von Bastian Steger gegen den zweimaligen Doppel-Europameister Daniel Habesohn, Nummer 31 der Weltrangliste. Doch was der TSV-Leitwolf diesmal inszenierte, hatte man in dieser Schnelligkeit und Überlegenheit von ihm und wahrscheinlich auch in dieser Halle noch nie gesehen. Das war absolute Weltklasse des „Basti fantasti“, so der Hallensprecher, dem einfach alles gelang bei dieser 11:4-11:5-11:3-Abfuhr, und Habesohn einfach nichts, wie er es auch anpackte. Ein Basti in eigener Halle vor diesem euphorisierten Publikum, das ist halt doch etwas Anderes als in Budapest oder Katar, wo er heute hin fliegt, irgendwo an Tisch 16, mit drei, die aufmerksam zuschauen, Schiedsrichter und zwei Coaches.

Nun sollte also Kilian Ort für das dritte Drittel sorgen. Aber gegen den amtierenden Vize-Europameister Ionescu? Nach dieser Pechsträhne von Verletzungen, ohne Spielgewinn seit dem 16. Dezember? Dann „Da simmer dabei, dat is priima“ aus Viva Colonia nach dem mit 11:7 unten in der Box gewonnenen ersten Satz aus den Boxen oben an der Decke. Wenn das mal nicht zu voreilig war! Erste Sätze hatte Ort schon öfter bei seinen Niederlagen gewonnen. Doch so, wie er den Full-Risk-Stil von Steger übernahm, wie aufgedreht und ausgewechselt, sollte der Lokalmatador doch einfach weiter machen. Wenn das so einfach wäre! Ort gewann aber auch den zweiten Satz, noch höher, mit 11:4.

Im dritten Durchgang schien er den Knackpunkt selber provoziert zu haben. Bei 2:2 verschlug er absichtlich einen eigenen Aufschlag, weil zuvor eine etwas fragwürdige Netzangabe zu seinen Gunsten gezählt worden war. Und von da ab ging´s zunächst deutlich bergab – 5:11 und gleich weiter so bis 3:7 im vierten Satz. Also doch wieder eine Doppelfrage, des Selbstvertrauens und der Konzentration, die Ort zuletzt bei sich selber als Problem sah. Bei 6:7 und Timeout Ovidiu griff man in der Musikabteilung zu „Wenn nicht jetzt, wann dann!“ 8:10, 10:10 und 12:10 – in 30 Minuten. „So sehen Sieger aus.“

Für Mühlhausen ging es um die Playoffs, die sind vermutlich weg. Für den TSV um die Ehre, die haben sie wiederhergestellt.

TISCHTENNIS, 1. Bundesliga TSV Bad Königshofen – Post SV Mühlhausen 3:0

Mizuki Oikawa – Lubomir Jancarik 3:2
(11:7/10:12/11:7/6:11/12:10)
Bastian Steger – Daniel Habesohn 3:0
(11:4/11:5/11:3)
Kilian Ort – Ovidiu Ionescu 3:1
(11:7/11:4/5:11/12:10)
Oberschiedsrichter: Martin Jendert
Zuschauer: 563

Text und Fotos: Rudi Dümpert für sw1.news



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