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Da stellten sich die Härchen auf den Armen: Siebte 2:3-Niederlage der Saison gegen den Play-Off-Finalisten Bergneustadt


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BAD KÖNIGSHOFEN – Kann ein Verein im zweiten Jahr Tischtennis-Bundesliga schon einen Angstgegner haben? Wenn ja, dann gibt es noch vier, gegen die der TSV Bad Königshofen schon ganz nah dran war, aber noch nie gewinnen konnte. Der TTC Schwalbe Bergneustadt war einer bis Sonntag und bleibt dies auch, wenn man das bittere Ende allein für sich sieht.

Diese klare Doppelniederlage im fünften und entscheidenden Spiel nach 2:1-Führung für die Königshöfer war so untypisch wie nur irgend etwas für diesen Schlagabtausch auf Augenhöhe des Tabellensiebten mit dem Dritten. Mit Angst hatte das partout nichts zu tun. Diesmal war man so nah dran wie noch nie, hätte den Sack aber zu einem 3:1 zu machen müssen. Denn gegen Drinkhall/Robles, das beste Doppel der Liga, hatten Ort/Majoros keine Chance. Und so gab es also die vierte Liga-Niederlage gegen Bergneustadt und die siebte mit 2:3 in dieser Saison.


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Wobei die Partie begann, als ginge es diesmal ruck zuck den Bach runter. Mizuki Oikawa, der fleißigste Punktesammler der TSV´ler, startete gegen Paul Drinkhall, für seine Verhältnisse, unterirdisch und beendete das Match in einem Spielrausch. Da waren zeitlich nur zweieinhalb Sätze (3:11 und 4:11), vielleicht zehn Minuten, zwischen Hölle und Himmel. So wie in diesen beiden Durchgänge und bis zum 3:8 im dritten hatte man den kleinen Japaner noch nie gesehen, seine in der Halle anwesenden Landsleute auch nicht. Da bewegte er sich auf ganz dünnem Eis mit der vierten Niederlage im neuen Jahr darunter. Doch dann stand er auf wie Phönix aus der Asche, zauberte ein Tischtennis gegen den Briten auf den Tisch, dass sich selbst eingefleischten Mizuki-Fans die Härchen auf den Armen stellten.


Keinen Punkt ließ er Drinkhall mehr im dritten Satz (11:8) und gewann auch den vierten. Die Fans in der Halle waren aus dem Häuschen – aber nichts für Herzkranke, dieser Tatort Shakehands-Arena. Im fünften Satz stand bei 9:9 alles wieder bei Null und dann 11:9 für Oikawa und 1:0 für den TSV. Jetzt hätte Bence Majoros, wahrscheinlich aus taktischen Gründen von 3 auf 2 vorgerückt, seinem Arbeitgeber TSV Bad Königshofen beinahe Kummer auf hohem Niveau gemacht. Was hätte der junge Ungar, lautstark angefeuert von mehreren Fans aus seiner Heimat, für Argument für eine Fehlentscheidung gehabt, ihn nach Saisonende ziehen zu lassen! Einen, der einen der Besten der Liga, Benedikt Duda, 45. der Weltrangliste, zu schlagen imstande ist!

War er aber nicht. Obwohl Bence, wie so oft, mit 2:1-Sätzen in Führung ging, im dritten Satz zwei Satzbälle abwehrte. Einen, der Weltklasse-Schläge in seinem Repertoire hat, sie aber nicht mit der nötigen Konstanz abrufen kann. Diesen Duda da hatte er fast in der Pfanne im vierten Satz, ließ ihn aber wieder raus, zwang ihn wenigstens zum ersten Mal diese Saison in einen fünften Satz. Aber auch dieses mentale Terrain beherrschte Bene Duda: 11:6 für ihn, 1:1-zur Pause. Nun wollte also Kilian Ort das 2:1 für seinen TSV, Nr. 214 der Weltrangliste mit 9:7-Bilanz, gegen den Spanier Alvaro Robles, Nr. 54 und 12:5. Aber Kilian ist ein klassischer Teamplayer!

Tischtennisspieler feuern sich oft selber mit Wörtern und Ausdrücken an, die es in keinem Wörterbuch gibt. Kilian Ort gebrauchte vom 1:0 im ersten Satz an ein bekanntes, leicht vom spanischen „hussa“ abgewandeltes „hossa“. Es bleibt sein Geheimnis, ob das einen psychologischen Hintergrund hatte oder reiner Zufall war. Jedenfalls hatte er, hossa-schnell, die ersten zwei Sätze für sich entschieden und fiel dann in ein Konzentrations-Tal im dritten. Gewiss kann auch er in seiner zurzeit bestechenden Form so ein Niveau nicht unbegrenzt abrufen. Nach 0:7 und 3:11 hatte Robles auf einmal wieder Anschluss gefunden. Im vierten Durchgang war Ort aber wieder zurück und spielte ein Tischtennis mit Feingefühl und brachialer Gewalt – und wilder Entschlossenheit bei jedem Spielstand. Mit einem letzten „hossa“ versenkte er seinen vierten Matchball zum 12:10 und 2:1 für den TSV.

Damit war klar: Der bessere Einser der beiden so ungleichen Gladiatoren Mizuki Oikawa und Benedikt Duda würde dieses Match wohl vorentscheiden. Der Japaner lag schnell 7:2 vorne. Und jetzt zeigte sich, aus welchem Holz das Bergneustädter Eigengewächs geschnitzt ist. Er gewährte Oikawa noch ein Pünktchen bis zum 8:11. Doch diese Zwei waren sich gegenseitig die Herausforderung schlechthin. Schließlich ging es ganz nebenbei auch um die Krone des erfolgreichsten Spielers der TTBL. Im zweiten Satz drehte Mizuki den Spieß um – 11:8. Und im dritten war Duda wieder da – 8:11. Kein Wunder, aber keineswegs unverdient, dass ihm die Tischkante den Matchball zum 9:10 bescherte. Das 9:11 zum 2:2-Zwischenstand erledigte er wieder selber.

Und dann machte das Top-Doppel der Liga (7:1-Bilanz) – hossa – mit 3:0 den Sack zu: Zum siebten 3:2-Sieg von Bergneustadt, zur siebten 2:3-Niederlage von Bad Königshofen.

Die Statistik des Spiels:
Tischtennis: Bundesliga:
TSV Bad Königshofen – TTC Schwalbe Bergneustadt: 2:3

Ergebnisse:
Mizuki Oikawa – Paul Drinkhall 3:2
(3:11/4:11/11:8/11:7/11:9)
Bence Majoros – Benedikt Duda 2:3
(11:6/3:11/12:10/8:11/6:11)
Kilian Ort – Alvaro Robles 3:1
(11:8/11:6/3:11/12:10)
Mizuki Oikawa – Benedikt Duda 1:3
(8:11/11:8/8:11/9:11)
Ort/Majoros – Robles/Drinkhall 0:3
8:11/8:11/6:11)
Oberschiedsrichter: Sven Trautwein (TTC Rotation Weimar)

Zuschauer: 433

von RUDI DÜMPERT für sw1.news



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