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Dann überschlugen sich die Ereignisse… : Hiobsbotschaften für den TSV Bad Königshofen


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NEU-ULM / BAD KÖNIGSHOFEN – Eigentlich dachte man ja beim Tischtennis-Bundesligisten TSV Bad Königshofen, die Pech- und Schmerzgrenze sei nach den ersten drei Spielen der neuen Saison erreicht mit erst einem, dann zwei Ausfällen des Fünf-Mann-Kaders für die Dreier-Mannschaft. Doch vor dem Montagabend-Spiel in Neu-Ulm häuften sich die Hiobsbotschaften.

„Wir waren so hoffnungsfroh angereist. Dann überschlugen sich die Ereignisse. Von unserem Quintett waren auf einmal nur noch zwei spielfähig“, erklärte der Geschäftsführer Udo Braungart hinterher. Kilian Ort (Nacken) und Bastian Steger (Oberschenkel) meldeten sich verletzt. Dann kam auch noch die Nr. 1 Yukiya Uda mit einem schweren grippalen Infekt von einem Turnier in Kasachstan zurück.“ Ort bekannte hinterher: „Es war klar, einer musste antreten und dann abschenken. Basti hat sich geopfert und seine Einzel-Bilanz hintangestellt. Große Geste, das dankt ihm keiner.“


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Dagegen konnte Neu-Ulm außer Dimitri Ovtcharov aus dem Vollen schöpfen. Heißt, mit dem schwedischen Wunderkind, dem Vizeweltmeister von 2021 Truls Möregardh, Nummer 6 der Weltrangliste, sowie der kompletten russischen Nationalmannschaft. Mit ihm und Katsman, Sidorenko, Grebnev und Artemenko schickte Trainer Dmitrij Mazunov fünf Spieler seiner achtköpfigen Auswahl an und in die Box. Solange das Spiel lief, ließ man im Dunkeln, warum Steger (41) im Generationen-Duell gegen Möregardh (20) beim Stand von 5:11, 0:3 aufgab. Doch wer seine Bewegungsmuster kennt, für den hatte es sich angedeutet. Völlig daneben war natürlich die Bemerkung des Kommentators: „Man sieht nichts. Ist er etwa zu faul fürs Einzel?“ Das geht nicht!


0:1, das ja nicht so überraschend kam, wenn auch jener Kommentator Steger zuvor noch gelobt hatte, „er kann noch jeden in der Liga schlagen.“ Jetzt galt also „die halbe Stimmung in der Halle“, die der sieben Ping-Pong-Ultras aus Bad Königshofen und Köln, ihrem Filip Zeljko, der zurzeit in der Form seines Lebens spielt. Mit seinen Monster-Aufschlägen, an denen er hart gearbeitet hatte, zermürbte er Lev Katsman, vierfacher Goldmedaillengewinner bei Jugend-WM und -EM. Russische Sportler sind zwar von internationalen Meisterschaften von der ITTF ausgeschlossen, dürfen aber in der TTBL spielen, „weil sie hier nicht die Werte ihrer Nation, sondern ihres Vereins vertreten.“ Vielleicht doch weniger eine Frage der Werte als der Formulierung. Zeljko war´s egal, er machte kurzen Prozess, gewann 3:0 und glich zum 1:1 aus.

Aber Martin Allegro unterlag Vladimir Sidorenko 1:3, weil er sich im ersten Satz seine 10:7-Führung noch klauen ließ und im zweiten ein 10:9. Als würde zurzeit ein Lehrfilm für Schiedsrichter über falsche Aufschläge gedreht, muss der Belgier gegenwärtig den Hauptdarsteller geben. Der in seiner Laufbahn bis vor zwei Wochen noch nie einen Aufschlagfehler bei Turnieren und Meisterschaften aller Art gemacht hatte.

Bisher war es mal die unerlaubte Krümmung der Finger um Millimeter oder der Balltreffpunkt um Zentimeter über dem Tisch statt dahinter. Diesmal waren es ein paar Winkelgrade weniger oder mehr als 90 Grad beim Hochwerfen des Balls. Was das menschliche Auge bei diesen Geschwindigkeiten nicht alles sehen kann! Dabei war nur Allegro im Fokus. Der somit jede Menge Konzentration allein für den Aufschlag verpulvert, die ihm am Satzende jeweils fehlt. Unschlagbar war Sidorenko jedenfalls nicht.

Also musste Filip Zeljko das schnelle Ende, das 1:3 verhindern – gegen den in Neu-Ulm „Möhre“ genannten Möregardh. Der bis dahin 4:0 Siege und erst einen Satzverlust verweisen konnte. Und mit entsprechendem Selbstvertrauen und Können gegen Zeljko zwar den ersten Satz, seinen zweiten insgesamt abgab. Das bayerische Derby, der Kommentator nannte es „das bayerisch-fränkische“, entschied er aber mit seinen zwei Siegen zu zwei Dritteln ganz alleine. Man stelle sich vor, es wären beim TSV gesunde Udas, Stegers und Orts dabei gewesen!

TTC Neu-Ulm – TSV Bad Königshofen 3:1
Truls Möregardh – Bastian Steger 3:0
(11:5/3:0 Aufgabe Steger)
Lev Katsman – Filip Zeljko 0:3
(13:15/10:12/7:11)
Vladimir Sidorenko – Martin Allegro 3:1
(12:10/12:10/8:11/11:6)
Möregardh – Zeljko 3:1
(9:11/11:6/11:7/11:9)
Oberschiedsrichter: Johann Fischer
Zuschauer: 170

Text und Fotos: Rudi Dümpert für Rhön1.News


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