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Der Mega-Star in der Shakehands-Arena: Diesmal kommt Timo Boll


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BAD KÖNIGSHOFEN – Zum ersten Mal gehen die Königshöfer, an den Tabellenpositionen gemessen, auf Augenhöhe in einen Wettkampf mit dem jahrzehntelangen Aushängeschild des deutschen Tischtennis-Vereinssports. Zum dritten Mal gibt der deutsche Rekord-Meister und Rekord-Pokalsieger Borussia Düsseldorf seine Visitenkarte beim Emporkömmling TSV Bad Königshofen ab. Und zum dritten Mal hofften und rätselten die Gastgeber, ob die Gäste Timo Boll im Aufgebot haben. Zwei Mal umsonst.

Stets ließen Auskünfte von der Vereinsführung ein Mitwirken des Vielbeschäftigten offen. Doch vor diesem Highlight schlossen Insider hierzulande Wetten darauf ab, dass Boll diesmal kommt. Denn nach der, gemessen an den Ansprüchen verpatzten letzten Saison (nach dem Triple 2018) ohne Titelgewinn, bereits jetzt schon mit zwei Niederlagen belastet und qualitativ wie quantitativ gewachsener Konkurrenz darf sich „der FC Bayern des Tischtennis“ nicht mehr viel erlauben.“ Hinzu kommt, dass die Königshöfer selber ein ernst zu nehmender Angstgegner der Borussen sind. Beide bisherigen Spiele in Düsseldorf gewann der Underdog – daVon ein Mal mit Boll. Die Revanche folgte jeweils im Rückspiel: In der Shakehands-Arena siegten bedie Male die Rheinländer – ohne Boll.


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Bereits am Montag sickerte aus zuverlässiger Quelle durch, dass Timo Boll diesmal wirklich kommt. Seine letzten Ergebnisse belegen, dass er sich in Topform befindet. 4:0-Bilanz in der TTBL, zwei klare Siege im Pokal gegen Fulda, ein 3:0 gegen Fan Shengpeng in der Championsleague beim 3:1-Erfolg über den französischen GV Hennebont. Bolls Erfolge aufzählen wollen hieße, den Rahmen dieser Vorschau sprengen müssen. Der Odenwälder gewann drei olympische Team-Medaillen, sieben Einzel-Europameister-Titel. Drei Mal war er Weltranglisten-Erster, zuletzt 2018. Die TT-Weltmacht China lud ihn einst in ihre Liga ein, um von ihm zu lernen. Boll drehte den Spieß um, machte eine Win-win-Situation daraus. In China ist er bekannter als in Deutschland. Ob`s stimmt oder ein Scherz ist? Als Lieblingsessen gibt er in seinem Steckbrief „Peking-Ente“ an.

Dass Timo Boll sich rarer macht in deutschen Hallen, zeugt von professionellem Denken. TTBL, Pokal, Championsleague, Weltcup-Turniere, nationale und internationale Meisterschaften – zur Krönung wünscht er sich eine Einzelmedaille bei Olympia 2020 in Tokio: Da muss ein 38-Jähriger klug haushalten, mit den Kräften und der Gesundheit. In der vergangenen Saison blieb die Borussia erstmals seit 2006 ohne Titel und musste sich mit zwei Halbfinal- (TTBL und Championsleague) und einer Viertelfinal-Teilnahme (Pokal) begnügen. Das Quintett Boll, Karlsson, Assar, Källberg und Achanta wurde mit dem Nationalspieler Ricardo Walther ergänzt. Sie könnten theoretisch nicht nur eine, sondern gleich zwei aussichtsreiche Dreier-Teams in der TTBL stellen, sollen den Rekordmeister in die Erfolgsspur zurückbringen und den 71 nationalen und internationalen Trophäen weitere hinzufügen.

Düsseldorf wird also mit optimaler Besetzung antreten. Muss Trainer Danny Heister nur die Richtigen im „3-aus-6-Lotto“ ankreuzen. Doch wie sieht es mit der Aufstellung der Königshöfer aus? Mizuki Oikawa, der Boll schon ein Mal besiegte, wurde von seinem Verband nach Japan zitiert, muss eine Qualifikation spielen. „Da war absolut nichts zu machen“, bittet Andy Albert um Verständnis, „Vertrag ist Vertrag.“ Und Kilian Ort, das Sorgenkind? Vor sechs Wochen hatte er seinen letzten Einsatz gegen Grünwettersbach, schlug Wang Xi, befand sich in Topform. Dann schlug wieder einmal der Körper zurück, auf einem Bundeswehr-Lehrgang in Sonthofen, beim Sport. Eigentlich gibt es an einem Muss kein Vorbei. Kreuzchen bei Bastian Steger und Filip Zeljko, der in Ochsenhausen ums Haar den Weltranglisten-Sechsten geschlagen hätte – und Kilian Ort, ohne Wettkampfpraxis?

Zwei Randnotizen noch, die das Treffen des Zweiten gegen den Ersten der Zuschauer-Tabelle zusätzlich garnieren: Akihiko Kotani, „Mister Shakehands“, der große Förderer des TSV, kommt extra für dieses Spiel aus Japan geflogen. Jochen Breyer, ZDF-Fernsehmoderator u.a. des Aktuellen Sportstudios und des Morgenmagazins, ist der Stargast, unterstützt Hallensprecher Jürgen Halbig bei der Moderation des Events. Oliver Haschke hat ihn anlässlich eines Besuchs im Aktuellen Sportstudio kennen gelernt, sein Interesse an der Bad Königshöfer TTBL-Mannschaft geweckt und seinen Besuch vermittelt.

Tischtennis-Bundesliga:
Sonntag, 27. Oktober, 15 Uhr:
TSV Bad Königshofen – Borussia Düsseldorf

Text und Foto: Rudi Dümpert für sw1.news



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