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Ein Highlight-Spiel im wahrsten Sinne der Worte: Bad Königshofen dreht die Partie gegen Aufsteiger Neu-Ulm


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BAD KÖNIGSHOFEN – Der TSV Bad Königshofen hat sein Highlight-Spiel gegen den Emporkömmling TTC Neu-Ulm gewonnen und sich im punktgleichen Spitzenquartett etabliert. Dass man ohne den verletzten Lokalmatador Kilian Ort würde gewinnen können, war im Vorfeld sehr bezweifelt worden. Und als es gar ins entscheidende Schlussdoppel ging, noch weniger, weil die Rechts-Linkshänder-Kombination Salifou/Tsuboi besser eingespielt und im Paket vermeintlich stärker besetzt schien.

Als es dann auch noch 1:2 nach Sätzen stand, noch weniger. Doch am Ende waren, und das ist das Schöne bei Dreierteams, alle drei am Punktesammeln beteiligt, Mizuki Oikawa, im Doppel mit Filip Zeljko, der Matchwinner, gleich zwei Mal.


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In der ersten Partie des Tages traf Bastian Steger auf seinen vorjährigen Teamkollegen Gustavo Tsuboi (in Bremen). Trotz der wesentlich besseren Weltranglistenplatzierung des Brasilianers war Steger der erste Punkt als Auftrag angedacht worden. Diesen erledigte der TSV-Neuzugang auch zuverlässig, als das Taktieren im ersten Satz durch war, sogar mit Bravour – 1:0-Führung, kurz vor halb vier. Und kurz vor vier das ebenfalls hochgerechnete 1:1, als Filip Zeljko, nach dem WM-Zweiten Mattias Falck in Bremen, auch hier gegen den WM-Dritten Tiago Apolonia unten durch war.


Jetzt stand der taktische Dreier Mizuki Oikawa gegen den Franzosen Abdel-Kader Salifou unter Zugzwang, seine Mannschaft erneut in Führung zu bringen. Aber was für ein Felsen war das, der hierbei aus dem Weg zu räumen war. Der Franzose, ein ganz spezieller und in manchen Gesten und Gebärden, vornehm beschrieben, kreativer und innovativer Spieler, verlangte der japanischen Sprungfeder alles, aber auch alles ab, gewann schon mal den ersten Satz mit 7:11.

Besonders markant, wie er jeweils seinen Aufschlag vorbereitet. Während fast alle anderen sich auf sich selber konzentrieren, sucht er aufreizend lange den Augenkontakt zum Gegner. Ein spezielles Ritual als psychisches Druckmittel seiner Wettkampfführung. Wenn Blicke töten könnten! Aber Mizuki stiert ebenso stoisch nur auf den Ball in der Hand des Gegners, weshalb sich dieses Zeremoniell ungewöhnlich in die Länge zog. Was wären da die Schiedsrichter von Jülich mit gelben Karten gefordert gewesen!

Oikawa nahm den Fight unbeeindruckt an, gewann den zweiten Satz mit 11:6 und den dritten mit 11:2. Doch dann schlug Salifou zurück, 7:11, also rein in den fünften Satz. In dem der Franzose den Psycho-Stil steigerte, als er einen, seiner Meinung nach, Kantenball, von beiden Schiedsrichtern nicht gesehen, für sich reklamierte. Seine Blicke durchdrangen die ehrliche Haut Oikawa so lange, bis der schwach oder doch ganz stark wurde. Er ging ganz ruhig zu Schiedsrichter Nils Dünninger (aus Goßmannsdorf, in seinem ersten Bundesligaspiel), flüsterte ihm ins Ohr und der klappte die Zähltafeln von 7:7 auf 6:8 gegen ihn um.

Beifall des Publikums, keine Frage, für diese faire Geste. Und dann zur Werteerziehung Thema Ehrlichkeit: „Ehrlich währt am längsten“ traf ein. Welche Macht auch immer das Folgende inszenierte: Bei 9:10 war es zwar genau fünf vor fünf, aber nicht fünf vor zwölf. Der Tatort am Sonntagnachmittag nahm noch eine Wende. Oikawa entwich dem Damoklesschwert, wehrte den Matchball ab und gewann mit 12:10. Die Stimmung war am Siedepunkt in der Shalkehands-Arena – dachte man. 2:1 für den TSV. Es kam noch toller.

Aber erst schlimmer. Denn Bastian Steger musste sich nach dem Vizeweltmeister Falck am Dienstag auch dem WM-Dritten Apolonia beugen. Doch was war das für ein Fight, trotz 0:3, bei dem am Ende der ersten zwei Sätze Fortuna rein gar nichts mit Steger zu tun haben wollte. Netzroller zum 10:11 im ersten, dann 10:12, Tischkante zum 8:11 statt 9:10 im zweiten Satz. Und erst im dritten Satz dieses Spiels auf Weltklasse-Niveau setzte sich der Tischtennis-Ronaldo aus Portugal „normal“ mit 11:9 durch – 2:2 und das erste Schlussdoppel in dieser Saison für den TSV, das dritte für Neu-Ulm.

Den ersten Satz spielten die zwei 22-Jährigen TSV´ler Mizuki Oikawa/Filip Zeljko wie in Trance, gewannen mit 11:3. Da waren nicht nur die Ping-Pong-Ultras, der TSV-Fanclub, aus dem Häuschen. Wofür die beiden im zweiten Satz büßen mussten, 8:11, und im dritten, 7:11. Also doch wieder mal Satz mit „X“. Unser Reporter machte sich auf den Heimweg, die Niederlage für die Zeitung beschreiben und bebildern, Deadline 20 Uhr. 5:6 beim Öffnen des Livestreams. Und ein paar Minuten später 11:6 für Filip und Mizuki, die sich dann noch nie so lang in den Armen lagen, weil sie das Highlightspiel zum Sieg gedreht hatten – die Shakehands-Arena sicht- und hörbar im Freudentaumel.

TISCHTENNIS, 1. Bundesliga:
TSV Bad Königshofen – TTC Neu-Ulm 3:2

TSV Bad Königshofen – TTC Neu-Ulm 3:2
Bastian Steger – Gustavo Tsuboi 3:0
(11:8/11:6/11:8)
Filip Zeljko – Tiago Apolonia 0:3
(9:11/5:11/6:11)
Mizuki Oikawa – Abdel-Kader Salifou 3:2
(7:11/11:6/11:2/7:11/12:10)
Bastian Steger – Tiago Apolonia 0:3
(10:12/8:11/9:11)
Oikawa/Zeljko – Gustavo/Salifou 3:2
(11:3/8:11/7:11/11:9/11:6)
Sätze: 9:10
Oberschiedsrichter: Joachim Car (Langendorf)
Tischschiedsrichter: Uwe Kretschmer (Herschfeld), Nils Dünninger (Goßmannsdorf), Gerhard Trautwein (Üttingen)
Zuschauer: 433

Text und Fotos: Rudi Dümpert für sw1.news



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