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Ein Mann aus der Sportstadt Schweinfurt mit Verdiensten für den Radsport: Herbert Brehm wird 85 Jahre


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BERGRHEINFELD / SCHWEINFURT – Herbert Brehm aus Bergrheinfeld wird am Samstag, 06. Juli 2019, 85 Jahre alt. Bekanntheit und Anerkennung findet Brehm als Funktionär in Sachen Radsport noch heute. Mehr als 40 Jahre war er 1.Vorstand und Geschäftsführer des Radrenn- und Motorsport Clubs RMC 50 Schweinfurt.

Die Blütezeit in den 50er und 60er Jahren hat Brehm maßgeblich mitgeprägt, dass der RMC 50 einer der größten Vereine im Bund Deutscher Radfahrer (BDR) und Schweinfurt Radsporthochburg war. Seine aktiven Radsportler erzielten bundesweit und auch auf internationaler Ebene zahlreiche Erfolge und Podestplätze, unter ihnen Reinhold Pommer durch den Gewinn der Bronzemedaille in der Teamwertung des olympischen Straßenrennens 1956 in Melbourne.


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Brehms Organisationstalent als Funktinär wird über all die Jahre bis heute sehr geschätzt. Zum Beispiel richtete er federführend 15mal das Internationale-Moritz-Fischer- und 3mal das Internationale Ernst-Sachs-Gedächtnisrennen gemeinsam mit dem RV 89 Schweinfurt als 3-Etappenfahrt, 1970 die deutsche Straßenmeisterschaft und 16mal das Volksradfahren auf der sogenannten Vogelsburgschleife, dem Ursprung dieser heutigen Events, in Schweinfurt aus.


Seine Sach- und Fachkenntnisse führten dazu, dass er 1972 in das Organisationskomitee der Olympischen Spiele in München und als Wettkampfrichter in der Sparte Radsport berufen wurde, deren Sprecher er bis heute ist. Auf Bundesebene organisierte er 1988 mit Ausrichtung in Schweinfurt die Bundeshauptversammlung des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) und 1973 und 1993 den Jahreskongress der Bundes-Ehrengilde, deren Vizegildemeister er von 1992 bis 1998 war. Unter anderem war Brehm Vizepräsident des Bayrischen Radsportverbandes von 1986–1990.

Zahlreiche Ehrungen und Ehrenbürgerschaften bei verschiedenen Vereinen und Verbänden würdigten Brehms Verdienste um den deutschen Radsport. Herausragende Auszeichnungen waren 1979 die Verleihung der „Verdienst -Medaille des Verdienstordens“ und 1990 durch das „Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens“ der Bundesrepublik Deutschland.

Sein soziales Engagement zeigt Brehm auch darin, dass er als Leiter mit der Original-Schweinfurter Senioren-Band über viele Jahre ehrenamtlich auf Benefizkonzerten für die Palliativ-Station aufspielte, wie auch an Senioren-Tanznachmittagen und anderen Veranstaltungen in der Stadt Schweinfurt. Früher spielte er in diversen Bands, unter anderem beim „Stern von Rio“. Brehm ist heute noch Ehrenmitglied beispielsweise beim RC Herpersdorf bei Nürnberg, einer der bedeutendsten Radsportvereine in Deutschland, und beim Radsportverein Royal Cureghem Sportief in Belgien.

Bei einem Besuch zusammen mit Bruno Pommer, dem Bruder des bereits 2014 verstorbenen Reinhold Pommer, traf sw1.news auf Herbert Brehm und bekam von ihm Interessantes zu hören zum Beispiel über…

* … seine Rennsportkarriere:
„Die gab es nicht. Ich durfte von Zuhause aus nicht Radfahren, weil es in Hergolshausen mal einen Unfall gab, bei dem ein junger Mann auf dem Fahrrad von einem Lkw überfahren wurde. Und ohne in einem Verein zu sein fehlte damals auch das Geld für ein Fahrrad. Dafür habe ich früher Fußball gespielt, beim TV Oberndorf in Schweinfurt, sogar in der Landesliga. Wir sind mit dem Bus gefahren, beispielsweise nach Bad Kissingen. Wenn wir dann gewonnen haben, sind wir eingekehrt und kamen erst spät zurück. Das war nicht gut für mich, weil ich ja am Samstagabend Musik spielen wollte in meiner Band…“

* … die Gedächtnisrennen in Schweinfurt:
„Nachdem es heute kaum mehr reine Amateure gibt im Radrennsport, ist so ein Rennen in Schweinfurt, wie es zum Beispiel die Internationale-Moritz-Fischer- und das Internationale Ernst-Sachs-Gedächtnisrennen waren, nicht mehr finanzierbar. Ausländische Fahrer sind das A und O, sonst kann man so ein Rennen vergessen. Die haben alle ein Startgeld bekommen und wurden im Hotel unter gebracht. Fichtel & Sachs oder FAG Kugelfischer haben da früher schon mal 5000 oder 10.000 DM gegeben. Heute ist sowas nicht mehr möglich…20.000 bis 30.000 DM musste man damals schon aufbringen für eine solche Veranstaltung. Zur Finanzierung mussten damals die Einnahmen für Anzeigen der Programmhefte und die Mitgliedsbeitäge herhalten. Zuschuereinnahmen gibt´s ja bei Radrennen nicht.“

* … seine Leidenschaft am Organisieren:
„Das hat mich schon immer fasziniert. Die meisten Leute gehen ja nur zum Zuschauen zu einem Radrennen. Wenmn man es organisiert, dann braucht man ein halbes bis dreiviertel Jahr. Das ging in Schweinfurt immer gut über die Bühne durch meine guten Kontakte und meine Bekanntheit. Wir haben immer gute ausländische Rennfahrer bekommen.“

* … die schönste Zeit:
„Das war um die Olympiade in Melbourne 1956 herum, als Reinhold Pommer Bronze gewann und wir danach Einladungen von überall bekamen. In Italien oder Belgien waren wir die Hoffierten.“

* … das Volksradfahren:
„Ich hatte den RMC 50 Schweinfurt von meinem Vorgänger mit Schulden übernommen. Aus dem Minus sind wir nicht rausgekommen. Da habe ich mir das Volksradfahren ausgedacht. ´Lass die Finger davon, du blamierst dich´, hat man mich zwar gewarnt. Doch Franz-Josef Strauß war unser Schirmherr – und beim ersten Mal hatten wir schon rund 1000 Teilnehmer. Im zweiten Jahr sind dann die Firmen auf mich zugekommen. Irgendwann waren die Schulden weg und ich konnte wieder leichter schnaufen. Bei um die 10.000 Radfahrer zwischen Schweinfurt und der Vogelsburg bei Volkach war diese Veranstaltung nicht mehr möglich, aufgrund der vielen Autofahrer die der Strecke, der so genannten ´Vogelsburg-Schleife´. die nicht gesperrt werden durfte.“

* …Olympia 1972 in München:
„Ich hatte gute Verbindungen nach München, war erst fünf Wochen unten für Vorarbeiten und um die Strecke für die Straßenrennen mit auszuwählen. Dann war ich während des Sommers in München und während der Spiele als Radrennsport-Kampfrichter. Wir waren nicht weit weg vom Olympischen Dorf in einem Jugendhaus untergebracht, haben vom Terroranschlag nachts nichts mitbekommen, uns nur am Morgen gewundert, warum so viele Soldaten und Polizei auf den Straßen unterwegs waren.“

* … Hobbys heute:
„Ich mache jeden Tag eine Stunde Musik auf meinem Hohner Akkordeon, damit die Finger nicht klamm werden. Und ich übernehme viel für meine Frau Elvira im Haushalt. Langweile kommt nicht auf bei mir. Es gibt nichts Schlimmeres, als einen Rentner, der Zeit hat.“

* … die Musik:
„Habe ich schon immer gemacht. 1992 war der Crash bei FAG-Kugelfischer. Mein Arbeitsverhältnis endete 1991 im Alter von 57 Jahren. Da dachte ich, dass ich ja noch was machen muss. Ich kannte den Leiter des Seniorenbüros in Schweinfurt. Also haben wir ehrenamtlich in Heimen gespielt, drei Mal im Jahr bei einem Seniorentanz in der Stadthalle, auf dem Volksfest beim Seniorennachmittag und auf Benefizkonzerten für die Senioren…“

* … die Feier am 6. Juli:
„Viel ist nicht geplant. Nur mit der Familie, also auch den zwei Kindern und vier Enkeln, gehen wir zum Spanferkelessen zum Rudloff nach Bergrheinfeld.“



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