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Erinnerungen an einen geilen Hexenkessel: Als die Schonunger Ringer vor 11 Jahren fast in die Bundesliga aufstiegen


Johanniter Hausnotruf

SCHONUNGEN – Nach genau elf Jahren macht ein Rückblick auf Großereignisse vielleicht eher beim Fußball einen Sinn. SW1.News aber blickt ausnahmsweise mal auf ganz aufregende Ringer-Wochen in Schonungen aus dem Jahr 2010 zurück. Weil die letzte Saison wegen Corona komplett ausfiel. Und weil damals in der Gemeinde die Hölle los war.

Weit über 2000 Zuschauer sahen da die drei Aufstiegs-Heimkämpfe zur 2. Bundesliga. Vorher wurde der RSV 07 nur wenige Jahre nach der Gründung der Eigenständigkeit sensationell Meister in der Oberliga Süd – und hatte es dann erstmals mit Gegnern aus dem gesamten Bundesgebiet zu tun. Das war eine überragende Zeit. Zum finalen Heimkampf gegen Spiesen-Elversberg bei Sarbrücken kamen 800 Fans in die Hauptschulhalle – noch nicht mal halb so viele würden jetzt in die neue, eigene Rinherhalle passen.


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Die Schonunger holten in den Aufstiegskämpfen zuhause 5:1 Puunkte, gewannen abschließend auch in Groß-Zimmern und belegten mit 7:5 Zählern Rang drei der Runde. Als Nachrücker wäre damals der Aufstieg möglich gewesen. Doch der RSV verzichtete – um wenig später sogar in die Bayernliga abzusteigen. Dort, wo man an sich 2020 wiederum antreten wollte…


Hier zunächst ein Video vom ersten Aufstiegskampf, dann die drei Berichte des Portals Swex.de von damals aus den Heimkämpfen – und schließlich einige Fotos aus dieser Zeit.

Schritt eins auf dem Weg in die 2. Bundesliga ist geschafft – und wie erwartet war beim Schonunger Ringersieg die Halle ein Tollhaus

Schonungen (03.01.2010) – Den ersten ganz vorsichtigen Schritt in Richtung der Zweitligamatten haben die Schonunger Ringer nun hinter sich. Nach dem ersten von sechs Aufstiegskämpfen schaut es so aus, als hätten die Unterfranken tatsächlich das Zeug dazu, den ganz großen Wurf zu schaffen.

Beim 24:17 zum Auftakt gegen den Hessenmeister aus Groß-Zimmern mussten die rund 650 Zuschauer in der glänzend gefüllten Hauptschulhalle allerdings fast zwei Stunden lang ernsthaft bangen, ehe Dimitri Andronov und Tobias Hofmann in den letzten beiden Kämpfen des Abends alles klar machten. Nach sechs von zehn Aufeinandertreffen führten noch die Gäste. Es ging heiß her, wobei weitere Steigerungen sogar möglich sind. Doch dazu später mehr.

„Das war ein kleiner Schritt, fünf haben wir noch vor uns“, warnte Trainer Thomas Rösner vor vielleicht übertriebenen Erwartungen. Immerhin gilt Groß-Zimmern als wohl schwächstes Team der Viererrunde, zudem sagt man den Hessen nicht unbedingt ernsthafte Aufstiegsambitionen nach. Anders als den Schonungern, die es nun wissen wollen. Klar ist, dass nur der Erstplazierte der Aufstiegsrunde wird jubeln dürfen, auch wenn aufgrund von Rückzügen und Neugliederungen vergangenes Jahr nicht nur alle vier Teams aufstiegen, sondern sogar noch zwei Nachrücker gesucht wurden.

„Aktuell ist da aber heuer nichts bekannt“, sagt Rösner und rät zu weiteren Siegen. Vor allem zuhause sind die allemal drin, weil die eigene und so kleine Halle sich mal wieder als Hexenkessel erwies. Zwar hätten noch um die 100 Fans mehr einen Platz irgendwo in den Ecken gefunden, dennoch waren es in Schonungen wohl noch nie so viele Leute, die beim Ringen zuschauten. Deshalb gab es im Gang sogar erstmals einen zweiten Ausschank des Gerstensaftes. Mit Edgar Borst und Anhang war ebenso erstmals der Roth Bier-Chef persönlich anwesend und sah einen Ausgang, wie ihn Rösner beinahe exakt so getippt hatte.

20:17 lautete die Trainervermutung, „aber während des Kampfes habe ich gemerkt, dass es höher gehen kann“. Was daran lag, dass die beiden ganz schweren Jungs zwar wie erwartet verloren. „Aber wir haben auch in den oberen Gewichtsklassen gepunktet. Damit war nicht zu rechnen“, so Rösner. Markus Schäfer (2:3 nach Runden gegen Steve Fernandez Gomez) hatte sogar eine realistische Siegchance, verlor aber gleich zwei Mal beim Zwiegriff, als er das Bein des Gegners packen durfte und trotz klarem Vorteil selbst zu Boden musste. Ein bärenstarker Routinier Mike Gärtner, der vor Kampfbeginn den vielen neuen Zuschauern noch einige Regeln erklärte, sah sich mit seinen exakt 89,8 Kilo einem 27,2 Kilo schwereren Tim Zewetzki ausgesetzt. „Ein Wahnsinns-Unterschied“, wusste der Coach um kaum eine Chance für Schwergewicht Gärtner, das sich beim 1:3 aber bestens verkaufte.

„Ansonsten verlief alles bis auf Plan. Bis auf Stefan Pfister. Aber das passiert halt mal!“ Der 84 Kilo-Mann hatte gegen Zacharias Vakalov die erste Runde gewonnen, um dann auf Schultern zu verlieren. 12:13 stand es nach dem sechsten Kampf. Nachdem zuvor Angel Schmitt zum Auftakt und wie geschildert Gärtner und Schäfer knapp verloren, Muslim Gelaschanov und Gamsat Ucumiev jedoch vor der Pause ihre Gegner (Daniel Görisch und Göghan Bicer) derat beherrschten, dass 4:0-Wertungen zu einer 12:9-Gesamtführung führten.

Nach Pfisters Kampf war sie wieder weg, Rudi Schwankes Vierer gegen Marcel Schleicher holte sie zurück. Ehe Flo Hümpfer erwartet knapp verlor und beim Stand von 16:16 die Rechnereien begannen. Gut nur, dass die Schonunger nun noch zwei Asse aus dem Ärmel ziehen konnten: Dimitri Andronov verlor nur die erste Runde, schaffte gegen Sebastian Hain dann doch noch einen Viererwertung wegen klarer Überlegenheit. Also musste Tobias Hofmann beim Stand von 20:17 das Ding nur noch nach Hause schaukeln, durfte lediglich nicht turmhoch verlieren. Das größte RSV-Talent, Punktbester in der Oberliga-Runde, ließ die Stimmung jedoch überkochen, legte Jan-Michael Jany nach gerade mal 43 Sekunden auf die Schultern. In der Schonunger Ecke explodierten die Kämpfer und Betreuer (darunter auch der für Nürnberg ringende Bundesliga-Star Marco Greifelt) förmlich, die Fans verwandelten die Halle in ein Tollhaus.

„Nächsten Samstag bei Spiesen-Elversberg wird es noch eine Stufe schwerer“, weißt Thomas Rösner vor dem ersten Auswärtskampf im Saarland. 14 Tage danach steht vor heimischer Kulisse bereits der Rückkampf an, schon am 16. Januar findet in Schonungen der nächste Kracher statt. „Wir brauchen Euch gegen Krefeld“, verabschiedete sich Mike Gärtner per Hallenmikrofon von den Anhängern, „dann schaffen wir auch das!“ RSV Schonungen gegen KSV Germania Krefeld heißt dann das Aufeinandertreffen, das nach richtig großem Sport klingt in der kleinen Hauptschulhalle. Knapp üner 8000 Einwohner hat die Großgemeinde Schonungen, fast 240.000 die Großstadt am Niederrhein. Wetten, dass angesichts dieser unwirklich klingenden Konstellation die Halle oben am Berg noch ein bisschen mehr an ihre Belastungsgrenzen stoßen wird?

Aufstiegskampf zur 2. Bundesliga im Ringen:
RSV 07 Schonungen – AV Groß-Zimmern: 24:17
Für Schonungen punkteten: Muslim Gelaschanov, Gamsat Ucumiev, Rudolf Schwanke, Dimitri Andronov, Tobias Hofmann (je 4), Markus Schäfer (2), Mike Gärtner, Angel Schmitt (je 1).

„Einfach geil, hier zu ringen!“ Die Schonunger packten in ihrem Tollhaus auch den Aufstiegsfavoriten aus Krefeld

Schonungen (17.01.2010) – Wie geil war das denn? Mit 23:16 fegten die Schonunger Ringer am Samstagabend vor wieder mehr als 700 Fans den Topfavoriten Germania Krefeld von der Matte und haben zur Halbzeit der Aufstiegsrunde alle Chancen auf den Sprung in die 2. Bundesliga. Der RSV, Krefeld und Spiesen-Elversberg liegen mit jeweils 4:2 Zählern punktgleich an der Spitze der Vierergruppe. Und schon am nächten Samstag, den 23.01., 19.30 Uhr, kann die Party weitergehen, wenn Spiesen-Elversberg zum ersten Rückrundenkampf in die Hauptschulhalle kommt. Nochmals dürfte eine Steigerung der Zuschauerzahl machbar sein. Denn das „Tollhaus Ringerhalle“ spricht sich immer mehr herum.

„Was heute hier wieder los war…. Da wächst jeder über sich hinaus, gibt 20 Prozent mehr. Einfach geil, hier zu ringen“, schwärmte Mike Gärtner. Das routinierte Schwergewicht steht stellvertretend für den Lauf der Schonunger. Gegen Talip Alkan gewann Gärtner alls drei Runden vorzeitig und stellte nach Angel Schmitts 0:3-Auftaktniederlage die Weichen für einen unvergesslichen Abend. „Ich kann mich nicht erinnern, dass hier schon mal so eine Stimmung war“, bestätigte Thomas Rösner. Der Trainer, weit über 20 Jahre dabei, muss es ja wissen. Als auch Muslim Gelaschanov zum 8:3-Zwischenstand Arthur Eisenkrein über die Matte wirbelte und vor der Pause Gamsat Ucumiev gegen Ibro Cakovic gewann im vielleicht besten Ringerkampf, den Schonungen je gesehen hat, da zeichnete sich der Triumph schon ganz leicht ab. Auch weil Markus Schäfer gegen Alexander Wagner nur mit 0:3 verlor. „Gamsats Leistung war weltklasse“, beglückwunschte Rösner. 11:7 hieß es nach der Hälfte der Aufeinandertreffen. Und das gegen einen Absteiger aus der 2. Bundesliga, der dorthin unbedingt zurück will.

Ringen in Schonungen bedeutet aber auch: Berg- und Talfahrten, immer wieder auch mal Rückschläge. So wie Stefan Pfisters anschließende Schulterniederlage gegen Tim Focken. Die erste Runde hatte der RSV-Akteur an sich schon gewonnen, um in letzter Sekunde doch noch in Rückstand zu geraten. „Er hat sich selbst auf die Verliererstraße gebracht“, weiß Thomas Rösner. Beim Stand von 11:11 wurde es nun immer spannender. Rudi Schwanke gewann seinen Fünf-Runden-Krimi gegen Alexander Storck, ehe wenig später der wohl ergreifendste Jubel in der Schonunger Ringer-Geschichte zu registrieren war: Florian Hümpfer legte nach Rückstand Michael Rips auf die Schultern! „Rips hat die ganze Zeit Schwergewicht gerungen und Gewicht gemacht. Ich hab dem Flo vorher gesagt, dass der irgendwann müde wird“, so Rösner. Jetzt wurde allen Fans klar: Einen der beiden letzten Kämpfe mussten die Hausherren nur noch gewinnen für die Sensation.

Und gleich Dimitri Andronov erfüllte allen den großen Wunsch beim 3:0 gegen Christian Fonger. „Spitze, er hat bis 18 Uhr noch Post ausgetragen“, lobte der Trainer seinen zweiten Routnier im Kader. Kurz vor 21.30 Uhr kannte die Freude kaum noch Grenzen. Mit La olá-Wellen feierte die RSV-Crew schon während des Abschlusskampfes von Tobias Hofmann. Dass der nach zwei souveränen Runden gegen Waldemar Schäfer doch noch mit 2:3 verlor, spielte nur noch eine untergeordnete Rolle. „Er hat in den ersten zwei Runden sein Pulver verschossen“, analysierte Rösner.

„Krefeld war selbstbewusst. Die dachten, sie hauen uns weg. Aber wir hätten auch tatsächlich heute acht von zehn Kämpfen verlieren können“, bestätigte Thomas Rösner die Stärke der Westdeutschen. „Das war eigentlich unser bisher bester Gegner. So richtig große Siegchancen hatten wir nicht“, ergänzte Mike Gärtner. Ganz so ausgiebig konnten er und seine Teamkollegen den Erfolg aber nicht feiern. Denn schon am Sonntagmorgen machte sich die halbe Mannschaft auf den Weg in den Ski-Kurzurlub nach Südtirol. Das soll bis Mittwoch die Köpfe frei machen. Donnerstag wird dann wieder trainiert, Freitag etwas eher als sonst, weil die Ringer dann am Abend den Schweinfurter Mighty Dogs einen Gegenbesuch abstatten bei deren Heimspiel gegen Erding. Die Eishockeytruppe schaute am Samstag gegen Krefeld zu.

Und dann wird´s ab dem nächsten Samstag so richtig ernst. Um 19.30 Uhr steigt der letzte Heimkampf gegen Spiesen-Elversberg. „Da haben wir noch eine Rechnung offen“, weiß Mike Gärtner, der hoch motiviert ist. Mit 16:22 endete Samstag vor einer Woche der Hinkampf zu Gunsten der Saarländer. „Die liegen uns zwar nicht unbedingt, es ist aber alles offen. Wir wollten jedoch möglichst höher gewinnen, als wir dort verloren haben“, erwartet Rösner womöglich den direkten Vergleich als entscheidendes Kriterium am Ende. „Ich gehe davon aus, dass wir in Groß-Zimmern gewinnen“, rechnet Gärtner zum Finale am 7. Februar bei den Hessen (der Kampf wurde auf Sonntagnachmittag verlegt) mit einem Pflichterfolg beim punktlosen Schlusslicht.

Also könnte es acht Tage zuvor zu einem Duell um Rang eins in Krefeld kommen. Dass die Schonunger da nicht chancenlos sind, das hat man am Samstag gesehen. Sicher aufsteigen in die 2. Bundesliga wird nur der Gruppenerste. Der Zweite aber ist womöglich heißer Anwärter als Nachrücker. Nicht aber in die Süd-Staffel, weil da der baden-württembergische Vizemeister der Regionalliga Vorrecht genießt. Doch im Falle eines Aufstiegs peilt der RSV 07 ohnehin eher die Gruppen Mitte (mit vielen Vertretern aus Hessen) oder Nord (mit Burgebrach) an. Alles nur Theorie momentan. Fakt aber ist: Unabhängig vom Ausgang dieser Saison haben die Schonunger Ringer viele neue Freunde gewonnen. Und kommenden Samstag sollten es noch ein paar mehr werden….

Aufstiegskampf zur 2. Bundesliga im Ringen:
RSV 07 Schonungen – KSV Germania Krefeld: 23:16 (11:8)
Für Schonungen punkteten: Muslim Gelaschanov, Mike Gärtner, Florian Hümpfer (je 4), Gamsat Ucumiev, Rudolf Schwanke, Dimitri Andronov (je 3), Tobias Hofmann (2); Zuschauer: 700.

„Machbar ist weiter alles!“ Das aufregende Remis gegen Spiesen-Elversberg hält die Schonunger Ringer im Bundesliga-Aufstiegskampf

Schonungen (24.01.2010) – „Wir sehen uns wieder, im August oder September. Je nachdem, wann es wieder losgeht“, verabschiedete sich wie fast immer Mike Gärtner nach dem letzten Schonunger Heimkampf einer Saison vom „geilsten Publikum, das wir je erlebt haben“. Noch ist rein gar nichts klar. Im August startet die 2. Bundesliga, im Monat danach die Oberliga. Wo der RSV 07 nächste Saison antritt? Komplett offen! Denn nach dem hochdramatischen 19:19 gegen Spiesen-Elversberg ist Platz eins der Aufstiegsrunde mit dem sicheren Sprung nach oben weiterhin möglich für die Unterfranken. Kommenden Samstag beim Rückkampf in Krefeld fällt die Entscheidung.

Fakt ist: Verlieren die Schonunger, derzeit mit 5:3 Punkten absolut im Bereich der Erwartungen, dann werden sie die Vierergruppe als Dritter beenden, können nur ein kleines bisschen auf einen Nachrückerplatz hoffen. Gewinnen sie aber beim Tabellenführer (6:2 Zähler), dann würde am Sonntag danach (7. Februar) die halbe Gemeinde nach Groß-Zimmern pilgern. Beim hessischen Schlusslicht steht an einem Sonntagnachmittag der letzte Kampf der Runde an. Zu diesem Zeitpunkt wüssten die Schonunger dann schon, wie Krefeld am Abend vorher gegen Spiesen-Elverberg gerungen hat. Schon den Hinkampf gewannen die Westfalen. Würden sie das erneut schaffen und die Schonunger beide Male siegen, so wäre der Aufstieg über Rang eins möglich für den RSV 07.

Zuzutrauen ist dem Team derzeit alles. Angetrieben vom Publikum, diesmal mit 800 Leuten trotz Faschingsveranstaltung im Ort offiziell mehr denn je, entwickelten die Hausherren genau diese Leidenschaft, die zuletzt immer mehr Anhänger in den Hexenkessel lockte. Im Vergleich zum 22:16 der Saarländer im Hinkampf verlief der Abend fast identisch. Angel Schmitt verlor erneut shcnell auf Schultern gegen Liridon Avdyli, Markus Schäfer mit 0:3, diesmal gegen Klaus Mertens. Der 0:7-Start war erneut denkbar ungünstig für die Schonunger. Doch dann lief es besser.

Wie schon im Saarland eröffnete Muslim Gelaschanov mit dem 4:0 gegen Marc Hinkel die Aufholjagd. Mike Gärtner quälte sich trotz Verletzung diesmal gegen den wohl halb so alten Jannik Kaisner zu einem 3:1. Ehe Rudi Schwanke nach einem klaren Rückstand Kevin Bredy auf die Schultern legte. Beim Pausenstand von 11:8 tobte nun erstmals die Halle so richtig, machten die Schonunger Punkte gut im Vergleich zum Hinkampf.

Es wurde richtig dramatisch: Flo „Tiger“ Hümpfer ließ dem Schultersieg gegen Vito Nardi diesmal „nur“ ein 3:1 folgen, 3:1 schlug Gamsat Ucumiev dafür Yüksel Dincay, gegen den er in Spiesen noch verloren hatte. 17:10 hieß es drei Kämpfe vor dem Ende. Drei Kämpfe, die der RSV 07 zwei Wochen zuvor noch mit 1:10 Punktem im Gesamten verloren hatte. Also musste es jetzt besser laufen. Und das klappte zunächst gut.

Stefan Pfister verlor gegen Kevin Diersch statt mit 0:3 nur noch 1:3, Tobias Hofmann gegen Petrit Avdyli statt auf Schultern (0:4) lediglich mit 0:3 knapp nach Runden. Also hing alles mal wieder von Dimitri Andronov ab, der in Spiesen mit 1:3 gegen Andreas Doll verlor. Beim Stand von 18:16 sollte die exakte Wiederholung dieses Resultates am Ende das Remis bedeuten. Wobei mehr drin war für „Dimi“, letztlich aber die Gäste jubelten und Thomas Rösner ein wenig angefressen war. „Kampfentscheidende Aktionen blöde gewertet“, hätte der Kampfrichter („aus meiner Sicht katastrophal!“) aus Gütersloh, gerade bei Andronov, aber auch zuvor bei Hofmann. Exakt das 19:19 tippte Schonungens Trainer jedoch zuvor. „Das Unentschieden sorgt dafür, das alles nun noch spannender wird, als es ohnehin schon war!“

Allerdings glaubt Rösner nicht, „dass die in Krefeld verlieren, wenn sie so auftreten wie hier bei uns“. Und von Seiten der Krefelder erwartet Rösner ein paar Überraschungen kommenden Samstag, damit die Westfalen die Revanche schaffen für die Niederlage in Schonungen. „Damit werden wir dann erstmal klarkommen müssen. Machbar ist aber alles, es muss halt passen“, so der Coach vorausblickend. Kurzfristig sorgten die Ringer für eine Gratis-Mitfahrt ihrer Fans nach Krefeld, „weil wir die Unterstützung anz einfach brauchen“, so der Vereinsvorstand Johannes Wendel. Nur noch Restplätze gibt es seit Samstagabend, nach Groß-Zimmern hingegen ist das erste Gefährt bereits voll, liegen Anmeldungen für Bus zwei vor. Steigerungspotenzial vorhanden, je nach Ausgang nächsten Samstag.

„Je mehr Publikum da ist, desto besser ringen wir“, bezog Gamsat Ucumiev das allerdings auf die Heimkämpfe. Über 2000 Fans kamen zu den drei Aufstiegsfights. „Wir sind alle begeistert, das war phänomenal. Ich kann unseren Anhängern nur ein ganz großes Lob aussperchen“, findet Thomas Rösner die Entwicklung auf den Rängen überaus bemerkenswert. Und natürlich machte auch das Team in dieser nun langsam zu Ende gehenden Saison einen gewaltigen Schritt nach vorne. Vielleicht reicht das sogar für die 2. Bundesliga. Hauchdünn wird die Entscheidung darüber allemal ausfallen. „Manchmal ist es halt einfach das Zünglein an der Waage, das fehlt“, sagt Routinier Mike Gärtner. Gegen Spiesen-Elversberg machten es Kleinigkeiten aus, weshalb die Schonunger im zehnten und letzten Heimkampf der Saison erstmals nicht gewannen. Unterm Strich aber änderte das nichts an den Voraussetzungen für die nächsten zwei mit Spannung zu erwartenden Wochenenden.

RSV 07 Schonungen – RSV Spiesen – Elversberg: 19:19 (11:8)
Es punkteten für Schonungen: Muslim Gelaschanov, Rudi Schwanke (je 4), Gamsat Ucumiev, Florian Hümpfer, Mike Gärtner (je 3), Dimitri Andonov, Stefan Pfister (je 1); Zuschauer: offiziell 800.


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