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Es bleibt dabei: Bad Königshofen kann das thüringisch-fränkische Derby der Tischtennis-Bundesliga in Mühlhausen nicht gewinnen


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BAD KÖNIGSHOFEN / MÜHLHAUSEN – Das thüringisch-fränkische Derby der Tischtennis-Bundesliga reihte sich unter allen Aspekten ein in die Serie der ebenso unglücklich wie unnötig verlorenen Spiele in dieser Saison. In der die Königshöfer nun mit 4:12 Punkten sehr weit unten in der Tabelle stehen, wo sie normalerweise nicht hin gehören. Doch am Ende lügen Zahlen nicht.

Es blieb also dabei: Keine Glückwunschpost für die Gäste in der Post-SV-Halle Am Kristanplatz auch im vierten TTBL-Jahr. Geisterkulisse nannte der Kommentator die Stimmung am Spielort. Waren es Geister, die für die Sprechchöre und starken Beifall verantwortlich zeichneten? Er befand auch, die Königshöfer hätten eine aggressive Aufstellung gewählt. Es kommt eben immer auf die Perspektive an.


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Bei den Gästen spielte sich Kilian Ort zwar ein. Manager Andy Albert verriet aber: „Wenn es unbedingt hätte sein müssen, hätte er gespielt. Wir einigten uns aber, ihn für die zwei Spiele am Freitag in Ochsenhausen und am Sonntag daheim gegen Grenzau zu schonen.“ Oder war aggressiv, dass Filip Zeljko an Position 1 nominiert wurde.


Als „Kracher gleich im ersten Spiel“ wurde dann die Partie des Österreichers Daniel Habesohn, Nummer 36 der Weltrangliste, gegen Bastian Steger angekündigt. Diesen Punkt hätte man allzu gern auf der TSV-Seite verbucht gesehen. Steger war nach den zwei Niederlagen von Düsseldorf und der Verletzung vor Neu-Ulm erst am Montag wieder ins Training eingestiegen und noch nicht wieder in der Verfassung, um den Punkte-Garanten zu geben.

„Wenn wir den machen, gewinnen wir“, haderte Albert mit dem Verlauf. Den ersten Satz holte Steger zwar mit 11:8. Doch dann nahm die Symptomatik dieses Spiels und der gesamten Begegnung ihren Lauf. Steger führte im zweiten und dritten Satz mit 10:8 bzw. 11:10 – und verlor beide, den vierten mit 9:11. Fünf Satzbälle und kein Satzgewinn! Insgesamt gingen in den drei Stunden in der Posthalle elf Sätze bis 11:9, 12:10 oder 13:11. Neun davon gewannen die Gastgeber.

Dieser Rückstand erhöhte natürlich den Druck auf Filip Zeljko (auf dem Bild) umso mehr. Zum ersten Mal in der Pole-Position, und bei einer Niederlage hieße es 0:2-Rückstand. Doch mit solchem Negativdenken beschäftigt sich der stärker gewordene Kroate anscheinend nicht mehr. An seinem 24. Geburtstag ein paar Tage zuvor hatte er gleich drei Trainingseinheiten absolviert. Die Aufstellungs-Umstellung hatte einen besonderen Grund: Nicht etwa, dass man ihn an 1 opfern wollte, sondern weil er den Tschechen Lubomir Jancarik (positive Bilanz) schon einmal geschlagen hat, wenn das auch im ersten Bundesliga-Jahr war.

Der 33-jährige zweimalige Olympiateilnehmer kippte aber den ersten, sehr ausgeglichenen Satz nach 9:8-Führung Zeljko noch und gewann mit 12:10. Gefühlte elf der zwölf Punkte verlor der junge Kroate durch leichte Fehler, nicht nur mit seiner Rückhand. Doch dann war es nur noch Filip selber, der mit seinem Brüller nach jedem gewonnenen Ball die Geisterstimmung durchbrach und zum 1:1-Zwischenstand ausglich.

Das Dreierduell Steffen Mengel gegen Abdel-Kader Salifou war das mit Abstand spannendste, ging über fünf Sätze und stand im letzten Durchgang bei 9:9 spitz auf knopf. Es entschieden ein paar Sekunden über den Sieg. Besonders in der entscheidenden Phase des Satzes lag das Kanten-Glück von Tisch, Netz und Schläger mit Zu-null-Vorteil auf Seiten der Thüringer. Sah man´s optimistisch: Würde der Franzose die durch seine zwei Siege gegen Neu-Ulm ausgelöste Thermik nutzen und Mengel schlagen können?

Nach 10:9-Führung und einem „verschossenen Elfmeter“ gab er den ersten Satz mit 10:12 ab. Den zweiten Durchgang beendete er glücklicher, hatte aber Schwerstarbeit über 9:7, 10:9 und 11:10 zum 12:10 zu leisten. Den dritten Satz dominierte er deutlich – 11:6. Im vierten wehrte er zwei Satzbälle ab, verlor 10:12. Und im fünften mischte sich die Glücksgöttin Fortuna in entscheidendem Maße ins Spiel ein. Der Schlechtere hat dieses Spiel nicht verloren.

Statt eines Rückstands hätte bei einer 2:1-Führung Zeljko vielleicht auch nicht gegen Habesohn gewonnen. Aber im Doppel hätten Steger/Salifou die Säbel schon gewetzt, obwohl sie noch nie zusammen gespielt hatten. Doch sie mussten nicht wetzen. Die Nummer 36 der Welt Daniel Habesohn kam zwar drei Sätze lang gegen die 347 arg in Bedrängnis, hatte aber im vierten die Zügel fest in der Hand und gewann verdient. Wobei Zeljko im ersten Satz, unmittelbar nach Salifous unglücklichem 9:11 in seinem fünften, schon wieder eine 10:8-Führung nicht nutzen konnte und 10:12 verlor. Den zweiten Durchgang entschied der mit weniger leichten Fehlern, Habesohn.

Im dritten besiegte Filip Zeljko sein 10:8-Trauma und gewann mit 11:9. Doch im vierten hatte er das Ende der Fahnenstange erreicht, ging absolut nichts mehr, nur er mit fliegenden Fahnen (2:11) unter. Andy Alberts Bilanz fiel voll im Konjunktiv aus: „Das hätte man auch 3:0 gewinnen können. Doch fünf Mal haben wir Führungen hinten raus nicht zu Satzgewinnen nutzen können. Sie haben aber wieder alle ihr Bestes gegeben. So nah dran waren wir noch nie hier in dieser Halle.“

TISCHTENNIS, Bundesliga: Post SV Mühlhausen – TSV Bad Königshofen 3:1

Ergebnisse:
Daniel Habesohn – Bastian Steger 3:1
(8:11/12:10/13:11/11:9)
Lubomir Jancarik – Filip Zeljko 1:3
(12:10/9:11/7:11/7:11)
Steffen Mengel – Abdel K. Salifou 3:2
(12:10/10:12/6:11/12:10/11:9)
Daniel Habesohn – Filip Zeljko 3:1
(12:10/11:7/9:11/11:2)

Text und Foto: Rudi Dümpert für SW1.News



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