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Finale erreicht: Die Deutsche Faustball-Nationalmannschaft um den Schweinfurter Kapitän Fabian Sagstetter besiegte vor über 5000 Fans die Schweiz


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WINTERTHUR / SCHWEINFURT – Die Deutsche Faustball-Nationalmannschaft um den Schweinfurter Kapitän Fabian Sagstetter steht im Finale der Weltmeisterschaft in Winterthur. Das findet am Samstag ab 18 Uhr statt. Gegner ist Österreich.

In einem umkämpften Halbfinale setzte sich der Titelverteidiger vor 5237 Zuschauern gegen Gastgeber Schweiz 3:0 (11:6, 15:14, 11:3) durch. Knackpunkt war dabei der zweite Durchgang. Hier wehrte das Team von Bundestrainer Olaf Neuenfeld in der Verlängerung drei Satzbälle ab, um dann beim 14:14 den entscheidenden Punkt zu setzen – und die Schweizer Gegenwehr zu brechen.


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Eine Veränderung nimmt Bundestrainer Olaf Neuenfeld im Vergleich zum 3:0-Erfolg im Viertelfinale gegen Brasilien vor. Nick Trinemeier ersetzt Lukas Schubert und bildet gemeinsam mit Patrick Thomas das Angriffs-Duo. Die Defensive bleibt mit Fabian Sagstetter, Ajith Fernando und Jonas Schröter unverändert. Los geht es aber – wie schon gegen die Südamerikaner – mit einem Rückstand. Zweimal punktet der WM-Gastgeber über Ajith Fernando, dann ist Jan Meier über Nick Trinemeier erfolgreich (0:3). Den ersten Punkt für Deutschland markiert Patrick Thomas aus der Angabe. Viele weitere kommen zu Beginn noch nicht dazu. Deutschlands Hauptangreifer sucht noch nach der richtigen Länge. Mit einem Punkt aus dem Rückschlag und einer Ausangabe von Raphael Schlattinger steht es aber 4:4. Nachdem ein Zuspiel der Schweizer auf dem Boden verspringt, führt Deutschland das erste Mal mit zwei Punkten. Oli Lang regt sich so auf, dass er von Schiedsrichter Werner Teny die gelbe Karte gezeigt bekommt. Jan Meier übernimmt bei der Schweiz die Angabe, tritt aber über – 10:6 für den Titelverteidiger. Patrick Thomas holt mit einem Schlag über die rechte Schweizer Abwehrseite den ersten Satz für Deutschland.

Auch im zweiten Abschnitt läuft das deutsche Team einem frühen Rückstand hinterher (1:3), den die Schweizer auf drei Punkte ausbauen (2:5). Während sich die Fanlager aus Deutschland und der Schweiz ein lautstarkes Duell auf den Tribünen liefern, kann das Team von Olaf Neuenfeld nicht wirklich näher kommen. Nach einem deutschen Punkt zum 5:7 nimmt der Bundestrainer Auszeit, die anschließende Angabe von Raphael Schlattinger landet im Aus. Als Nick Trinemeier zum 7:7 ausgleicht, übernimmt Meier die Schweizer Angabe und ist direkt über Jonas Schröter erfolgreich – die Eidgenossen nähern sich mit einem Punkt Vorsprung dem Satzball. Doch daraus wird nichts. Zwei Punkte von Thomas sorgen zur ersten Führung von Schwarz-Rot-Gold in diesem Satz: Auszeit Schweiz. Zwei Satzbälle wehren die Schweizer in der Folge ab, gehen selbst in Führung. Jan Meier spielt zu diesem Zeitpunkt stark auf. Der Angreifer von Faustball Widnau sorgt für die 14:13-Führung. Doch ein zu weites Zuspiel sorgt zum 14:14. Zweimal wehrt Deutschland die Schläge von Meier ab (Angabe und Rückschlag) – dann kann Martin Dünner den hart geschlagenen Ball von Patrick Thomas nicht ins Feld bringen. Das Neuenfeld-Team holt Satz zwei mit 15:14.


Ein Satz fehlt Deutschland noch zum Finaleinzug. Doch die Schweizer Gegenwehr ist weiterhin nicht gebrochen. Ausgeglichen geht es in den dritten Durchgang (3:3). Nach einer Leinenangabe von Jan Meier sowie jeweils einem Preller von Patrick Thomas und Nick Trinemeier steht eine deutsche 6:3-Führung auf der Anzeigentafel. Swiss-Coach Oli Lang ruft sein Team in einer Auszeit noch einmal zusammen – und wechselt im Angriff doppelt. Ueli Rebsamen und Lukas Lässer sollen die Partie noch drehen. Doch am schwachen Schweizer Zuspiel zu diesem Zeitpunkt können auch sie nichts ändern. Während Patrick Thomas den Ball beinahe immer im Dreimeterraum liegen hat, laufen die Eidgenossen aus vier, fünf Metern an – die deutsche Führung wächst auf 9:3. Oli Lang und Hanspeter Brigger stehen am Seitenrand, diskutieren, wirken ratlos. Patrick Thomas punktet derweil über Ueli Rebsamen zum 10:3. Sieben Matchbälle hat das deutsche Team nun. Nick Trinemeier behält bei seinem Rückschlag die Übersicht und platziert den Ball vor dem eingelaufenen Lukas Lässer. Deutschland punktet in diesem dritten Satz somit neunmal in Folge und steht dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung erneut im WM-Finale.

Bundestrainer Olaf Neuenfeld: „Wir hätten uns nicht beschweren dürfen, wenn wir hier 0:2 zurückliegen. Es war aber unheimlich wichtig, dass wir auch bei den Rückständen ruhig geblieben sind. Der zweite Satz war dann der Knackpunkt. Die Schweiz hat beide Male ihre Führung nicht ins Ziel gebracht und ist jetzt gezwungen, zu gewinnen. Das hat uns dann in die Karten gespielt. Auf dem Platz wird es immer schwerer zuzuspielen, da sehe ich bei uns auf jeden Fall noch Luft nach oben.“

Ajith Fernando: „Wir mussten richtig kämpfen, ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wann die Schweiz zuletzt so stark war. Zum Glück haben wir es am Ende geschafft.“

Nick Trinemeier: „Der Schlüssel war, dass wir ruhig geblieben sind in den Situationen, wo nicht alles nach Plan lief. Einig Bälle haben nach der Bodenberührung unheimlich an Tempo aufgenommen, aber wir sind ruhig geblieben.“

Bericht: DFBL/ssp / Fotos: DFBL/denDulk

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