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Nach bester Tischtennis-Saison: Hoffnung auf die Zuschauer und Luft nach oben beim TSV Bad Königshofen


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BAD KÖNIGSHOFEN – Es ist keine Augenwischerei, dass Spieler wie Verantwortliche und, so die vielen Rückmeldungen, auch die meisten Fans mit dieser vierten TTBL-Saison des TSV Bad Königshofen zufrieden sind. Man gehört in der Drei-Klassen-Gesellschaft mit 22:22 Punkten und Platz 8 zum Sechser-Mittelfeld der Etablierten, konnte aber Saarbrücken (2.) ein und Ochsenhausen (3.) sogar zwei Mal schlagen, Düsseldorf (1.) heuer nicht, dafür Grünwettersbach (4.).

Wer drei Halbfinalisten besiegt, sollte eigentlich das Zeug haben, im Konzert der Großen mitzuspielen. Verdorben haben das zwei besonders unglückliche und eine total unnötige Niederlage gegen Bergneustadt und Neu-Ulm bzw. in Grenzau (alle 2:3), während man nur ein Mal selber richtig Glück hatte beim 3:2-Sieg in Bad Homburg. Fulda konnte erstmals, sogar zwei Mal, geschlagen und eine Serie mit sechs Siegen in Folge erzielt werden: „Alles in allem war es unsere beste Saison, die wir eigentlich nur wirtschaftlich, sportlich und gesundheitlich unbeschadet überstehen wollten.“ Daran wollte Manager Andy Albert letztlich noch erinnert haben. Doch blauäugig wolle man nicht aus der Saison herausgehen und ein paar offene Fragen beantworten, um für die nächste Saison gerüstet zu sein. An dieser ersten wird man sich indes die Zähne ausbeißen:


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Wird man noch einmal ohne Zuschauer über die Runden kommen (müssen)?
„Wirtschaftlich betrachtet mussten und müssen wir aus heutiger Sicht den Etat erneut ohne Zuschauereinnahmen aufstellen“, gesteht Albert. „Zum Glück spielte unser Team so überzeugend, dass unsere Partner und Sponsoren bei verminderten Gegenleistungen weiterhin zum Projekt ´Weltklasse in Bad Königshofen` stehen. Außer der Werbung in der Halle und den Videoclips konnten wir ihnen nichts bieten. Von der Wirtschaftsregion her sind wir im Vergleich zu allen anderen Clubs das Schlusslicht, von der Treue unserer Partner her die Besten. Wir wissen das zu schätzen.“ Und aus sportlicher Sicht: „Unser viel gerühmter Heimvorteil mit den Emotionen, die die Gäste beeindrucken und besonders den Jüngeren die Luft nehmen, war dahin. Das hat uns weh getan. Die besten Fans der Liga durften nicht in ihr Tischtennis-Wohnzimmer. Zum Glück konnten sie uns per Livestream wenigstens daheim im Wohnzimmer verfolgen.“ Albert zweifelt daran, „dass wir ab Herbst wieder vor ausverkauften Rängen spielen können.“


Kilian Ort, der in dieser Saison einen deutlichen Entwicklungssprung gemacht hat, beschäftigen die fehlenden Zuschauer auf seine Weise: „Sie sind natürlich das Salz in der Suppe und leider hat man sich fast schon daran gewöhnt, dass keine dabei sind.“ Dann wird er melancholisch: „Es ist immer schön, wenn ich alte Videos angucke und sehe, wie sie mitgehen, sich ärgeren und freuen. Außer der Hoffnung, dass sie bald wieder kommen dürfen, bleibt uns nichts.“ Dass die Spieler finanziell erneut Abstriche machen werden, ist nicht zuletzt auch den familiären Strukturen zu verdanken.

Welche Rolle spielte Abdel-Kader Salifou?
Wo er landen wird, ist bislang nicht bekannt. Ort bedauert, „dass er sich nicht zum Lieblingsspieler unserer Fans entwickeln konnte“, wie es z.B. Mizuki Oikawa war. „Es ist schade, wie gerade in unserer Individualsportart der Athlet gesehen wird, wenn er nicht das erfüllen konnte, was der Verein von ihm erhofft hatte. Ich bin der Meinung, man sollte den Menschen hinter dem Sportler nicht vergessen. Abdel hatte wirklich keine leichte Zeit, ich kann da selber auch mitfühlen. Er war auch nicht immer hundertprozentig. Er ist ein bisschen ein Freigeist, aber auch ein Teamplayer. Er hat mir z.B. durch Tipps in Satzpausen zwei Spiele gewonnen, die ich sonst wahrscheinlich verloren hätte. Dafür bin ich ihm sehr dankbar. Er hat sich auch nie beschwert, wenn er nicht gespielt hat. Gegen Grünwettersbach hat er uns zum Sieg geführt. Er ist einfach ein feiner Kerl und immer willkommen.“

„Einen Sahnetag“ hat Andy Albert bei Salifou „nur gegen Grünwettersbach gesehen. Er kam mit Corona, das hing ihm noch lange in den Klamotten. Jetzt ist er leider schon wieder verletzt, wahrscheinlich länger. Im Sommer wird er zum zweiten Mal Papa. Dazu wünschen wir ihm alles Gute und dass er bei einem anderen Verein mit etwas mehr Glück besser Fuß fasst als bei uns.“

Hat die Mannschaft am/über dem Limit gespielt oder war sogar mehr drin?
„Vor der Saison hat uns keiner elf Siege zugetraut“, erinnert sich Kilian Ort. „Das hätte jeder unterschrieben. Dass uns Mizuki kurz vor Torschluss weggebrochen ist, hat es nicht leichter gemacht. Mitte November musste ich mich über Abstiegssorgen interviewen lassen und ein paar Wochen später waren wir mehr oder weniger in den Playoffs. Die Wahrheit liegt wie so oft in der Mitte. Eins, zwei Plätze weiter vorne wäre vielleicht auch in Ordnung gewesen. Für unsere Verhältnisse war es eine sehr gute Saison mit einem herausragenden Basti Steger. Gewiss wäre der eine oder andere Sieg mehr drin gewesen.“

Andy Albert hat eine Nähe zum Limit beobachtet, „wobei ich Kilian und Filip noch eine Leistungssteigerung zutraue. Da ist noch Luft nach oben.“

Hat die Leistung der Mannschaft unter der Playoff-Diskussion gelitten?
Sicher fällt hier jedem die Niederlage beim Vorletzten TTC Grenzau ein, die erste im achten Vergleich. Es gibt indes kaum eine Sportart, in der ein Tabellenfünfter unmöglich beim Vorletzten verliert. Kilian Ort ist damals nicht in die Diskussion eingestiegen, eröffnet hat sie in der Mannschaft eh niemand. Das kam von außen. Deshalb ist nur nachvollziehbar und konsequent, wenn er sich jetzt nicht dazu äußern mag. „Wir konzentrieren uns immer nur auf das nächste Spiel, deshalb nein.“

Welche Planungen fürs nächste Jahr sind jetzt schon absehbar?
„Das Trio, das diese Runde meistens gespielt hat, wollten wir zusammenhalten und haben es auch geschafft“, erklärt Andy Albert die Personalien. „Headcoach bleibt Koji Itagaki und als vierten Mann konnten wir den Nachwuchsspieler Maksim Grebnev (19) holen, der in der Gruppe von Dimitrij Mazunov in Neu-Ulm trainiert. Er ist ein entwicklungsfähiger Junge mit sehr viel Potenzial.“ Mehr Potenzial war gewiss auf dem Markt. Man muss es sich halt erst leisten können. Von Steger wünscht sich Albert die Verfassung wie diese Runde, von Ort/Zeljko, „dass sie diese Luft nach oben nutzen. Die Saison wird noch schwerer und ausgeglichener. Die so genannten schwachen Teams haben sich nämlich erheblich verstärkt.“

Für Kilian Ort war ein Schlüssel zum Erfolg, „dass wir mit Peter Hofmann und seinem Team permanent eine professionelle physiotherapeutische Betreuung hatten.“ Und zur neuen Saison: „Es wird richtig spannend, weil erstmals wirklich zwei Zweitligisten aufsteigen wollen. Da müssen auch wir gehörig aufpassen, dass wir uns möglichst rasch von der Abstiegszone entfernen können. Dafür müssen wir uns jetzt schon und den Sommer über gut vorbereiten.“

Auf den Bildern:

Foto Silas Pehl: Nach dem Spiel gegen Neu-Ulm verabschiedete Geschäftsführer Udo Braungart Abdel-Kader Salifou im Kreis der Mannschaft mit einer Foto-Collage.

Foto Silas Pehl: Als Bastian Steger (links) gegen Emmanuel Lebesson das erste Einzel verloren hatte, war der Traum vom Play-Off-Halbfinale ausgeträumt.

Foto Rudi Dümpert: Nach dem letzten Heimspiel (3:1 gegen Bad Homburg) verabschiedete sich die Mannschaft mit Blick in die Livestream-Kamera von ihren Fans.

Text: Rudi Dümpert für SW1.News



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