Home / Slider / Neuer Anlauf im Sommer und dann gegen Helgoland? Sogar der Kicker berichtet nun über Helmuth Weisensel und seine Probleme bei der Gründung einer Nationalmannschaft für Franken

Neuer Anlauf im Sommer und dann gegen Helgoland? Sogar der Kicker berichtet nun über Helmuth Weisensel und seine Probleme bei der Gründung einer Nationalmannschaft für Franken


Sparkasse

SCHLEERIETH – „Der Verband ist anscheinend völlig humorlos“, sagt Helmuth Weisensel. Der 51 Jahre alte Fußballtrainer, ein A-Lizenz-Inhaber aus Schleerieth (Gemeinde Werneck, Landkreis Schweinfurt) hatte mit zwei Freunden eigentlich vor, eine Nationalmannschaft Frankens unter der Trägerschaft eines Fränkischen Fußball-Bundes ins Leben zu rufen. Doch der Bayerische Fußballverband (BFV) scheint dieses witzig gemeinte Vorhaben mit aller Macht verhindern zu wollen.

Als die Idee aufkam, eine Auswahl aus Spielern aus Unter-, Ober- und Mittelfranken zu bilden, die es nicht in die echte Nationalmannschaft geschafft haben und auch nicht in den bezahlten Fußball, da meldete sich recht schnell der BFV zu Wort. „Die Idee einer Fränkischen Nationalmannschaft hat durchaus Charme und Witz“, erkennt das auch der Bayerische Fußball-Verband in Person von Pressesprecher Thomas Müther an. „Trotzdem haben wir den Antrag zur Bildung einer Fränkischen Nationalmannschaft abgelehnt.“ Für Auswahlmannschaften in Bayern sei einzig der BFV verantwortlich, sagt Müther, „zudem sind wir als Verband durch die Verzahnung unserer Satzung mit den Bestimmungen des DFB und der UEFA/FIFA dazu angehalten, ausschließlich gegen Mitglieder der nationalen oder internationalen Fußballverbände anzutreten.“ Die Gegner müssten also bei UEFA oder FIFA organisiert sein. Was im konkreten Fall aber nicht der Fall ist.


Auto-Motorrad AMS Schauer



Für 16. Februar planten die Initiatoren im Gerolzhofener Steigerwaldstadion ein Spiel gegen die Tamilen. Auf der Seite der Confederation of Independent Football Associations www.conifa.org ist diese Partie sogar noch angekündigt. Das Team Tamil Eelam (so der komplette Name) ist eine der Nationalmannschaften, die nicht Mitglied der FIFA sind. Wie auch die Provence, die Westsahara, Grönland, das Baskenland, die Isle of Man, das Kosovo oder Sansibar. Um nur einige zu nennen. Die Tamilen wollen im Februar nach Deutschland kommen und dort vier Vorbereitungsspiele für die WM 2014 im schwedischen Östersund bestreiten, wo dann auch Nordzypern, Kurdistan oder Okzitanien mitspielen werden. Gegen Helgoland, die Sorben sowie gegen die Sinti und Roma planen die Tamilen zu spielen. Und sie sollten auch auf die Franken treffen.


KickerNachdem der Bayerische Verband aber seine Unterstützung untersagte, suchten Helmuth Weisensel und seine Mitstreiter, Matthias Schmitt und Jochen Pfeuffer, die beide im Fränkischen Bund aktiv sind und sich für Kultur und Brauchtum der drei Regierungsbezirke einsetzen, nach Alternativen. Die waren an sich recht schnell gefunden: Ehemalige Fußballer aus Franken, Senioren also, alte Herren, nicht mehr Aktive, möglichst maximal 40 Jahre alt, mindestens einst Bayernligaspieler, sollten die „Nationalmannschaft“ bilden. Fünf bis acht Mann hatte „Nationaltrainer“ Weisensel schnell zusammen. Darunter den 379-fachen einstigen Bundesligaspieler Martin Schneider (45) aus Schweinfurt oder Dieter Wirsching (40). Ex-Profi beim FC 05 und nun Trainer der Würzburger Kickers. „Die würden gerne spielen. Also haben wir mit dem Verband das Gespräch gesucht“, sagt Weisensel.

Doch alles kam ganz anders. Der 51-Jährige berichtete von einem Telefonat mit Benjamin Daub, Abteilung Spielbetrieb beim DFB. Der Deutsche Fußball-Bund habe sich solidarisch erklärt mit dem BFV und sein Veto eingelegt. „Ich habe keine Ahnung, warum man uns solche Steine in den Weg legt“, sagt Helmuth Weisensel. Wirsching erzählt, dass er „die Idee geil“ findet. „Als lokaler Patriot hätte ich Helmuth gerne unterstützt, auch wenn ich nicht weiß, ob ich fußballerisch noch weiterhelfen kann“, lacht der Ex-Profi, der jedoch vom BFV einen Anruf bekam. „Man hat mich darauf hingewiesen, dass ich einen Spielerpass und eine Trainerlizenz vom BFV habe. Mir sind also ein Stück weit die Hände gebunden“, drückt Wirsching es aus. „Viele der Oldies sind jetzt Trainer. Somit wird für uns die Auswahl immer kleiner….“, weiß der scheinbar verhinderte Nationalcoach Weisensel. Martin Schneider, einst Jugend-Nationalspieler, der ab Sommer beim Bezirksligisten FV Karlstadt Trainer wird, hofft noch immer auf weitere „Länderspiele“. Er findet die Sache „lustig und ich wäre dabei. Aber natürlich will auch ich keinen Ärger haben. Man sollte lockerer umgehen mit dem Thema und nicht immer auf Parapraphen schauen.“

Trotz erteilter Zusage hat der FC Gerolzhofen schon im altem Jahr seine Bereitschaft zurückgezogen, das Steigerwaldstadion für die Partie zur Verfügung zu stellen. „Ich vermute, dass auch da der BFV dahinter steckt. Wenn das der Fall ist, dann haben wir verloren“, befürchtet Weisensel. Der Verein begründete die Absage mit einer Entscheidung nach Absprache mit dem Platzwart, das Rasenfeld sei Mitte Februar nicht bespielbar. „Scheinbar hat er Meteorologie studiert, wenn er das im Dezember schon weiß“, sagt Weisensel trocken. „Enttäuscht vom BFV“ ist er, „weil der Verband die Sache anscheinend völlig in den falschen Hals bekommen hat“. Helmut Weisensel erzählt nochmal davon, dass das Ganze auf einer witzigen Idee basierte, dass die Initiatoren eine feste Einrichtung aus der „Nationalmannschaft Frankens“ machen wollten. Eine Teilnahme an der Non-FIFA-WM wäre freilich ein Endziel gewesen oder ein Match gegen den von Giovanni Trapattoni trainierten Vatikan „mit dem Anstoß des Heiligen Vaters“, wie der 51-Jährige das nicht ganz so ernst meint.

Überhaupt sollte der Spaß im Vordergrund stehen und zudem der Benefizgedanke im Hintergrund: Denn die Erlöse waren als Spende gedacht. „Der gute Zweck liegt uns besonders am Herzen. Ein Teil des eingenommenen Geldes aus Gerolzhofen sollte an die Schweinfurter Kindertafel gehen“, versicherte Helmuth Weisensel ganz konkret. Dass er seitens des DFB sich scheinbar den Vorwurf gefallen lassen musste, der andere Teil würde dann in die eigenen Taschen der Ideengeber wandern, bestärkt den Schleeriether in seiner Vermutung: „Dem Verband fehlt es einfach am Humor!“ Sogar bei „Blickpunkt Sport“ im Bayerischen Fernsehen war er zu Gast und sagte im Beitrag: „Ich kämpfe für eine fränkische Nationalmannschaft!“ Auch der Sender Sky interessierte sich für das Thema.

Stand heute soll im Sommer mit Jungsenioren als Spieler ein Neuanlauf gewagt werden. Dann könnte es gegen
die Sorben, gegen die Sinti und Roma oder gegen Helgoland gehen. Helgoland? Richtig! Die Inselgruppe in der Nordsee gehört zu Deutschland, will am 8. Februar gegen die Tamilen auf dem eigenen Kunstrasenplatz ihr erstes Nationalspiel austragen. Mathias Kaufmann ist Spieler und Mitorganisator und findet es „total gruselig“, wie den Franken scheinbar Steine in den Weg gelegt werden. „Bei uns gab´s keinen Ärger, hat sich niemand gemeldet. Und das würde mich auch wundern.“ Die 1500 Einwohner-Insel gehört fußballtechnisch zum Hamburger Verband, der VfL Fosite Helgoland nahm bis vor rund einem Jahrzehnt zumindest am Hamburger Pokal teil. Die Kicker sind alles Inselbewohner und dort beschäftig. „Mit 16 Mann aufs Festland könnten wir wohl nicht reisen„, sagt der Juwelier Kaufmann. Doch Fußball-Gäste aus Franken würden die Helgoländer schon gerne empfangen….

Das Kicker-Sportmagazin berichtete am Donnerstag in der aktuellen Ausgabe auf einer ganzen Seite über die Pläne der Nationalmannschaft Franken. Für den kommenden Montag und die folgende Ausgabe ist eine große Geschichte über den FC 05 Schweinfurt und seinen Kapitän Florian Hetzel geplant.


ANZEIGE - Heute mal ausgehen/bestellen? Wie wäre es mit:
Maharadscha
Aktopolis Kostas
Naturfreundehaus


Nutze die kleine rote Glocke unten rechts um aktuell informiert zu werden!
Folge uns auf Facebook | Instagram


© 2fly4 - Alle Angaben ohne Gewähr!
Fotos sind ggf. beispielhafte Symbolbilder!
Kommentare von Lesern stellen keinesfalls die Meinung der Redaktion dar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.