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Neues zur Tischtennis-Rückrunde – und über den Ex-Bad Königshofener Mizuki Oikawa


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BAD KÖNIGSHOFEN – Nach neun von 22 Saisonspielen belegt der TSV Bad Königshofen mit 8:10 Punkten Rang neun in der Tischtennis-Bundesliga, nachdem am vergangenen Wochenende zwei Siege gelangen (wir berichteten). Bei Neuling Bad Homburg und gegen Saarbrücken endet Mitte Dezember die Vorrunde. Nun steht der Rückrunden-Spielplan fest und gibt´s Neues vom Ex-Spieler Mizuki Oikawa.

Die Tischtennis Bundesliga (TTBL) hat den Spielplan für die Rückrunde der Saison 2020/21 festgelegt. Der Startschuss für die zweite Saisonhälfte fällt am 3. Januar 2021. Unter anderem reist Borussia Düsseldorf zu Aufsteiger TTC OE Bad Homburg, während der TSV Bad Königshofen zum Rückspiel die TTF Liebherr Ochsenhausen empfangen. Heimspiele gegen Topteams stehen am 3. Januar 2021 auch für den TTC Zugbrücke Grenzau an, der es mit dem amtierenden Meister 1. FC Saarbrücken TT zu tun bekommt. Der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell bittet zeitgleich den Post SV Mühlhausen zum Derby, während der amtierende Pokalsieger ASV Grünwettersbach den TTC Schwalbe Bergneustadt zu Gast hat. Komplettiert wird der 12. Spieltag einen Tag später, am 4. Januar 2021, durch das Duell zwischen dem TTC Neu-Ulm und dem SV Werder Bremen.


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Weiter geht es in der TTBL anschließend mit dem 13. Spieltag am 15. Januar 2021 und dem 14. Spieltag am 17. Januar 2021. Abgeschlossen wird die Hauptrunde am 20. März 2021 mit dem 22. Spieltag. Dann kommt es unter anderem zum Duell zwischen Titelverteidiger 1. FC Saarbrücken TT und Rekordmeister Borussia Düsseldorf. Insgesamt absolvieren die Vereine der TTBL in der zweiten Saisonhälfte 66 Spiele, ehe es im Anschluss zwischen den vier bestplatzierten Teams zu den Play Offs und schließlich zum TTBL-Finale kommt, in dem der Deutsche Meister 2020/21 gekürt wird. Im Sommer hatte sich die TTBL entschieden, aufgrund der COVID-19-Pandemie und des seinerzeit noch nicht feststehenden Spielkalenders des Weltverbandes ITTF für das Jahr 2021 zunächst nur die Hinrunde der Saison 2020/21 zu terminieren. Aufgrund der anhaltend pandemischen Lage kann es auch in der Rückrunde zu kurzfristigen Spielverlegungen kommen.


Ganz zufrieden ist man indes beim TSV Bad Königshofen mit den Ansetzungen der Heimspiele. Mit Ausnahme einer Partie, am Samstag, den 20. Februar gegen den TTC OE Bad Homburg (15 Uhr) finden alle Heimspiele an Sonntagen um 15 Uhr statt. Der Leiter der Geschäftsstelle Udo Braungart hierzu: “Wir haben uns ja mit Händen und Füßen gegen Werktagsspiele gewehrt. Anfangs sah es danach aus, dass alle Heimspiele grundsätzlich auch unter der Woche und am Freitagabend ausgetragen werden sollten. Ich habe dann erst mal erklärt, wer alles diese Dreifachturnhalle der Realschule und damit des Landkreises nutzt. Das sind alle Königshöfer Schulen und die Sportvereine Bad Königshofens und aller Stadtteile.” Besonders den Winter über werde die Halle am Abend von fünf verschiedenen Sportvereinen genutzt. An den Wochentagen fänden jeweils am nächsten Morgen Sportstunden der Schulen in der Halle statt, die bis dahin kaum abgebaut und besenrein übergeben werden könne. Außerdem spiele die zweite Mannschaft des TSV in der Regionalliga auch noch in einem Hallendrittel sowie weitere drei Erwachsenen- und die Jugendteams. Dem TTC Bad Homburg gehe es ähnlich. “Dass wir unsere meisten Auswärtsspiele werktags austragen müssen, bedeutet für uns kein Problem.”

Die Rückrundenspiele des TSV Bad Königshofen:

Sonntag, 03. Januar, 15 Uhr:
TSV Bad Königshofen – TTC Ochsenhausen

Freitag, 15. Januar, 19 Uhr:
TTC Bergneustadt – TSV Bad Königshofen

Sonntag, 17. Januar, 15 Uhr:
TSV Bad Königshofen – Borussia Düsseldorf

Dienstag, 26. Januar, 19 Uhr:
TTC Fulda-Maberzell – TSV Bad Königshjofen

Freitag, 05. Februar, 19 Uhr:
TTC Grenzau – TSV Bad Königshofen

Sonntag, 07. Februar, 15 Uhr:
TSV Bad Königshofen – Post SV Mühlhausen

Samstag, 20. Februar, 15 Uhr:
TSV Bad Königshofen – TTC Bad Homburg

Sonntag, 14. März, 15 Uhr:
TSV Bad Königshofen – SV Werder Bremen

Samstag, 20. März, Uhrzeit offen
TTC Neu-Ulm – TSV Bad Königshofen

Mizuki Oikawa arbeitet am Traum von Olympia in seiner Heimat

Im März verließ der Publikumsliebling Bad Königshofen und blieb Corona-bedingt in Japan – Warum er die Freigabe aus dem Vertrag erhielt und warum er gern wieder kommen würde.

„I can do it“ – „Ich kann es schaffen.“ Dieses Lebensmotto gab der soeben 17 gewordene Tischtennis-Nobody Mizuki Oikawa an, als er über eine professionell betriebene Trainingsgruppe in Nürtingen zum Zweitligisten TSV Bad Königshofen vermittelt wurde. Für das Internet-Portal „myTischtennis“ des DTTB (Deutscher Tischtennisbund) musste ein Profil von ihm erstellt werden. Die darauf folgenden fünf Jahre beim TSV Bad Königshofen nutzte das 1,61 Meter kleine Energiebündel dazu, seinem Motto Taten folgen zu lassen. Sehr erfolgreich spielte er immer, die zwei Jahre in der zweiten Bundesliga, wo er mit dem TSV zwei Mal Meister wurde. Und drei Spielzeiten in der TTBL, der Tischtennis-Bundesliga, der zweitstärksten Liga der Welt, was nach einem spezifischen Schlüssel mit so genannten QR-Punkten der dort lizenzierten Spieler berechnet wird.

„Er gab fünf Jahre lang sein Bestes für uns“, begründete der TSV-Manager Andy Albert dann im März dieses Corona-Jahres 2020 die „familiäre Entscheidung“, Mizuki Oikawa aus seinem erst drei Monate vorher um eine weitere Saison verlängerten Vertrag freizugeben. Was hatte dieser Junge aus dem Mutterland des Tischtennis doch für einen Eindruck in Tischtennis-Deutschland hinterlassen: In Bad Königshofen, beim wahrscheinlich besten und leidenschaftlichsten Tischtennis-Publikum als Everybody`s Darling. Und in der Liga fünf Jahre lang mit einer hoch positiven Gewinn-Bilanz. Weshalb auch die finanzstarken Vereine, u.a. der Serien-Meister Borussia Düsseldorf, hinter ihm her waren.

Mizukis Herz hing aber an Bad Königshofen, an seinem Ziehvater Christian Fischer, an der familiären Atmosphäre im Klub. Die wie geschaffen war für den gut erzogenen Jungen aus Fernost, der auszog, die Tischtennis-Welt zu erobern. Der anfangs Skrupel hatte, nach seinen Siegen wenigstens die Faust zu ballen oder gar ins Publikum zu jubeln. Höchstens mal eine höfliche Verneigung. Bis ihn Andy Albert aufklärte, dass man in Europa und erst recht in der Shakehands-Arena Gefühle zeigen darf, ja soll. Bis ihm die Fans huldigten mit dem im gemischten Chor gesungenen „Mitsou, Mitsou, Mitsou, mein ganzes Glück bist du“, von Jacqueline Boyer. Gekämpft hat Mizuki immer bis zum Anschlag, gewonnen hat er meistens. Nur manchmal, wenn ihm der Jetlag in den Gliedern steckte, wenn er wieder einmal mit 11000 Flugkilometern und der Zeitumstellung als Rucksack seinen Gegner zu bekämpfen hatte.

Im Normalfall hat und konnte er die Besten der Besten schlagen, zum Beispiel Timo Boll, Simon Gauzy, Patrick Franziska. Vor der Saison 2019/20 wollte ihn Borussia Düsseldorf unbedingt haben. Titelgewinne und die Championsleague lockten. Da zog Bad Königshofen den Joker, verpflichtete Bastian Steger. Jetzt hatte man beide: Der eine kam, der andere blieb – auch deswegen. Lange durfte man an die Play-Offs, die besten 4, ran schnuppern. Als die Saison Corona-bedingt abgebrochen wurde, packte Mizuki sein Bündel, wurde, wie immer, von einem der TSV-Chauffeure nach Schweinfurt zum Zug gefahren und verschwand – „Tschüß, bis nächste Mal.“

Ende März kam der Anruf aus Tokio. Die Pandemie hatte voll zugeschlagen. Seine Eltern wollten ihren Sohn vor den Abertausenden Flugkilometern in dieser gefährlichen Zeit bewahren. Und Andy Albert wurde weich, nach Rücksprache mit TSV-Trainer Koji Itagaki und Sponsor Akihiko Kotani. Oikawa hatte ein Angebot bekommen, zehn Spiele in der japanischen Profiliga für den Meisterclub des deutsch-chinesischen Trainers Jianxin Qiu im Team der Kinoshita-Group Tokyo zu absolvieren. Qiu ist der Vater von Kilian Orts Jugendfreund Dang Qiu und war vorher Leiter des TT-Zentrums in Nürtingen, Oikawas erster Staion in Deutschland.

In Alberts Brust schlugen zwei Herzen: Das für den TSV und das für den Jungen, der für ihn wie ein eigener Sohn war. „Es ist eine große Ehre für ihn beim Meisterclub zu spielen. Dafür habe ich Verständnis. Sportlich ist sein Weggang freilich kaum zu kompensieren. Sein Vertrag war zuletzt gut dotiert. Wir werden ohne ihn schwächer, aber auch billiger. Es wird ein Survival-Jahr, das wir überleben müssen.“ Mizuki bedankte sich in Facebook mit einer Videobotschaft bei seinen Fans in Bad Königshofen: „Schönes Gruß, euer Mizuki.“

Wie er versichert, „habe ich alle sieben Spiele meiner Mannschaft im Livestream verfolgt, auch wenn es manchmal bis nach Mitternacht ging.“ Die japanische Saison hat erst im November begonnen. Die Hälfte der zehn Spiele hat er absolviert – Bilanz 3:2. Die Liga besteht aus vier Vereinen mit je zwei Mannschaften und spielt nach einem international völlig ungewohnten Modus. Eine Mannschaft besteht nur aus Doppeln. Diese sind nicht spielberechtigt in der anderen, der Einzel-Mannschaft, die vier Mal gegen die drei Gegner antritt: Wenn es 2:2 steht, entscheidet eine Art Sudden Death.

Mizuki ist mit seiner derzeitigen Situation zufrieden: „Ich habe gute Gegner und ein gutes Training bei Qiu. Ich hatte ja damals im März keine andere Wahl, so dass ich nicht sagen kann, es war richtig oder falsch. Aber eines Tages möchte ich wieder in Deutschland spielen, am liebsten natürlich in Bad Königshofen. Vielleicht wird das möglich, wenn die doppelte Spielberechtigung eingeführt wird. Es ist schön, in Deutschland zu leben. Die Stadt, Christian Fischer und seine guten Schäufele, meine (!) Mannschaft, die Menschen dort fehlen mir sehr.“

Was nicht sein Ziel war: Momentan spielt er nur gegen Japaner. Mizuki Oikawa gehört zu den Top 10 seines Landes. In dieser Liga steht er voll im Fokus, kann seinem Traum von Olympia 2021 in Tokio näher kommen und wieder sagen: „I can do it.“

Auf den Fotos:
* Mizuki zu jedem Scherz aufgelegt: Hier mit der Maurer-Kelle anstelle des TT-Schlägers.
* Am 24. Februar verließ er Bad Königshofen, verabschiedete sich hier am Schweinfurter Hauptbahnhof. Da konnte er noch nicht wissen, dass er vier Wochen später um seine Freigabe bitten würde.

Text und Fotos: Rudi Dümpert für SW1.News



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