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Nicht nur Hertha BSC Berlin verlor am Wochenende zuhause gegen Werder Bremen…


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BAD KÖNIGSHOFEN – So überraschend mancher der acht Siege des TSV Bad Königshofen in dieser Saison auch gelungen sein mag, so überraschend mutet diese gestrige Heimniederlage gegen die Mannschaft von der Weser aus Bremen an. Zumindest für den, der sich nur an der Tabelle orientiert. Allein dieser nach durfte sie nie passieren.

Wäre sie auch nicht, wäre man im November oder Dezember auf den SV Werder Bremen getroffen. Da kam ihr Spitzenspieler, der aktuelle Vizeweltmeister Mattias Falck, der vor seiner Hochzeit noch Karlsson hieß, völlig außer Form von den Bubble-Turnieren in China zurück und verlor sieben Spiele gegen Gegner, gegen die Bastian Steger und/oder Kilian Ort geschlagen haben. Inzwischen ist er wieder in WM-Form und bestätigte den Hallensprecher Jürgen Halbig bei seiner Vorstellung: „Er ist die Lebensversicherung der Bremer, weil er fast immer zwei der drei nötigen Punkte holt.“


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Dies traf auch voll und ganz ein. Zunächst allerdings sorgte die Mindestens-ein-Punkt-Versicherung Bastian Steger für das 1:0 der Gastgeber. Wobei der Oberpfälzer gegen den Uruguayer mit italienischen Wurzeln und Temperament Marcelo Aguirre, den jüngsten Olympia-Teilnehmer aller Zeiten (2006 in Peking mit 15), eine seltsame Art von Spannung erzeugte. Natürlich war von Steger kein Geburtstagsgeschenk für den Weltranglisten-62. zu erwarten, der am Tag zuvor 28 geworden war. 8:2 führte der Königshöfer Einser gegen den taktischen Bremer Zweier, ließ ihn auf 9:9 heran kommen und verhinderte gerade noch mit 11:9 einen Fehlstart. Spiegelbild des Verlaufs im zweiten Durchgang, den Steger mit 6:1 und 10:7 anführte und es wieder eng werden ließ – 11:9. Im dritten lief ihm der Bremer bis 3:7 und 9:10-Satzball davon. Als wäre es das Selbverständlichste, machte Steger aber mit 12:10 zu und stellte auf 1:0 für den TSV.


Anschließend wehrte sich die Nr. 276 der Weltrangliste Filip Zeljko mit Hingabe in der Opferrolle gegen den WR-Achten Mattias Falck. Sehr gut sah es zunächst für ihn aus, als er sein aggressives Tischtennis in der Tasche ließ und für seine Verhältniss extrem defensiv, fast übervorsichtig, begann – und damit auf 8:4 davon zog. Das war nicht nur auf Augenhöhe, sondern Unterkante Augenbraue. Am Ende fehlten ihm doch die Mittel, als der Schwede auspackte und Einblick gab, wie er Vizeweltmeister geworden war – 9:11. Und wieder diese sonderbare Identität der Ereignisse, wieder das gleiche Bild im zweiten Satz: Wieder 8:4 für Zeljko, wieder 9:11 für Falck. Im dritten lief dann alles wie eigentlich erwartet. Falck ließ nichts anbrennen und sorgte für das Unentschieden zur Pause.

Im Duell der taktischen Dreier Kilian Ort gegen Kyrill Gerassimenko wollte der Lokalmatador sich endlich wieder mal gegen den gleichaltrigen Kasachen durchsetzen, den er schon einmal geschlagen hat. Doch der konnte viel früher die zunächst bei beiden deutlich bemerkbare Nervosität ablegen. Schließlich war unschwer ausrechenbar, dass dieses das Schlüsselspiel der ganzen Begegnung, vielleicht das Spiel für den Schlüssel zu den Play-Offs für die Gastgeber sein würde. Mit Falcks Sieg hinterher gegen Steger musste man rechnen. Gewänne Ort also, könnte das Schlussdoppel entscheiden und da lägen die größeren Chancen bei Ort/Zeljko.

Total ausgeglichen verlief der erste Satz, der durch ein paar vermeidbare Fehler von Ort erst hinten raus 9:11 kippte – unnötig. Im zweiten schien ihm das Spiel aus den Händen zu gleiten, war das Leichtgewicht aus der Hansestadt schnell mit 4:8 weg. Orts Aufholjagd sah nur bis 8:9 erfolgversprechend aus. Doch diesmal kippte der Satz nicht. Im dritten Durchgang tauchte Ort auf wie Phönix aus der Asche und meldete sich mit 11:4 zurück. Und im vierten zeichnete sich ab, dass Ort überwiegend bei den kurzen Ballwechseln punktete, so dass ihn Gerassimenko in die langen zwang, die er für sich entschied. Zwei der drei Matchbälle konnte „Killy“ bei 7:10 noch abwehren. Der Punkt zum 9:11 war dann symptomatisch für dieses Spiel, in dem gegen den Königshöfer so ziemlich alles lief, was auf der Rasierklinge tanzte: Es war ein unerreichbarer Kantenball – 1:2 für Bremen.

Nun hätte Bastian Steger also zaubern müssen, um diese Bremer „Lebensversicherung“ zu besiegen. Im ersten Satz (6:11) sah es danach nicht aus. Doch im zweiten zeigte der Ein-Meter-70 Mann dem einen Kopf Größeren, wo der Hammer hängt und dass er nicht gewillt war, sich nur ehrenhaft aus der Affäre zu ziehen. Einen Satzball wehrte er ab und verwandelte seinen zweiten zum 13:11. Doch so sehr er sich in den Sätzen drei und vier mit Händen und Füßen, aber auch mit Herz und Verstand wehrte, reichte es doch nicht dazu, seine Jungs Kilian und Filip ins Entscheidungsdoppel zu schicken. Bremen ist und bleibt ein Angstgegner der Königshöfer, die sich schon am Dienstag in Fulda, bei einem ehemaligen Angstgegner, rehabilitieren können.

Tischtennis-Bundesliga: TSV Bad Königshofen – SV Werder Bremen 1:3
Ergebnisse:
TSV Bad Königshofen – SV Werder Bremen 1:3
Bastian Steger – Marcelo Aguirre 3:0
(11:9/11:9/12:10)
Filip Zeljko – Mattias Falck 0:3
(9:11/9:11/8:11)
Kilian Ort – Kyrill Gerassimenko 1:3
(9:11/8:11/11:4/9:11)
Steger – Falck 1:3
6:11/13:11/8:11/9:11)

Text und Fotos: Rudi Dümpert für SW1.News


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