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„Ohne Stimme keine Stimmung“: Die Fußballfans sehen ihre Stadionkultur bedroht und protestieren gegen die Deutsche Fußball-Liga


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SCHWEINFURT – Die Kaputte Moite hat für Samstag und das Auswärtsspiel der Schweinfurter Schnüdel in Bayreuth eine Aktionsfahne angekündigt. Due Fanszene des FC 05 macht mit mobil und unterstützt eine eben angelaufene bundesweite Aktion mit dem Namen „Ohne Stimme keine Stimmung“. Bundesweit protestieren die Anhänger gegen die Deutsche Fußball-Liga (DFL) und deren Konzept „Sicheres Stadionerlebnis“.

Der Ligaverband hätte Grenzen überschritten und würde die deutsche Fankultur bedrohen, heißt es in der Ankündigung der Aktion. Und weiter: „Die DFL versucht dem Druck aus der Politik und der hysterischen Medienberichterstattung Rechnung zu tragen und will nun einen Maßnahmenkatalog durchboxen, der die deutsche Fankultur als Ganzes bedroht. Dabei wird deutlich, dass sich die Theoretiker in Frankfurt vor allem ein unkritisches und vor allem zahlungskräftiges Publikum wünschen frei nach dem Motto: ´Hinsetzen, Klappe halten und bezahlen!´“

Durch ausgebaute Repressionen (noch intensivere Personenkontrollen) und Gruppenhaftung (Reduzierung von Kartenkontingenten) wolle die DFL den Druck einseitig auf die Fans erhöhen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen träfen alle organisierten und kritischen Fans und gingen dabei an der gelebten Praxis teilweise vollkommen vorbei. Das Konzept „Sicheres Stadionerlebnis“ sollen Vereine der 1. und 2. Bundesliga am 12. Dezember 2012 auf der DFL-Vollversammlung abnicken. Fußballfans aus ganz Deutschland hatten in den vergangenen Wochen die Möglichkeit, sich mit dem Papier intensiv auseinanderzusetzen, weil es vorab unbeabsichtig an die Öffentlichkeit kam. „Es  ist und bleibt ein Horrorkatalog. Sollte das Konzept angenommen werden, wird der Fußball nicht mehr das sein, was er heute ist“, befürchten die echten Szenefans und nennen drei Beispiele:


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* Die Anzahl der Gästekarten soll zukünftig halbiert werden können oder nur noch aus teuren Sitzplätzen bestehen, wenn es sich um ein “Risikospiel” handelt. Die ohnehin schon viel zu knappen Kartenkontingente würden also noch kleiner und teurer.
* Die Bundesligavereine sollen die Personenkontrollen weiter intensivieren. Dabei werden willkürlich Ganzkörperkontrollen weiterhin nicht ausgeschlossen. Bei Auswärtsspielen kann es passieren, dass Fans sich bei der Einlasskontrolle komplett entkleiden müssen..
* Die DFL bekennt sich nur halbherzig zu den Stehplätzen und sieht in ihnen nicht ein unveräußerliches Gut des Fußballs. Vielmehr werden die Stehplatzbereiche immer kleiner und die Fans werden dafür in Haftung genommen.

Die Macher der nun startenden Aktion sprechen von Beispielen, „die tief in die Rechte und Menschenwürde von Fußballfans eingreifen. Auch die Vereine werden nicht geschont: Wenn dein Verein nicht mitmachen möchte, bekommt er teilweise die TV-Gelder gestrichen.“ Besonders eigenartig sei die Behauptung der DFL, dass durch diese Maßnahmen der Stadionbesuch sicherer werde. Die Wahrheit jedoch sei: Die Bundesligastadien sind jetzt schon sicher und alle Statistiken beweisen, dass Gewalttaten auf niedrigen Niveau sind. Die aktuellen Zahlen differenzieren weder die Art der Verletzung noch ihr Zustandekommen! Ehrlicher Dialog verlange auch ehrliche Fakten. Ein ehrlicher Dialog zwischen Polizei, DFL und Fanszene habe bis heute nicht stattgefunden.

Die echten Fußballfans fragen: „Willst du viel Geld bezahlen, um die Hintergrundkulisse für ein Event zu bilden, ohne eigene Würde und deiner Freiheit beraubt? Die Fans und Zuschauer sind ein wesentlicher Bestandteil des Fußballs und sollten auch fair und gerecht behandelt werden!“ Die bunte und laute Fankultur solle in Deutschland bewahrt werden. Weil am 12.12. über die Umsetzung dieses Konzeptes gesprochen wird, rufen die Fankurven nun dazu auf, ab dem 23. November in den Stadien Deutschlands die ersten 12 Minuten und 12 Sekunden zu schweigen.

Mehr unter www.12doppelpunkt12.de
oder unter
www.ich-fuehl-mich-sicher.de







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