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Prozesstag eins in Sachen Icedome-Rauchbombe: Die Wahrheitsfindung erweist sich als wie erwartet schwer


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SONTHOFEN / SCHWEINFURT – Der erste Verhandlungstag vor Gericht im Allgäu ist vorbei. Angeklagt ist ein junger Sonthofener, dem eine schwere Körperverletzung vorgeworfen wird. Im März 2012 soll er mit einer Rauchbombe beim Eishockeyspiel der Mighty Dogs gegen Sonthofen dafür gesorgt haben, dass eine junge Frau aus Hünfeld (Hessen), die beim Match als Ordnungskraft eingesetzt wurde, dauerhaft an den Folgeschäden ihrer Lunge leidet (wir berichteten).

Von 9 bis 17 Uhr wurde bei nur wenigen Pausen verhandelt. Der 21 Jahre alte Angeklagte wollte sich zur Sache nicht äußern. Außer zu seiner Person machte er keine Angaben. Er teilte mit, dass er als Krankheitsvertretung bis August als Kinderpfleger arbeitet. Seinen Verdienst bezifferte er auf etwa 800 Euro. Davon muss er noch seinen PKW abbezahlen. Ansonsten wohnt er bei seinen Eltern. Noch vor Beginn der Verhandlung beschwerte sich die Verteidigung, die aus zwei Anwälten bestand. Sie bemängelten, dass die Presse angekündigt hat, einen Liveticker zu schalten. Dies wurde mit Hinweis auf das GVG verboten. Wenn eine Berichterstattung erfolgt, dann muss der Pressevertreter dazu den Sitzungssaal verlassen.


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Gleich der erste Zeuge verstrickte sich in Widersprüche. So hat er bei der Polizei angegeben, dass er gesehen habe, wie der Angeklagte die Rauchbombe gezündet hat, heute will er davon nichts mehr wissen. Diese Linie zog sich durch fast alle der elf Vernehmungen. Alle, die vorher bei der Polizei ausgesagt hatten, dass sie gesehen haben, wie der Angeklagte gezündet hat oder wie sie gehört haben, wie er sich damit gebrüstet hat, haben erklärt, dass sie sich nicht mehr erinnern können … Die Masse der Zeugen stammt aber auch aus dem selben Sonthofener Fanclub…


Einige Zeugen teilten auch mit, dass sie bei ihrer Vernehmung durch die Polizei massiv unter Druck gesetzt wurden. Aus diesem Grund werden nun die vernehmenden Beamten zusätzlich geladen um aufzuklären, wie die Vernehmungssituation war. Der Richter führt die Verhandlung sehr fair allen Parteien gegenüber. Man hat den Eindruck, dass er an der Aufklärung der Wahrheit ein wirkliches Interesse hat.

Ein Zeuge ist jedoch bei seiner Aussage geblieben und hat den Angeklagten massiv belastet. Er konnte detailiert schildern, wie das Zünden der Rauchbombe stattgefunden hat, da er nach eigenen Angaben nur wenig entfernt vom Angeklagten stand. Der Zeuge räumte ein, dass er sich im Vorfeld mit dem Angeklagten abgesprochen hat und er eigentlich auch einen Bengalo zünden wollte. Dieser Bengalo ließ sich jedoch nicht zünden. Der nicht gezündete Bengalo wurde nach der Festnahme am Tattag beim Zeugen gefunden, seine Aussage klang glaubhaft. wurde von den Anwälten jedoch Wort für Wort zerpflückt. Es ist jetzt vorgesehen. weitere Zeugen zu laden, um die Glaubwürdigkeit der Aussage zu überprüfen.

Im Gegenzug haben alle anderen Zeugen behauptet, dass der Angeklagte direkt bei ihnen stand oder nur wenige Meter von ihnen weg. Komischerweise haben die Zeugen selbst nicht zusammengestanden. Dies wurde herausgefunden, als die Zeugen jeweils auf einem Übersichtsfoto ihren Standpunkt angeben mussten. Faktisch hat der Angeklagte also an mindestens vier Punkten zeitgleich gestanden, wenn man den Zeugen glauben schenkt.

Die Verhandlung wird am 18. April um 14:00 Uhr fortgesetzt. Hier ist die Aussage von Tanja Kriegelstein vorgesehen, die so schwere Folgeschäden davon trug, als sie die Rauchbombe entschärfen und anderen Zuschauern helfen wollte. Das Urteil wird für den 25. 04. erwartet. Der Richter teilte aber schon mit, dass er bei Bedarf noch mehr Verhandlungstage anberaumt, wenn dies der Wahrheitsfindung dienlich ist.


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