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Spitzenspiel in der Tischtennis-Bundesliga: Bad Königshofen erwartet Schwalbe Bergneustadt


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BAD KÖNIGSHOFEN – Die Tischtennis-Bundesliga (TTBL) ist in dieser Saison so ausgeglichen und stark wie nie. Dies lässt jedenfalls der Blick auf die vordere aebellenhälfte zu, in der fünf der sechs Mannschaften mit 8:2 punktgleich sind. Tabellenführer ist der 1. FC Saarbrücken mit dem besten Spielverhältnis von 14:6.

Dann folgen schon diese beiden Mannschaften, der TSV Bad Königshofen als Zweiter (13:6) und der TTC Schwalbe Bergneustadt, ebenfalls Zweiter mit derselben Spielequote, im Topspiel des sechsten Spieltags der TTBL. Gründe, weshalb die Gäste als Favorit in diese Partie gehen, gibt es mehrere.


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Der erste: In fünf Vergleichen, in Liga und Pokal, noch dazu in Bestbesetzung, gingen die Bergneustädter jeweils als Sieger aus der Box. Der zweite: Die Gäste haben ihre vier Liga-Siege gegen vermeintlich stärkere Gegner geholt als die Königshöfer. Der dritte: Sie haben am vergangenen Sonntag den SV Werder Bremen 3:2 geschlagen, gegen den der TSV am vierten Spieltag 1:3 unterlegen war. Der vierte: Ihre Nummer 1, Nationalspieler Benedikt Duda, Eigengewächs des Vereins ebenso wie Kilian Ort, beide die einzigen der zwölf Vereine, hat noch nie ein Spiel gegen den TSV verloren, weder im Einzel noch im Doppel.

Und er hat in der Hackordnung des DTTB dem Königshöfer Neuzugang Bastian Steger den Rang abgelaufen, liegt dort auch vor Kilian Ort. Schließlich der fünfte: Kilian Ort laborierte, zumindest am vergangenen Sonntag, immer noch an einer Leistenzerrung, wusste auch unter der Woche noch nicht, ob er wieder einsteigen kann. Wenn ja, ist gerade er einer, der seine Trainingseinheiten braucht, um Topleistungen, wie er sie im letzten Spiel vor der Verletzung bei der Bundeswehr hatte, abrufen zu können.


Nach seinem Sieg gegen den Grünwettersbacher Xi Wang schien Ort an einem neuen Top-Level angekommen zu sein. Und prompt holte ihn seine Vergangenheit ein. Immer dann, wenn er eine nächste Stufe erreicht hatte, kam eine Verletzung dazwischen. Das begann in der zweiten Bundesliga, als man ihn aus Aufstellungs-taktischen Gründen mit auf den Spielbericht nehmen und seine Punkte kampflos abgeben konnte. Gar nicht so einfach, damit umzugehen, für einen jungen, top-motivierten Leistungssportler. Zumal die medizinische und therapeutische Betreuung von Tischtennis-Profis nicht mit jenen von Fußballern bis herunter in die Regionalliga zu vergleichen ist. Und im mentalen Bereich, im Tischtennis so wichtig, ist eh jeder sein eigener Therapeut.

Ohne Kilian Ort gingen die Spiele im Pokal in Fulda (2:3) und in der Liga in Bremen (1:3) verloren, die mit ihm wahrscheinlich zu gewinnen gewesen wären. Aber am vergangenen Sonntag wurde im Heimspiel gegen den TTC Neu-Ulm ein Bann gebrochen. Der TSV Bad Königshofen konnte ohne Kilian Ort, an seiner Stelle mit Filip Zeljko, in der TTBL zum ersten Mal ein Spiel gewinnen. Die Aufgabe des 22-jährigen Kroaten ist eh eine denkbar undankbare. In Fulda musste er gegen seinen Landsmann Tomislaw Pucar ran, hatte keine reelle Gewinnchance. In Bremen traf er auf den frisch gebackenen Vizeweltmeister Mattias Falck – dito. Und gegen Neu-Ulm wurde er dem EM-Dritten Tiago Apolonia vorgeworfen – wieder nichts drin. Aber im Doppel übersprang er seinen eigenen Schatten, fand in der entscheidenden Schlussphase des fünften Satzes zu der Leistung, deretwegen er als Ersatzmann weiter verpflichtet wurde und nun seine fünfte Saison beim TSV bestreitet. Seine Doppelqualitäten waren das entscheidende Argument.

Was hat der TTC Schwalbe Bergneustadt zu bieten? Vier Siege in der TTBL gegen Fulda (3:0), Grenzau (3:0), Jülich (3:1) und Bremen (3:2), Viertelfinale im DTTB-Pokal gegen Saarbrücken nach 3:0-Sieg in Jülich. Eine mit den Königshöfern und Kilian Ort vergleichbare Motivation, das Wagnis TTBL einzugehen, indem um den Lokalmatador Duda eine schlagkräftige Mannschaft aufgebaut wurde. Die seit Jahren so zusammen spielt und viel Erfahrung einbringt. Diesen Benedikt Duda, 25 Jahre, WR 37., drittbeste Bilanz in der vergangenen Saison. Den Engländer Paul Drinkhall, 29, WR 94., Doppelspezialist. Den Spanier Alvaro Robles, 28, WR 78. und den Ecuadorianer Alberto Mino, 29, Nummer 75 der Weltrangliste.

Vor einer kniffligen taktischen Aufgabe steht wieder der TSV-Coach Koji Itagaki. Wenn wenigstens ein Sieg gegen Duda gelänge, wäre das die halbe Miete zum Sieg. Oder das Schlussdoppel muss sich wieder in Trance spielen.

TISCHTENNIS
1. Bundesliga
Sonntag, 6. Oktober, 15 Uhr:
TSV Bad Königshofen – TTC Schwalbe Bergneustadt

Text und Foto: Rudi Dümpert für sw1.news

Auf dem Bild: Wann gelingt Filip Zeljko sein erste Saison-Einzelsieg, vielleicht gegen Bergneustadt?



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