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Stürmt der TSV Bad Königshofen in die Haute Volée der deutschen Tischtennis-Elite hinein?


Johanniter Hausnotruf

BAD KÖNIGSHOFEN – Mit fünf Siegen in Serie ist der TSV Bad Königshofen in der Zwölfer-Liga vom zehnten auf den sechsten Tabellenplatz (14:10) der Tischtennis-Bundesliga vor gestürmt und punktgleich mit dem amtierenden deutschen Meister 1. FC Saarbrücken als Fünftem. Die Plätze zwei bis vier sind zwei Punkte, einen Sieg, entfernt. Bei aller Bodenhaftung und Demut kommt niemand am Blick auf die aktuelle Realität vorbei, die dem Quartett von Headcoach Koji Itagaki nun mal an diesem Wochenende die Möglichkeit eröffnet, sich vor dem letzten Saisondrittel auf einen Play-Off-Platz vor zu arbeiten.

Selbst die beiden Geschäftsführer der TT Bad Königshofen GmbH Andy Albert und Udo Braungart nahmen das Zauberwort „Play-Offs“ in einem über sportdeutschland.tv ausgestrahlten Interview mit dem Marketingleiter Bernd Knahn in den Mund. Da zuckte zwar mancher Fan zusammen. Davon traute man sich bis vor kurzem nicht einmal zu träumen. In welcher Form auch immer dieser Modus, je nach Stand der Pandemie im Frühjahr oder Frühsommer, zur Austragung kommen wird: Daran zum ersten Mal teilnehmen zu dürfen, gegen die Großen der Liga, vielleicht sogar wieder vor Zuschauern, vor großem, öffentlich-rechtlichem Fernsehpublikum, dürfte alle nur verfügbaren Reserven bei den Steger, Ort, Zeljko und Salifou mobilisieren.


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Dass man mit den Großen mithalten kann, haben sie in den letzten Wochen bewiesen. Wer den Zweiten TTF Ochsenhausen (2./16:6) gleich zwei Mal in Hin- und Rückspiel schlägt, gegen den Dritten TTC Neu-Ulm (3./16:8) gewinnt, ebenso gegen den deutschen Meister 1. FC Saarbrücken TT (5./14:10) und den Pokal-Halbfinalisten ASV Grünwettersbach (7./12:12), der muss auch nicht gegen den Vierten TTC Bergneustadt (4./16:8) chancenlos an den Tisch gehen. Könnte man sich heute Abend für die denkbar unglückliche Hinspiel-Niederlage (2:3) revanchieren und die Serie auf sechs Siege ausbauen, dann wäre man gerüstet für die große Borussia Düsseldorf am Sonntag.


Wie sieht der Lokalmatador Kilian Ort die Ausgangslage vor diesen zwei Spielen, die den TSV mitten in die Haute Volée des deutschen Tischtennis führen können? Selbst mit nur einem Sieg wäre der Traum noch nicht ausgeträumt. Mit zwei Niederlagen indes fände man sich auf stabilem Mittelfeld-Boden wieder. Kilian Ort verrät bezüglich der Aufstellung, die mitentscheidend sein kann: „Es kommt dabei darauf an, dass man errät, wie der Gegner vermutlich aufstellt. Dann gilt es, die bestmöglichen Begegnungen für einen selber auf Grund der Erfahrungen früherer Vergleiche herauszubekommen. Oft fragt uns der Koji und wir tauschen Argumente aus. Manchmal sagt er auch einfach ´eins, zwei, drei, so wird gespielt` und hat das letzte Wort.“

Ort bezüglich der Play-Offs: „Vor dem Hinspiel gegen Ochsenhausen im November musste ich bei tv mainfranken in einem Interview über der Abstiegskampf reden. Da hatten wir 4:10 Punkte. Die Frage war also berechtigt. Vor Grünwettersbach standen wir sogar mit 2:8 Punkten da, mussten ohne Basti spielen und mit einem Kilian, der drei Tage vorher aus einer 10-Tage-Quarantäne kam. Dem gegenüber reiten wir momentan auf einer Welle, profitieren natürlich von der herausragenden Form von Basti. Seine zwei Punkte sind halt immer schon 66 Prozent vom Sieg. Momentan haben wir auch die Qualität, dass wir auch den dritten Punkt irgendwie beisteuern können.“

Es sei aber nicht so, dass „wir nach dem zweiten Sieg gegen Ochsenhausen gesagt haben, jetzt greifen wir die Play-Offs an. Andererseits, was sollst du dir da für ein Ziel setzen? In Düsseldorf kommen sie auf mich zu und sagen, aha, Königshofen Play-Offs dieses Jahr. Ich sage dann immer, wir streben nach der besten TTBL-Saison für den TSV. Weil wir immer Achter oder Neunter waren, sage ich Platz sieben. Wenn du aber auf sechs stehst, kannst du schwer sagen, ich will Siebter werden. Wir wissen, wir sind nicht weit weg. Wir haben aber erst ein Spiel der Rückrunde gespielt. Es ist extrem eng. Von Platz 1 bis 10 kann jeder jeden schlagen. Selbst gegen Bad Homburg standen wir kurz vor einer Niederlage. Ich kann verstehen, dass manche mit den Play-Offs liebäugeln. Aber wir Spieler müssen uns auf unser nächstes Spiel fokussieren. Das sind zwar Floskeln wie bei Fußballern. Aber am Ende ist es das, was wir machen müssen.“ Es sind vermutlich die bisher zwei schwersten Spiele der Saison. „Deshalb reden wir vorher nur über Bergneustadt. Für Düsseldorf ist am Samstag und Sonntag Zeit.“

Die „Bergischen“ sind vor acht Tagen im Pokal-Halbfinale mit 2:3 an Ochsenhausen gescheitert. Sie verfügen mit Benedikt Duda über einen absoluten Topspieler, der momentan die besten Karten hat, zusammen mit Boll, Ovtcharov und Franziska für Olympia nominiert zu werden. Er gewann beide Einzel gegen Calderano und Jha. Völlig überraschend verlor dann das bis dato beste Doppel der Liga Robles/Fegerl. Duda ist wie Ort Eigengewächs des Vereins, die beiden einzigen ihrer Art in der TTBL. Sein Vater Heinz Duda ist ein ganz cleverer Manager. Sollten es die „Schwalben“ in die Play-Offs schaffen, dann wird es sein Werk gewesen sein. Er holte zu seinem Sohn den besten und einen der besten Doppelspieler Europas: Robles aus Grünwettersbach und Fegerl aus Ochsenhausen. “Wir müssen sehen, dass wir es vor dem Doppel schon entscheiden“, überlegte Kilian Ort kurz, um dann zu ergänzen: „Sie haben davor ja auch noch gegen Qiu/Rasmussen bei 2:1 Sätzen und 10:5 noch verloren. Ich hoffe, dass sie das noch im Hinterkopf haben.“

Tischtennis Bundesliga:

Freitag, 15. Januar, 19 Uhr:
TTC Schwalbe Bergneustadt – TSV Bad Königshofen

Sonntag, 17. Januar, 15 Uhr:
TSV Bad Königshofen – Borussia Düsseldorf

Rudi Dümpert für SW1.News



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