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Foto: Manfred Röder

Besuch beim Event im ZF-Werksgelände: Was bietet das Autonome Shuttle wirklich?


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SCHWEINFURT – Mehrere Mitglieder des Ökologischen Verkehrsclubs Deutschlands (VCD), des BUND Naturschutz in Bayern e.V. und Vertreter des Kreistags von Bündnis 90/Die Grünen konnten sich von den Fähigkeiten der autonomen Shuttles persönlich überzeugen. Die Nutzbarkeit für kurze Strecken im Zubringerverkehr wurde deutlich, aber auch die Ungeeignetheit für die Steigerwaldbahntrasse.

Es verwunderte sehr, dass die Fachinformationen vor Ort sich von medialen Aussagen einzelner lokaler Politiker derart stark unterscheiden. So ist dem Artikel der Mainpost am 09.05.2022 zu entnehmen, dass der ehemalige Staatssekretär der CSU Gerhard Eck immer noch für die Nutzung des Shuttles auf der bisherigen Bahnstrecke von Schweinfurt über Gerolzhofen bis vor Kitzingen schwärmt und dafür wirbt.


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Julian Glienke vom VCD ist verwundert: „Hat Herr Eck bei der Vorstellung der Shuttles durch qualifizierte ZF-Mitarbeiter nicht vernommen, dass die Shuttles nicht für lange Strecken ausgelegt sind, sondern dass sich der vorteilhafte Einsatz der autonom fahrenden Kleinbusse auf kürzere Strecken beschränkt“. Strecken in Innenstädten und mit Zubringerfunktionen seien gemäß ZF das Ziel und dafür gebe es bereits gute Ansätze. Für einen eventuellen Betrieb auf der Steigerwaldbahntrasse sei eine unabdingbare Voraussetzung eine erfolgversprechende Machbarkeitsstudie. Diese sei bislang nicht einmal seitens der politischen Befürworter beauftragt worden.


Kein Interesse an weiteren Showprojekten / Teststrecken

Für weitere reine Vorzeigeprojekte bestünde seitens ZF kein Interesse, daran würde man sich nicht beteiligen, denn solche Projekte gebe es bereits vielfältig. Nur ein sechsmonatiger Probebetrieb während LGS in 2026 käme für ZF gar nicht in Frage. Ziel sei eine dauerhafte Besetzung und Nutzung der Shuttles innerhalb der jeweiligen Verkehrssituation. Also sollte sich die Stadt Schweinfurt hierzu schnellstens einen dauerhaften Einsatz überlegen und zu konkreten Abschlüssen gelangen. ZF habe seit Jahren versucht, in Schweinfurt ein derartiges Projekt zu etablieren, bisher seitens der Stadt leider ohne Erfolg. Das Unternehmen ist nicht auf der Suche nach weiteren Teststrecken, sondern die Shuttles sollen im „Realraum“ fahren. Zwar auf eigenen Spuren, aber unter normalen Verkehrsbedingungen.

Noch viel Entwicklungsarbeit für Mischverkehr

Das mit vierzehn Millionen Euro vom baden-württembergischen Verkehrsministerium geförderte Projekt RA-BUS erprobt in Mannheim und Friedrichshafen den autonomen Betrieb des Shuttles im Mischverkehr mit anderen Verkehrsteilnehmern. Momentan ist der autonome Betrieb im Mischverkehr nur bis max. 18 km/h zugelassen, eine Erhöhung wird durch Gesetzgebung nicht vor 2025 erwartet. Es sind noch viele Einflüsse zu erproben wie zum Beispiel auch eine „Rundum akustische Erkennung“, neue Radar- und Lidartechnologie wie auch ein sicheres GPS. In den Reallaboren Mannheim und Friedrichshafen wird ZF diese Techniken intensiv vorantreiben.

Entwicklungsstandort Schweinfurt

Das vorgestellte Shuttle ist ein Markteintritts-Shuttle und wird aktuell weiterentwickelt. Da ZF kein Fahrzeughersteller ist, werde ein Chassis im Niederflurdesign mit einem geeigneten Chassishersteller entwickelt, um zum Beispiel die Einstiegshöhen von 41 cm zu reduzieren. Welche Komponenten aus Schweinfurt zum Einsatz kommen werden sei noch offen. Manfred Röder vom VCD: „Ich erwarte, dass alle ZF-Komponenten inklusive der elektrischen Antriebseinheit von ZF Schweinfurt für das Shuttle eingesetzt werden. Dies sei man dem Standort Schweinfurt immerhin schuldig“

Resümee: Die Besucher erhielten einen sehr interessanten Einblick in den aktuellen Entwicklungsstand der Autonomen Shuttles bei ZF. Stefanie Döpfner von geo-net, dem Kommunalpolitischen Netzwerk für Gerolzhofen schließt mit den Worten: „Ein besonderer Dank gebührt den freundlichen Entwicklungs- und Vertriebsingenieuren, die sich nach der Probefahrt sehr viel Zeit zur Beantwortung unserer Fragen nahmen“. Die Shuttles werden ihren berechtigten Platz in einem zukünftigen ÖPNV-Gesamtkonzept finden, sind aber keine Alternative zur schienengebundenen Bahn auf der langen Trasse der Steigerwaldbahn

Foto: Manfred Röder


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